Blutegel-Therapie
Die Blutegeltherapie nutzt medizinische Blutegel (Hirudo medicinalis), die beim Saugen über 60 bioaktive Substanzen in die Haut abgeben, allen voran Hirudin als natürlicher Gerinnungshemmer und Hyaluronidase zur besseren Gewebedurchdringung.
Inhalt
Welche Wirkstoffe setzen Blutegel frei?
Hirudin verhindert die Blutgerinnung und hält die Bissstelle bis zu 12 Stunden offen. Hyaluronidase löst Gewebeverklebungen und verbessert die Durchblutung. Egline wirken entzündungshemmend, während Destabilase Blutgerinnsel auflösen können.
Diese Kombination erklärt, warum sich bei manchen Hunden mit chronischen Gelenkproblemen die Beweglichkeit nach wenigen Sitzungen verbessert.
Bei welchen Hundeproblemen wird die Therapie eingesetzt?
Tierärzte setzen Blutegel hauptsächlich bei Arthrose grosser Gelenke ein, besonders an Ellbogen und Hüfte. Die lokale Durchblutungsförderung kann Schwellungen reduzieren.
Weitere Anwendungsgebiete:
- Sehnenentzündungen an Schulter oder Karpalgelenk
- Hämatome nach Verletzungen
- Hotspots mit schlechter Heilungstendenz
- Otitis externa bei chronischem Verlauf
Wie läuft eine Blutegelbehandlung ab?
Der Tierarzt rasiert die Behandlungsstelle und setzt 2-4 Egel je nach Hundegrösse auf. Ein ausgewachsener Egel nimmt etwa 10-15 ml Blut auf, das entspricht einem Teelöffel.
Die Tiere bleiben 45-90 Minuten saugen und fallen dann von selbst ab. Die Bissstellen bluten noch 6-24 Stunden nach, das ist erwünscht und spült Entzündungsstoffe aus.
Was kostet die Behandlung und wie oft ist sie nötig?
Eine Sitzung kostet zwischen 80-150€ je nach Praxis und Anzahl der Egel. Die meisten Hunde brauchen 2-4 Behandlungen im Abstand von einer Woche.
Bei chronischer Arthrose wiederholen manche Halter die Therapie alle 3-6 Monate, allerdings ohne Garantie für dauerhaften Erfolg.
Welche Hunde sind nicht geeignet?
Welpen unter 6 Monaten vertragen den Blutverlust schlecht. Hunde mit Herzschwäche, Blutgerinnungsstörungen oder Immunsuppression sind ebenfalls ausgeschlossen.
Auch bei akuten Infektionen oder wenn der Hund Blutverdünner nimmt, ist die Therapie tabu.
Nebenwirkungen und Risiken
Die Bissstellen jucken oft 2-3 Tage und dürfen nicht geleckt werden. Manche Hunde entwickeln lokale Schwellungen oder allergische Reaktionen auf Egelspeichel.
Bakterielle Infektionen sind bei steriler Arbeitsweise selten, aber möglich. Die Wunden brauchen tägliche Kontrolle bis zur vollständigen Heilung.
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