Brachytherapie
Brachytherapie ist eine Strahlentherapie bei der radioaktive Materialien direkt in den Tumor oder dessen unmittelbare Nähe implantiert werden.
Inhalt
Brachytherapie ist eine Strahlentherapie bei der radioaktive Materialien direkt in den Tumor oder dessen unmittelbare Nähe implantiert werden.
Wann kommt Brachytherapie beim Hund zum Einsatz?
Die Methode eignet sich für Tumore, die operativ schwer erreichbar sind. Nasenhöhlentumore bei Collies und Deutschen Schäferhunden werden damit behandelt, ebenso Gaumenmandel-Tumore bei Boxern. Bei einem 8-jährigen Golden Retriever mit Fibrosarkom am Oberkiefer kann Brachytherapie die Lebensqualität länger erhalten als eine radikale Operation.
Wie läuft die Behandlung ab?
Unter Vollnarkose werden kleine radioaktive Pellets oder Drähte präzise am Tumor platziert. Die Bestrahlung erfolgt von innen heraus über mehrere Tage oder Wochen. Dein Hund muss während dieser Zeit isoliert bleiben – du darfst ihn nur eingeschränkt besuchen.
Was kostet Brachytherapie und wo ist sie verfügbar?
In Deutschland bieten die Tierkliniken München, Hannover und Berlin die Behandlung an. Kosten: 3.000 bis 6.000 Euro je nach Tumorart und Dauer. In der Schweiz führt die Vetsuisse-Fakultät Zürich Brachytherapie durch (4.000-7.000 CHF). Österreich hat derzeit keine spezialisierten Zentren – Patienten werden nach Deutschland oder in die Schweiz überwiesen.
Wie erfolgreich ist die Behandlung?
Bei Nasenhöhlentumoren erreichen 60-70% der Hunde eine Überlebenszeit von über einem Jahr. Mundraum-Tumore sprechen schlechter an – hier sind es etwa 40-50%. Ein Rückgang der Tumorgröße um mindestens die Hälfte gelingt bei zwei Dritteln der behandelten Hunde.
Welche Nebenwirkungen treten auf?
Lokale Hautentzündungen entwickeln sich bei fast allen Hunden in den ersten Wochen. Bei Behandlungen im Mundraum kann vorübergehende Futterverweigerung auftreten. Schwerwiegende Komplikationen wie Gewebsnekrosen betreffen weniger als 10% der Patienten.
Wann ist Brachytherapie nicht geeignet?
Bei Metastasen an mehreren Körperstellen bringt die lokale Bestrahlung keinen Nutzen. Hunde mit schweren Herzproblemen vertragen die mehrtägige Isolation und wiederholte Narkosen oft nicht. Sehr aggressive Tumorarten wie das Hämangiosarkom sprechen schlecht auf Brachytherapie an.
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