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Lebendimpfstoff

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Lebendimpfstoff
Definition

Ein Lebendimpfstoff enthält abgeschwächte, aber vermehrungsfähige Erreger, die eine Immunantwort auslösen, ohne die Krankheit selbst zu verursachen.

Inhalt
  1. Wie funktionieren Lebendimpfstoffe beim Hund?
  2. Welche Impfungen beim Hund sind Lebendimpfstoffe?
  3. Wann dürfen Lebendimpfstoffe nicht gegeben werden?
  4. Können Lebendimpfstoffe Krankheitssymptome auslösen?
  5. Wie lange schützen Lebendimpfstoffe?

Ein Lebendimpfstoff enthält abgeschwächte, aber vermehrungsfähige Erreger, die eine Immunantwort auslösen, ohne die Krankheit selbst zu verursachen. Diese Impfstoffe ahmen eine natürliche Infektion nach und erzeugen dadurch oft eine stärkere und langanhaltendere Immunität als Totimpfstoffe.

Wie funktionieren Lebendimpfstoffe beim Hund?

Die abgeschwächten Erreger vermehren sich nach der Impfung kontrolliert im Körper deines Hundes. Dabei lösen sie eine Immunreaktion aus, die sowohl Antikörper als auch T-Gedächtniszellen bildet. Diese doppelte Immunantwort erklärt, warum Lebendimpfstoffe oft jahrelangen Schutz bieten.

Ein Beispiel: Der Nobivac SHP von MSD enthält abgeschwächte Staupe-, Hepatitis- und Parvoviren. Nach der Impfung vermehren sich diese Viren begrenzt in den Zellen und trainieren das Immunsystem, ohne Krankheitssymptome zu verursachen.

Welche Impfungen beim Hund sind Lebendimpfstoffe?

Die meisten Kernimpfungen für Hunde basieren auf Lebendimpfstoffen. Dazu gehören Präparate gegen Staupe, Parvovirus, Parainfluenza und Adenovirus. Auch der Leptospirose-Anteil in Kombiimpfstoffen kann als Lebendimpfstoff vorliegen, wobei hier zunehmend Totimpfstoffe verwendet werden.

Gegen Tollwut werden hingegen ausschliesslich Totimpfstoffe eingesetzt – ein Lebendimpfstoff wäre hier zu riskant. Bei der jährlichen Auffrischung erhält dein Hund daher meist eine Kombination aus Lebend- und Totimpfstoffen.

Wann dürfen Lebendimpfstoffe nicht gegeben werden?

Trächtige Hündinnen sollten keine Lebendimpfstoffe erhalten, da die abgeschwächten Erreger theoretisch auf die ungeborenen Welpen übertragen werden könnten. Ebenso sind immungeschwächte Hunde – etwa durch Kortison-Therapie oder Chemotherapie – von Lebendimpfungen ausgeschlossen.

Bei fiebernden Hunden wird die Impfung verschoben. Das Immunsystem ist bereits aktiviert und könnte auf den Lebendimpfstoff unvorhersehbar reagieren. Welpen unter sechs Wochen erhalten ebenfalls keine Lebendimpfstoffe, da ihr Immunsystem noch nicht ausgereift ist.

Können Lebendimpfstoffe Krankheitssymptome auslösen?

Ja, manche Hunde entwickeln nach Lebendimpfungen milde Symptome wie leichtes Fieber oder Mattigkeit. Das zeigt, dass das Immunsystem arbeitet. Diese Reaktionen sind deutlich schwächer als bei der echten Krankheit und verschwinden meist innerhalb von 24 bis 48 Stunden.

Aus tierärztlicher Sicht ist eine solche Reaktion sogar ein gutes Zeichen – sie belegt, dass der Impfstoff eine Immunantwort auslöst. Problematisch wird es nur, wenn die Symptome länger anhalten oder sich verschlimmern.

Wie lange schützen Lebendimpfstoffe?

Die Schutzdauer variiert je nach Erreger. Staupe- und Parvovirus-Impfungen können drei Jahre oder länger schützen. Neuere Studien zeigen sogar, dass manche Hunde nach Welpenimpfungen lebenslang immun bleiben.

Parainfluenza hingegen schützt meist nur ein Jahr. Deshalb enthalten die jährlichen Auffrischungen oft nur bestimmte Komponenten, während die Grundimmunisierung gegen Staupe und Parvovirus seltener wiederholt wird. Antikörpertiter können den individuellen Schutzstatus deines Hundes bestimmen.