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Ektopium

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Ektopium
Definition

Ektropium ist das Auswärtsrollen des unteren Augenlids, wodurch die rosa Bindehaut sichtbar wird und das Auge nicht mehr richtig geschützt ist.

Inhalt
  1. Wie erkenne ich ein Ektropium bei meinem Hund?
  2. Welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen?
  3. Was passiert ohne Behandlung?

Beim Ektropium rollt das untere Augenlid nach aussen – und wer das einmal gesehen hat, vergisst es nicht so schnell. Die rosa Bindehaut liegt offen, das Lid hängt vom Augapfel weg, und das Auge verliert seinen natürlichen Schutz. Zum Vergleich: Beim Entropium rollt das Lid nach innen, beim Ektropium eben nach aussen. Klingt ähnlich, ist aber ein ganz anderes Problem.

Besonders häufig trifft es Rassen mit ausgeprägten Hängebacken: Bloodhound, Basset Hound, Cocker Spaniel, Bernhardiner. Bei diesen Hunden steckt die Veranlagung oft von Geburt an im Erbgut – und mit zunehmendem Alter wird das Lid schlaffer, die Fehlstellung deutlicher.

Wie erkenne ich ein Ektropium bei meinem Hund?

Das auffälligste Zeichen ist die sichtbare rosa Bindehaut am unteren Lid. Das Lid hängt weg und bildet eine kleine Tasche – praktisch ein Auffangbecken für Staub, Pollen und Schmutz jeder Art.

Dazu kommen chronischer Tränenfluss mit bräunlichen Verfärbungen im Fell, immer wiederkehrende Bindehautentzündungen und ein Ausfluss, der von wässrig bis eitig reichen kann. Viele Hunde reiben sich ständig die Augen, weil das freiliegende Gewebe brennt und juckt. Wer das bei seinem Hund beobachtet, sollte nicht zu lange warten.

Welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen?

Bei milden Fällen beginnt der Tierarzt meist mit pflegenden Augentropfen und einer regelmässigen Reinigung der Lidtasche. Das bringt Erleichterung – kuriert die Ursache aber nicht.

Ist das Ektropium ausgeprägter, kommt man um eine Operation kaum herum. Der Chirurg entfernt dabei ein keilförmiges Stück Haut und strafft so das Lid. Der Eingriff dauert rund 45 Minuten unter Vollnarkose – kein Riesenprojekt, aber eben ein echter chirurgischer Eingriff. Die Kosten liegen je nach Schweregrad und Klinik bei 800 bis 1.500 Euro pro Auge. In etwa 10–15 % der Fälle ist eine Nachoperation nötig, wenn die erste Korrektur nicht vollständig ausgereicht hat.

Was passiert ohne Behandlung?

Wer nichts unternimmt, riskiert dauerhaften Schaden. Chronische Entzündungen greifen auf Bindehaut und Hornhaut über, und die anhaltende Reizung kann Narben hinterlassen. Im schlimmsten Fall leidet das Sehvermögen des Hundes dauerhaft darunter.

Noch ein wichtiger Punkt für Züchter: Betroffene Tiere sollten aus der Zucht ausgenommen werden, weil die Veranlagung vererbt wird. Bei Welpen zeigt sich ein angeborenes Ektropium meist bis zum Ende des ersten Lebensjahres in vollem Ausmass.