Hepatitis
Hepatitis beim Hund ist eine Leberentzündung, die durch Viren, Bakterien, Giftstoffe oder Autoimmunreaktionen ausgelöst wird und unbehandelt zum Tod führen kann.
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Hepatitis bezeichnet eine Entzündung des Lebergewebes. Beim Hund können unter anderem Infektionen, Giftstoffe, Medikamente, Stoffwechselstörungen oder fehlgeleitete Immunreaktionen eine Hepatitis auslösen. Der Verlauf reicht von einer vorübergehenden Erkrankung bis zu einer chronischen Leberschädigung mit Leberversagen.
Welche Formen der Hepatitis gibt es beim Hund?
Eine wichtige Form ist die infektiöse canine Hepatitis (ICH). Sie wird durch das canine Adenovirus Typ 1 (CAV-1) verursacht und kann insbesondere bei ungeimpften Hunden zu einer schweren akuten Erkrankung führen.
In Regionen mit hoher Impfquote ist die Erkrankung heute selten. Die Impfung schützt vor CAV-1, wobei moderne Impfstoffe in der Regel ein abgeschwächtes CAV-2 enthalten, das einen Schutz gegen CAV-1 vermittelt.
Deutlich häufiger spielt die chronische Hepatitis eine Rolle. Sie kann verschiedene Ursachen haben und wird unter anderem mit genetischer Veranlagung, Kupferansammlungen in der Leber, bestimmten Medikamenten und immunvermittelten Prozessen in Verbindung gebracht.
Einige Hunderassen sind besonders gefährdet. Dazu gehören unter anderem Dobermann, Labrador Retriever, Bedlington Terrier, Cavalier King Charles Spaniel, West Highland White Terrier und Dalmatiner. Bei manchen dieser Rassen besteht eine genetische Veranlagung für eine gestörte Kupferverarbeitung.
Bei einer kupferassoziierten Hepatitis sammelt sich über längere Zeit zu viel Kupfer in den Leberzellen an. Die dadurch ausgelöste Schädigung kann zunächst unauffällig bleiben und erst später zu einer chronischen Entzündung, Fibrose oder Zirrhose führen. Beim Labrador Retriever ist eine solche Erkrankung gut dokumentiert.
Eine weitere Form ist die toxische Hepatitis. Sie entsteht durch Stoffe, die die Leber direkt schädigen. Dazu gehören bestimmte Medikamente und Giftstoffe. Auch Xylitol ist für Hunde gefährlich. Bereits geringe Mengen können eine schwere Unterzuckerung auslösen, während höhere Dosen zu akutem Leberversagen führen können.
Woran erkenne ich Hepatitis beim Hund?
Die Symptome einer Hepatitis sind sehr unterschiedlich und hängen unter anderem von Ursache und Krankheitsstadium ab. Häufig treten Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Erbrechen, Durchfall, Müdigkeit und eine verminderte Leistungsfähigkeit auf.
Bei einer ausgeprägten Leberschädigung kann Gelbsucht (Ikterus) auftreten. Dabei verfärben sich die Schleimhäute und die Lederhaut der Augen gelblich. Auch ein ungewöhnlich dunkler Urin oder heller Kot können auf eine Störung des Leber- und Gallenstoffwechsels hinweisen.
Bei einer akuten infektiösen Hepatitis können zusätzlich Fieber, Blutungsneigung, Bauchschmerzen oder eine vergrösserte Leber auftreten.
Bei schweren Verläufen sind auch neurologische Symptome möglich. Dazu gehören beispielsweise Desorientierung, ungewöhnliches Verhalten, Bewegungsstörungen oder Krampfanfälle.
Wie wird Hepatitis beim Hund diagnostiziert?
Die ACVIM empfiehlt bei chronischer Hepatitis eine Kombination aus klinischer Untersuchung, Laborbefunden, bildgebender Diagnostik und, wenn angezeigt, histopathologischer Untersuchung von Lebergewebe.
Die Diagnose richtet sich nach der vermuteten Ursache. Blutuntersuchungen können Hinweise auf eine Schädigung der Leber und auf eine eingeschränkte Leberfunktion liefern. Zu den häufig untersuchten Parametern gehören unter anderem ALT, AST, ALP, Bilirubin und Gallensäuren.
