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Herz-Kreislauf

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Herz-Kreislauf
Definition

Das Herz-Kreislauf-System beim Hund besteht aus dem Herzen als zentraler Pumpe, einem Netz aus Blutgefäßen und dem Blut, das Sauerstoff und Nährstoffe durch den Körper transportiert.

Inhalt
  1. Was leistet das Herz-Kreislauf-System beim Hund?
  2. Welche Rassen haben erhöhte Herzrisiken?
  3. Woran erkenne ich Herzprobleme beim Hund?
  4. Was sind die häufigsten Herzerkrankungen?
  5. Welche Notfallmassnahmen helfen bei Herzproblemen?
  6. Wie unterstütze ich das Herz meines Hundes?
  7. Wann muss ich zum Tierarzt?

Was leistet das Herz-Kreislauf-System beim Hund?

Das Herz eines gesunden erwachsenen Hundes schlägt 70 bis 120 Mal pro Minute – kleine Rassen liegen eher am oberen Ende, grosse Hunde am unteren. Klingt abstrakt? Stell dir vor, diese Pumpe bewegt täglich etwa 4000 bis 8000 Liter Blut durch ein verzweigtes Netz aus Arterien, Venen und winzigen Kapillaren. Das ist beeindruckend viel.

Dahinter stecken zwei voneinander getrennte Kreisläufe, die gleichzeitig laufen: Der kleine Lungenkreislauf holt Sauerstoff aus der Lunge, der grosse Körperkreislauf bringt dieses frische Blut zu Organen, Muskeln und Gehirn.

Wie gut das alles funktioniert, sieht man im Alltag ganz konkret. Ein Hund mit starkem Kreislauf ist nach dem Toben innerhalb von zwei Minuten wieder ruhig. Braucht er deutlich länger – dann lohnt sich ein genauerer Blick aufs Herz.

Welche Rassen haben erhöhte Herzrisiken?

Grosse Rassen sind besonders anfällig für Herzmuskelerkrankungen, die sogenannte Kardiomyopathie. Deutsche Doggen, Dobermänner und Boxer entwickeln sie häufig zwischen dem 4. und 8. Lebensjahr – also genau dann, wenn viele Halter ihren Hund noch für kerngesund halten.

Bei kleinen Rassen ist das Bild ein anderes: Hier dominieren Herzklappenfehler. Cavalier King Charles Spaniel, Chihuahuas und Yorkies zeigen erste Veränderungen oft schon ab dem 5. Lebensjahr. Das ist früher, als die meisten erwarten.

Kurzschnäuzige Rassen wie Möpse tragen ein doppeltes Risiko: Ihre verengten Atemwege machen dem Herzen buchstäblich mehr Arbeit. Das ist keine Frage des Fitnessniveaus, sondern schlicht Anatomie.

Woran erkenne ich Herzprobleme beim Hund?

Das verlässlichste Warnsignal sitzt direkt im Maul: blasses Zahnfleisch. Gesunde Schleimhäute sind rosa, und nach kurzem Fingerdruck kehrt die Farbe innerhalb von zwei Sekunden zurück. Wer das einmal geübt hat, bemerkt Abweichungen sofort.

Nächtlicher Husten ist ein weiteres, häufig unterschätztes Zeichen. Typisch für Herzinsuffizienz: Der Hund steht auf, senkt den Kopf – und hustet. Das unterscheidet ihn vom trockenen Zwingerhusten, der eher tagsüber und ohne diese Körperhaltung auftritt.

Müdigkeit nach vertrauten Strecken gehört zu den frühen Warnsignalen. Wenn ein Hund, der sonst locker läuft, nach 500 Metern anfängt zu hecheln und stehen bleibt, sollte das eine Herzuntersuchung nach sich ziehen – nicht erst beim nächsten Jahrescheck.

Ohnmacht oder Zusammenbruch sind Notfälle, keine Warnsignale mehr. Das Herz schafft es dann nicht mehr, genug Blut ins Gehirn zu pumpen. Hier zählt jede Minute.

Was sind die häufigsten Herzerkrankungen?

Mitralklappeninsuffizienz ist die am weitesten verbreitete Herzerkrankung beim Hund – vor allem bei kleinen bis mittleren Rassen ab 8 Jahren. Die Klappe schliesst nicht mehr richtig, Blut fliesst teilweise rückwärts. Das klingt harmloser als es ist.

Dilatative Kardiomyopathie trifft grosse Rassen und läuft anders ab: Das Herz weitet sich, der Muskel wird dünn und schwach, die Pumpkraft bricht ein. Manchmal geht das schnell.

Herzwürmer – Parasiten, die durch Mückenstiche übertragen werden – spielen in Deutschland selbst kaum eine Rolle. Wer aber mit dem Hund nach Südeuropa reist, sollte das Thema vorher mit dem Tierarzt besprechen.

Welche Notfallmassnahmen helfen bei Herzproblemen?

Bei Ohnmacht: Hund auf die Seite legen, Kopf leicht nach hinten strecken, Atemwege freihalten. Mund-zu-Nase-Beatmung bitte nur, wenn das vorher mit dem Tierarzt geübt wurde – falsch angewendet kann sie schaden.

Bei akuter Atemnot sofort in die Praxis fahren. Auf dem Weg das Fenster öffnen – frische Luft hilft. Den Hund keinesfalls auf den Rücken drehen, das erschwert die Atmung zusätzlich.

Und dann noch etwas, das leicht vergessen wird: ruhig bleiben. Ein panischer Halter überträgt seinen Stress direkt auf den Hund – und erhöht damit die Herzbelastung in einem Moment, in dem sie ohnehin schon zu hoch ist.

Wie unterstütze ich das Herz meines Hundes?

Regelmässige, kontrollierte Bewegung stärkt den Herzmuskel – aber eben kontrolliert. Für gesunde Hunde sind 30 bis 60 Minuten moderate Aktivität täglich ein guter Rahmen. Bei Herzpatienten gilt das nur in Absprache mit dem Tierarzt, nicht nach Gefühl.

Das Gewicht sollte man im Auge behalten – jedes Kilo Übergewicht bedeutet mehr Arbeit fürs Herz. Eine einfache Selbstkontrolle: Unter leichtem Druck sollten die Rippen spürbar sein, ohne dass man suchen muss.

Salzarme Ernährung hilft, den Blutdruck zu senken. Leckerlis mit hohem Natriumgehalt können Wasser im Gewebe binden und das Herz zusätzlich belasten – das lohnt sich also zu prüfen.

Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl können Entzündungen im Herzmuskel möglicherweise reduzieren. Die übliche Dosierungsempfehlung liegt bei 20 bis 30 mg pro Kilogramm Körpergewicht täglich – aber auch hier gilt: vorher mit dem Tierarzt absprechen.

Wann muss ich zum Tierarzt?

Ab dem 7. Lebensjahr bei grossen Rassen, ab dem 5. bei kleinen: jährliche Herz-Checks. Der Tierarzt hört dabei Herzgeräusche, die für Halter ohne Stethoskop schlicht nicht wahrnehmbar sind.

Sofort in die Praxis bei: plötzlicher Schwäche, bläulichen Schleimhäuten, anhaltendem Husten oder Ohnmacht. Diese Symptome können lebensbedrohlich sein – da ist kein Abwarten angebracht.

Eine Blutdruckmessung ist beim Hund problemlos möglich und sinnvoll. Normwerte liegen bei 110 bis 160 mmHg systolisch. Liegt der Wert dauerhaft darüber, sind Nieren und Augen gefährdet – nicht nur das Herz.