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Kastration der Hündin

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Kastration der Hündin
Definition

Die Kastration der Hündin ist die operative Entfernung der Eierstöcke (Ovariektomie) oder von Eierstöcken und Gebärmutter (Ovariohysterektomie) unter Vollnarkose.

Inhalt
  1. Was kostet eine Kastration der Hündin?
  2. Wie läuft die Operation ab?
  3. Wann ist der beste Zeitpunkt für die Kastration?
  4. Welche Verhaltensänderungen sind zu erwarten?
  5. Mit welchen Risiken und Nebenwirkungen ist zu rechnen?
  6. Wie lange dauert die Heilung?

Die Kastration der Hündin ist die operative Entfernung der Eierstöcke (Ovariektomie) oder von Eierstöcken und Gebärmutter (Ovariohysterektomie) unter Vollnarkose. Die Hündin wird dadurch dauerhaft unfruchtbar und nicht mehr läufig.

Von der Sterilisation unterscheidet sich die Kastration dadurch, dass die hormonproduzierenden Eierstöcke komplett entfernt werden. Bei der Sterilisation würden nur die Eileiter durchtrennt – ein Eingriff, der in der Tiermedizin praktisch nicht angewendet wird.

Was kostet eine Kastration der Hündin?

In Deutschland, Österreich und der Schweiz liegen die Kosten zwischen 300 und 800 Euro. Bei großen Hündinnen wird aufgrund des größeren Operationsaufwands meist der obere Preisbereich erreicht. Zusätzliche Kosten entstehen durch Voruntersuchungen, Schmerzmittel und Nachkontrollen.

Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT). In der Schweiz können die Kosten durch kantonale Unterschiede um 20-30% variieren.

Wie läuft die Operation ab?

Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose durch einen Bauchschnitt. Die reine Operationszeit beträgt 30-60 Minuten, abhängig davon, ob nur die Eierstöcke oder zusätzlich die Gebärmutter entfernt wird.

Nach dem Aufwachen aus der Narkose bleibt die Hündin 2-4 Stunden zur Überwachung in der Praxis. Die meisten Hündinnen können am gleichen Tag nach Hause, bei Komplikationen ist eine Übernachtung nötig.

Ein Halskragen oder Body verhindert das Belecken der Wunde. Die Fäden werden nach 10-12 Tagen gezogen.

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Kastration?

Die Kastration vor der ersten Läufigkeit reduziert das Mammakarzinom-Risiko um 99,5%. Nach der ersten Läufigkeit sinkt dieser Schutzeffekt auf etwa 92%, nach der zweiten Läufigkeit auf 74%.

Bei großen Rassen empfehlen viele Tierärzte, bis zum Abschluss des Knochenwachstums zu warten – also bis zum Alter von 12-18 Monaten. Bei kleinen Rassen kann die Kastration bereits mit 6-8 Monaten erfolgen.

Welche Verhaltensänderungen sind zu erwarten?

Der Wegfall der Geschlechtshormone macht etwa 70% der Hündinnen ruhiger und ausgeglichener. Läufigkeitsbedingtes territoriales Verhalten und Aggressionen gegenüber anderen Hündinnen verschwinden meist vollständig.

Bei sehr dominanten oder ängstlichen Hündinnen kann die Kastration bestehende Probleme verstärken. Eine Verhaltensberatung vor dem Eingriff ist in solchen Fällen sinnvoll.

Mit welchen Risiken und Nebenwirkungen ist zu rechnen?

Das allgemeine Operationsrisiko liegt bei etwa 0,1-0,2%. Nachblutungen treten in weniger als 1% der Fälle auf. Bei Hündinnen über 7 Jahren steigt das Risiko für Harninkontinenz auf 5-20%, abhängig von der Rasse.

Der veränderte Hormonhaushalt führt bei 40-50% der kastrierten Hündinnen zu Gewichtszunahme, wenn die Futtermenge nicht angepasst wird. Das Fell kann bei langhaarigen Rassen weicher und wolliger werden.

Seltene Langzeitfolgen sind Schilddrüsenunterfunktion und erhöhte Anfälligkeit für bestimmte Krebsarten wie Hämangiosarkom oder Osteosarkom – allerdings mit deutlich geringerer Häufigkeit als die verhinderten Mammakarzinome.

Wie lange dauert die Heilung?

Die äußere Wundheilung ist nach 10-14 Tagen abgeschlossen. Vollständig verheilt ist die Operationsstelle nach 4-6 Wochen. In den ersten drei Tagen sollten nur kurze Gassirunden stattfinden, Spielen und Toben sind für zwei Wochen tabu.

Anzeichen für Komplikationen sind starke Schwellung, Rötung, übelriechender Ausfluss oder Teilnahmslosigkeit der Hündin. In solchen Fällen ist sofortiger Tierarztkontakt nötig.