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Darmkrebs

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Darmkrebs
Definition

Darmkrebs beim Hund ist ein bösartiger Tumor im Dünn- oder Dickdarm, der bei etwa 1-2% aller Hunde auftritt und meist erst ab dem achten Lebensjahr diagnostiziert wird.

Inhalt
  1. Welche Arten von Darmkrebs gibt es beim Hund?
  2. Woran erkenne ich Darmkrebs bei meinem Hund?
  3. Wie wird Darmkrebs beim Hund diagnostiziert?
  4. Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
  5. Gibt es Vorbeugungsmassnahmen?

Darmkrebs beim Hund – das klingt zunächst erschreckend, ist aber zum Glück selten: Nur etwa 1–2 % aller Hunde sind betroffen, und die meisten erkranken erst ab dem achten Lebensjahr. Medizinisch handelt es sich um einen bösartigen Tumor im Dünn- oder Dickdarm, der sich leider oft still entwickelt.

Genau das ist das Tückische daran. Die Erkrankung macht lange keine Probleme – bis der Tumor gross genug ist, um den Darm zu blockieren oder Blutungen auszulösen, die den Stuhl dunkel verfärben. Bis dahin ahnt man oft nichts.

Welche Arten von Darmkrebs gibt es beim Hund?

Das Adenokarzinom ist die häufigste Form – es macht rund 60 % aller Darmtumore aus. Es entsteht in den Schleimhautzellen und wächst aggressiv in die Darmwand hinein, meist im Dickdarm.

Lymphome gehen von entarteten Immunzellen aus und befallen eher den Dünndarm. Mit etwa 25 % der Fälle sind sie die zweithäufigste Gruppe – und sie reagieren häufig besser auf Chemotherapie als Adenokarzinome.

Leiomyosarkome sind seltener. Sie wachsen aus der Muskelschicht der Darmwand und können erstaunlich gross werden, bevor sie überhaupt Beschwerden machen. Eine besondere Gefahr: Diese Tumore können in die Bauchhöhle durchbrechen.

Woran erkenne ich Darmkrebs bei meinem Hund?

Blut im Stuhl ist oft das erste Zeichen – allerdings kein frisches, rotes Blut wie bei einer Schürfwunde, sondern eher dunkle Streifen oder eine schwarze Verfärbung. Das deutet auf eine Blutungsquelle weiter oben im Darm hin.

Veränderte Kotgewohnheiten entwickeln sich schleichend. Häufigeres Absetzen kleiner Mengen, ein ständiges Hin-und-Her zwischen Verstopfung und weichem Stuhl, manchmal schleimiger Kot oder ein veränderter Geruch – das alles kann ein Hinweis sein.

Gewichtsverlust trotz normalem Appetit ist ebenfalls verdächtig. Ein Tumor kann die Darmoberfläche so beschädigen, dass Proteine und Fette schlicht nicht mehr aufgenommen werden – der Hund frisst, aber der Körper kommt trotzdem nicht an die Nährstoffe.

Erbrechen, das wiederholt über mehrere Tage auftritt – oft nach dem Fressen –, ist ein anderes Signal. Das ist etwas anderes als eine kurze Magenverstimmung; hier staut der Tumor den Darminhalt.

Bauchschmerzen zeigen sich unterschiedlich: verkrampfte Körperhaltung, Winseln wenn man den Bauch berührt, plötzliches Aufstehen aus dem Liegen oder ein auffällig gewölbter Rücken. Viele Besitzer bemerken zuerst nur, dass «irgendetwas nicht stimmt».

Wie wird Darmkrebs beim Hund diagnostiziert?

Erste Hinweise kann schon die Tastuntersuchung liefern. Ein erfahrener Tierarzt spürt Verdickungen oder schmerzhafte Stellen im Bauch – grössere Tumore lassen sich so bereits ertasten.

Röntgenaufnahmen zeigen Darmverengungen oder -verschlüsse. Oft wird Kontrastmittel eingesetzt, damit der Darmverlauf sichtbar wird. Für die gesamte Untersuchung sollte man etwa zwei Stunden einplanen.

Ultraschall kann Tumore ab rund einem Zentimeter Grösse darstellen – und zeigt gleichzeitig, ob sich der Krebs schon in Lymphknoten oder andere Organe ausgebreitet hat.

Am präzisesten ist die Endoskopie: ein direkter Blick in den Darm, kombiniert mit einer Gewebeentnahme. Der Hund bekommt dafür eine kurze Narkose. Das Ergebnis der Gewebeuntersuchung liegt in der Regel nach zwei bis drei Tagen vor.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Eine Operation ist bisher die einzige Behandlung, die tatsächlich auf Heilung abzielt. Der Chirurg entfernt den betroffenen Darmabschnitt und vernäht die gesunden Enden. Das gelingt in etwa 40 % der Fälle vollständig.

Wenn die Operation vollständig gelingt, leben betroffene Hunde im Durchschnitt noch 18 bis 24 Monate beschwerdefrei. Bei unvollständiger Entfernung verkürzt sich dieser Zeitraum auf sechs bis acht Monate – das ist ein grosser Unterschied, der zeigt, wie wichtig frühes Erkennen ist.

Chemotherapie kommt vor allem bei Lymphomen zum Einsatz. Etwa 60 % der Hunde sprechen darauf an und zeigen zumindest vorübergehend eine Tumorschrumpfung. Die Behandlung läuft in der Regel alle drei Wochen, über vier bis sechs Monate.

Wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist, rücken Schmerztherapie und Ernährungsanpassung in den Mittelpunkt. Leicht verdauliche Nahrung in kleineren Portionen nimmt dem erkrankten Darm etwas von der täglichen Belastung.

Gibt es Vorbeugungsmassnahmen?

Eine gezielte Vorbeugung gegen Darmkrebs gibt es leider nicht. Was aber helfen kann: Ab dem siebten Lebensjahr regelmässig den Kot auf okkultes – also nicht sichtbares – Blut untersuchen lassen. So lassen sich frühe Hinweise entdecken, bevor man sie mit blossem Auge sieht.

Boxer, Deutsche Schäferhunde und Golden Retriever erkranken überdurchschnittlich häufig. Wer einen dieser Hunde hat, sollte nicht bis zum siebten Jahr warten – ab dem fünften Lebensjahr ist eine jährliche gründliche Untersuchung sinnvoll.