Eine Blutuntersuchung allein reicht jedoch nicht immer aus, um eine chronische Hepatitis sicher zu diagnostizieren. Je nach Befund können Ultraschalluntersuchungen, spezielle Bluttests oder Untersuchungen auf bestimmte Infektionen hinzukommen.
Bei Verdacht auf eine chronische Hepatitis kann eine Leberbiopsie erforderlich sein. Dabei wird eine Gewebeprobe entnommen und histologisch untersucht. Sie gibt Aufschluss über Entzündungen, Fibrose, Zirrhose und Kupferablagerungen.
Wie wird Hepatitis beim Hund behandelt?
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei einer bakteriellen Infektion können Antibiotika eingesetzt werden. Bei einer durch Leptospiren verursachten Erkrankung ist beispielsweise eine gezielte antibiotische Behandlung erforderlich. Zusätzlich können je nach Zustand des Hundes Flüssigkeitstherapie, Medikamente gegen Übelkeit und weitere unterstützende Massnahmen notwendig sein.
Bei chronischer Hepatitis richtet sich die Behandlung nach der zugrunde liegenden Ursache. Bei einer Kupferansammlung können eine kupferreduzierte Ernährung und Medikamente zur Bindung oder Ausscheidung von Kupfer eingesetzt werden.
Bei immunvermittelten Erkrankungen können Medikamente zur Unterdrückung der überschießenden Immunreaktion notwendig sein. Eine solche Behandlung muss tierärztlich überwacht und regelmässig angepasst werden.
Auch die Ernährung kann Bestandteil der Behandlung sein. Eine spezielle Leberdiät ist je nach Erkrankung sinnvoll.
Wie ist die Heilungschance bei Hepatitis?
Die Prognose hängt stark von der Ursache, dem Ausmass der Leberschädigung und dem Zeitpunkt der Diagnose ab.
Eine akute Hepatitis kann sich vollständig zurückbilden, während eine chronische Hepatitis zu dauerhaften Veränderungen der Leber führen kann.
Bei chronischer Hepatitis ist insbesondere entscheidend, ob die Erkrankung früh erkannt und die zugrunde liegende Ursache behandelt werden kann. Bereits entstandene Fibrosen oder eine Leberzirrhose können die Prognose verschlechtern.
Umgekehrt können Hunde mit bestimmten Formen chronischer Hepatitis über längere Zeit eine gute Lebensqualität behalten, wenn die Erkrankung konsequent behandelt und überwacht wird.
Bei kupferassoziierter Hepatitis hängt die Prognose ebenfalls vom Stadium der Erkrankung und vom Erfolg der Behandlung ab. Eine frühe Diagnose ist besonders bei genetisch vorbelasteten Rassen relevant.
Kann ich Hepatitis beim Hund vorbeugen?
Eine wichtige vorbeugende Massnahme ist die Impfung gegen infektiöse canine Hepatitis. Moderne Core-Impfstoffe enthalten in der Regel CAV-2 und schützen damit auch vor der durch CAV-1 verursachten Hepatitis. Nach den aktuellen WSAVA-Empfehlungen gehören Impfungen gegen CDV, CAV und CPV zu den Core-Impfungen des Hundes.
Vergiftungen lassen sich ebenfalls vermeiden. Produkte mit Xylitol sollten für Hunde grundsätzlich unzugänglich aufbewahrt werden. Dazu gehören unter anderem zuckerfreie Kaugummis und Bonbons sowie bestimmte Lebensmittel, Medikamente und Zahnpflegeprodukte. Da der Xylitolgehalt einzelner Produkte stark variieren kann, sollte nach einer möglichen Aufnahme nicht abgewartet werden, ob Symptome auftreten.
Bei genetisch vorbelasteten Rassen ist eine frühzeitige Kontrolle der Leber sinnvoll. Wie häufig solche Untersuchungen durchgeführt werden sollten, hängt von Rasse, Alter, Vorgeschichte und individuellen Risikofaktoren ab.
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