Herbstzeitlose
Die Herbstzeitlose enthält Colchicin, eines der gefährlichsten Pflanzengifte in unseren Breiten, und ist für Hunde in allen Teilen hochgiftig.
Inhalt
Die Herbstzeitlose ist für Hunde hochgiftig
Die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) enthält Colchicin und gehört zu den gefährlichsten Pflanzen auf unseren Wiesen. Anders als bei vielen anderen Vergiftungen gibt es kein verfügbares Gegenmittel – ein Antikörper-Präparat ist beschrieben, aber nicht erhältlich. Behandelt werden können nur die Folgen, und das umso besser, je früher es geschieht.
Woran du die Herbstzeitlose erkennst
Die Pflanze hat einen ungewöhnlichen Rhythmus, der sie zweimal im Jahr gefährlich macht:
- Im Herbst stehen rosa-lilafarbene, krokusähnliche Blüten ohne Blätter auf feuchten Wiesen. Der blattlose Stand ist das sicherste Erkennungsmerkmal.
- Im Frühjahr kommen breite, glänzende Blätter und die Samenkapsel. In dieser Phase wird sie mit Bärlauch verwechselt, wie das Maiglöckchen, aber mit deutlich schwereren Folgen.
Im Frühjahr steht sie damit in derselben Verwechslungsgruppe wie Maiglöckchen und Bärlauch.
Auch getrocknet bleibt das Gift wirksam. Herbstzeitlose im Heu ist ein bekanntes Problem in der Nutztierhaltung und betrifft Hunde, die auf Wiesen und in Ställen mitlaufen.
Warum Colchicin so gefährlich ist
Colchicin blockiert die Zellteilung. Betroffen sind zuerst die Gewebe, die sich am schnellsten erneuern: Darmschleimhaut und Knochenmark. Das erklärt den tückischen Verlauf, der Hund wirkt nach der Aufnahme zunächst normal.
Symptome einer Vergiftung
- Eine beschwerdefreie Phase von meist einigen Stunden, sie kann bis zu zwei Tage dauern, in Einzelfällen fehlt sie fast ganz
- Danach starker Speichelfluss, Erbrechen, wässriger bis blutiger Durchfall
- Bauchschmerzen, der Hund nimmt eine gekrümmte Haltung ein
- Schwäche, Kreislaufprobleme, Austrocknung
- Nach Tagen mögliche Schäden an Leber, Nieren und Knochenmark
Die beschwerdefreie Phase ist der gefährlichste Teil. Wer wartet, bis der Hund Symptome zeigt, verliert genau die Zeit, in der eine Behandlung am meisten bringt.
Erste Hilfe
- Sofort in die Tierarztpraxis, nicht abwarten, ob Symptome kommen
- Pflanzenteil oder ein Foto mitnehmen
- Angeben, wann und wie viel der Hund aufgenommen hat
- Kein Erbrechen in Eigenregie auslösen, dafür gibt es kein sicheres Hausmittel
Sofort zum Tierarzt, wenn
- der Verdacht besteht, dass der Hund Blüten, Blätter oder Samen gefressen hat, auch ohne jedes Symptom
- er auf einer Wiese mit blattlosen lila Blüten gefressen hat
- Erbrechen oder Durchfall auftreten, besonders mit Blut
Wo Vorsicht besonders zählt
Feuchte Wiesen, Streuobstwiesen und Weiden im September und Oktober. Wer dort mit einem Hund unterwegs ist, der gerne Gras frisst, hält ihn besser an der Leine, die Blüten stehen einzeln und fallen zwischen dem Gras kaum auf.
Mehr aus dem Wiki
Alle Wiki-Einträge →Weihnachtsstern
Der Milchsaft des Weihnachtssterns reizt die Haut; beim Hund ist ein milder Verlauf mit Erbrechen und …
Tollkirsche
Die Tollkirsche (Atropa belladonna) ist ein Nachtschattengewächs mit glänzend schwarzen Beeren. Ihr Hauptalkaloid ist Hyoscyamin, daneben …
Oleander
Oleander enthält das herzwirksame Glykosid Oleandrin und ist für Hunde in allen Pflanzenteilen giftig, auch getrocknet.
Efeu
Efeu enthält Falcarinol und Hederasaponine; Blätter und Beeren sind für Hunde giftig, der Pflanzensaft reizt zusätzlich …
Bild: Wikimedia Commons –