Borrelia-Burgdorferi-Bakterium
Borrelia burgdorferi ist ein spiralförmiges Bakterium, das Lyme-Borreliose bei Hunden auslöst und ausschließlich durch Zeckenbisse übertragen wird.
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Borrelia burgdorferi ist ein spiralförmiges Bakterium, das Lyme-Borreliose bei Hunden auslöst und ausschliesslich durch Zeckenbisse übertragen wird.
Anders als bei Menschen entwickeln Hunde nie den typischen Hautausschlag. Dadurch bleibt eine Infektion oft wochenlang unentdeckt. Das Bakterium braucht 24 bis 48 Stunden Zeckenanhaftung für die Übertragung – ein Detail, das über Ansteckung oder Verschonung entscheidet.
Wie überträgt sich Borrelia burgdorferi auf Hunde?
Die Übertragung erfolgt nur durch den Gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus). Nicht jede Zecke trägt das Bakterium. In deutschen Risikogebieten sind etwa 10-35% der Zecken infiziert, in der Schweiz und Österreich ähnlich.
Das Bakterium sitzt im Mitteldarm der Zecke und wandert erst nach 24 Stunden in die Speicheldrüsen. Eine sofortige Zeckenentfernung verhindert deshalb fast immer eine Infektion. Nach 48 Stunden Anhaftung steigt das Risiko dramatisch an.
Besonders heimtückisch: Die kleinsten Zecken – Nymphen von nur 1-2mm – übertragen am häufigsten Borrelien, weil sie schwer zu entdecken sind.
Welche Symptome zeigen infizierte Hunde?
Die Lyme-Arthritis ist das Leitsymptom. Der Hund lahmt plötzlich, oft wechselnd zwischen verschiedenen Beinen. Die Lahmheit verschwindet nach Tagen wieder, kehrt aber an anderen Gelenken zurück.
Fieber tritt in der akuten Phase auf, meist zwischen 39,5 und 40,5°C. Der Hund wirkt matt und frisst schlecht. Die Lymphknoten schwellen an, besonders die in der Nähe betroffener Gelenke.
Gefürchtet ist die Lyme-Nephritis – eine Nierenentzündung, die bei 1-2% der infizierten Hunde auftritt. Erste Anzeichen: vermehrtes Trinken und Urinieren. Unbehandelt kann sie tödlich enden.
Wie wird Lyme-Borreliose bei Hunden diagnostiziert?
Der C6-Antikörpertest ist Standard. Er zeigt an, ob der Hund jemals Kontakt mit Borrelien hatte. Aber: Ein positiver Test bedeutet nicht automatisch eine behandlungsbedürftige Erkrankung.
Entscheidend sind die Symptome. Ein humpelnder Hund mit positivem Test braucht Antibiotika. Ein symptomloser Hund mit positivem Test nicht zwingend.
Der Quantitative C6-Test misst die Antikörpermenge und hilft bei der Verlaufskontrolle. Sinkende Werte nach Behandlung zeigen den Therapieerfolg.
Wie wird Lyme-Borreliose behandelt?
Doxycyclin ist das Mittel der ersten Wahl. Die Behandlung dauert mindestens vier Wochen. Viele Hunde zeigen bereits nach wenigen Tagen Besserung der Lahmheit.
Bei Welpen unter sechs Monaten kommt Amoxicillin zum Einsatz, da Doxycyclin die Zahnentwicklung stört. Die Behandlungsdauer verlängert sich dann auf sechs bis acht Wochen.
Schmerzlindernde Medikamente helfen in der akuten Phase, heilen aber nicht die Grunderkrankung. Ohne Antibiotika kehren die Symptome zurück.
Wie schützt man Hunde vor Borrelia burgdorferi?
Repellent-Halsbänder mit Permethrin oder Deltamethrin verhindern das Anhaften von Zecken. Spot-on-Präparate töten angehaftete Zecken innerhalb von 12-24 Stunden ab – meist schnell genug, um eine Übertragung zu verhindern.
Die Borreliose-Impfung für Hunde ist umstritten. Sie schützt nur vor drei der über 20 Borrelia-Stämme und kann falsch-positive Testergebnisse verursachen. Die meisten Tierärzte empfehlen sie nur in Hochrisikogebieten.
Das tägliche Absuchen bleibt die wichtigste Maßnahme. Zecken bevorzugen warme, schlecht behaarte Stellen: Ohren, Achseln, Leisten und zwischen den Zehen.
Wie ist die Prognose für betroffene Hunde?
Rechtzeitig behandelte Hunde erholen sich vollständig. Die Gelenkschäden sind reversibel, wenn die Therapie binnen vier Wochen nach Symptombeginn startet.
Chronische Fälle entstehen meist durch späte Diagnose oder unvollständige Behandlung. Dann können bleibende Gelenkschäden und wiederkehrende Lahmheiten auftreten.
Die Lyme-Nephritis hat eine schlechtere Prognose. Etwa 40% der betroffenen Hunde sterben trotz Behandlung innerhalb von zwei Jahren an Nierenversagen.
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