Malignität
Malignität bezeichnet die Bösartigkeit eines Tumors – also seine Fähigkeit, unkontrolliert zu wachsen, in gesundes Gewebe einzudringen und Metastasen in anderen Organen zu bilden.
Inhalt
- Wie unterscheiden sich bösartige von gutartigen Tumoren?
- Welche bösartigen Tumoren treffen Hunde am häufigsten?
- Was begünstigt die Entstehung bösartiger Tumoren?
- Wie wird Malignität diagnostiziert?
- Welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen?
- Wie stehen die Heilungschancen?
- Lässt sich Krebs beim Hund verhindern?
Für dich als Hundehalter bedeutet das: Ein maligner Tumor verhält sich anders als ein gutartiger Knoten. Gutartige Tumoren wachsen meist langsam und bleiben am Entstehungsort. Bösartige Tumoren hingegen durchbrechen Gewebegrenzen und streuen über Blut- oder Lymphbahnen in entfernte Organe.
Wie unterscheiden sich bösartige von gutartigen Tumoren?
Bösartige Tumoren wachsen in gesundes Gewebe hinein und setzen Absiedelungen in anderen Organen; beim Mammatumor der Hündin sind das am häufigsten die regionalen Lymphknoten, die Lunge, die Leber und die Nieren.
Ein gutartiger Tumor wächst verdrängend – er schiebt gesundes Gewebe zur Seite. Ein bösartiger Tumor wächst invasiv – er zerstört die Strukturen um sich herum und bahnt sich aggressive Wege durch den Körper. Genau diese Eigenschaft macht maligne Tumoren so gefährlich und schwer behandelbar.
Welche bösartigen Tumoren treffen Hunde am häufigsten?
Ungefähr die Hälfte der Mammatumoren ist bösartig; die häufigsten Metastasenorte sind regionale Lymphknoten, Lunge, Leber und Nieren. Bei unkastrierten Hündinnen machen Mammatumoren 50 bis 70 Prozent aller Tumoren aus.
Osteosarkome des Gliedmassenskeletts führen zu Lahmheit, Schmerz und lokaler Schwellung; bei der Diagnose haben rund 90 Prozent der Hunde bereits Mikrometastasen, sichtbare Metastasen zeigen etwa 12 Prozent. Hunde, die im Vergleich zum Rassedurchschnitt schwerer sind, erkranken 1,65-mal so häufig. Das Lymphom ist die häufigste blutbildende Krebserkrankung des Hundes.
Was begünstigt die Entstehung bösartiger Tumoren?
Manche Rassen tragen ein erhöhtes Risiko: Für das Lymphom nennt das MSD Veterinary Manual Boxer, Rottweiler und Golden Retriever.
Hormone beeinflussen bestimmte Krebsarten: Hündinnen, die vor der ersten Läufigkeit kastriert wurden, sowie Rüden haben eine sehr niedrige Rate an Mammatumoren.
Wie wird Malignität diagnostiziert?
Dein Tierarzt tastet zunächst den verdächtigen Bereich ab und sucht nach weiteren Knoten oder geschwollenen Lymphknoten. Eine Feinnadelaspiration gibt ersten Aufschluss – dabei werden mit einer dünnen Nadel Zellen entnommen und mikroskopisch beurteilt.
Für eine sichere Diagnose benötigt es meist eine Gewebeprobe. Röntgen, Ultraschall oder CT zeigen, ob der Tumor bereits gestreut hat. Blutuntersuchungen verraten, wie gut es deinem Hund insgesamt geht.
Welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen?
Die chirurgische Entfernung bleibt oft die beste Option – wenn möglich mit einem grosszügigen Sicherheitsabstand zum gesunden Gewebe. Chemotherapie kommt bei streuungsfreudigen Tumoren wie Lymphomen zum Einsatz.
Bestrahlung hilft bei Tumoren in schwer operablen Bereichen wie dem Kopf. Immuntherapien sind noch experimentell, zeigen aber erste Erfolge. Bei unheilbaren Fällen konzentriert sich die Behandlung auf Schmerzlinderung und Lebensqualität.
Wie stehen die Heilungschancen?
Die Prognose hängt vom Tumortyp und dem Zeitpunkt der Entdeckung ab.
Unter einer Mehrfach-Chemotherapie liegt die mediane Überlebenszeit bei B-Zell-Lymphomen bei rund zwölf Monaten und bei T-Zell-Lymphomen bei sechs bis acht Monaten. Beim Osteosarkom verlängert die Chemotherapie die mediane Überlebenszeit auf acht bis 14 Monate, gegenüber drei bis vier Monaten nach alleiniger Amputation.
Lässt sich Krebs beim Hund verhindern?
Hündinnen, die vor der ersten Läufigkeit kastriert wurden, sowie Rüden haben eine sehr niedrige Rate an Mammatumoren. Aus der Praxis: Regelmässige Vorsorgeuntersuchungen helfen, Tumoren früh zu entdecken.
Den Kontakt zu Umweltgiften zu minimieren schadet nie – auch wenn der direkte Zusammenhang beim Hund nicht so gut belegt ist wie beim Menschen.
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