Wiki · Gesundheit & Pflege

rektal

2 Min Lesezeit
rektal
Definition

Rektal bedeutet "den Enddarm betreffend" – also den letzten Abschnitt des Darms vor dem After.

Inhalt
  1. Warum messen Tierärzte rektal Fieber?
  2. Wann untersucht der Tierarzt den Enddarm?
  3. Können Medikamente rektal gegeben werden?
  4. Welche Probleme können am Enddarm auftreten?
  5. Wann solltest du zum Tierarzt?

Rektal bedeutet „den Enddarm betreffend“ – also den letzten Abschnitt des Darms vor dem After. Als Hundehalter begegnest du diesem Begriff meist beim Fiebermessen oder wenn der Tierarzt eine rektale Untersuchung durchführt.

Warum messen Tierärzte rektal Fieber?

Die Messung über den Enddarm liefert die genaueste Körpertemperatur bei Hunden. An Ohren oder Pfoten erhältst du nur oberflächliche Werte – die rektale Messung zeigt die tatsächliche Körperkerntemperatur.

So läuft es ab: Der Tierarzt führt ein digitales Thermometer etwa 2–3 cm in den After ein. Das dauert 30–60 Sekunden. Die meisten Hunde tolerieren das gut, wenn sie ruhig gehalten werden.

Die normale Körpertemperatur beim Hund liegt zwischen 37,5 °C und 39 °C. Ab 39,5 °C spricht man von Fieber.

Wann untersucht der Tierarzt den Enddarm?

Eine rektale Untersuchung wird nötig bei anhaltender Verstopfung, Blut im Kot oder wenn dein Hund Schmerzen beim Kotabsatz zeigt. Der Tierarzt tastet dabei mit dem Finger nach Verstopfungen, Schwellungen oder Verletzungen.

Bei Rüden lässt sich so auch die Prostata ertasten. Das klingt unangenehm – die Untersuchung dauert aber nur wenige Sekunden und liefert dem Tierarzt wichtige Informationen.

Können Medikamente rektal gegeben werden?

Ja, aber nur in Ausnahmefällen. Wenn dein Hund erbricht und keine Tabletten bei sich behalten kann, verabreicht der Tierarzt manchmal Zäpfchen oder Einläufe. Das gehört in tierärztliche Hände – nie selbst versuchen.

Einläufe helfen auch bei hartnäckiger Verstopfung. Dabei wird warme Flüssigkeit in den Darm gespült, um verhärteten Kot zu lösen.

Welche Probleme können am Enddarm auftreten?

Die häufigsten Probleme sind Verstopfung und Durchfall. Beides erkennst du schnell am veränderten Kotabsatz deines Hundes.

Gefährlicher ist ein Rektalprolaps – dabei stülpt sich Darmgewebe aus dem After heraus. Du siehst das als rote, fleischige Wulst. Das ist ein Notfall: sofort zum Tierarzt.

Seltener sind Tumore im Enddarm. Anzeichen: anhaltende Probleme beim Koten, Blut im Stuhl oder übermässiges Lecken am After.

Wann solltest du zum Tierarzt?

Geh zum Tierarzt, wenn dein Hund länger als zwei Tage nicht kotet, Blut im Stuhl hat oder offensichtlich Schmerzen beim Kotabsatz zeigt. Auch bei sichtbaren Schwellungen oder Vorwölbungen am After ist eine Untersuchung nötig.

Rektale Untersuchungen gehören für Tierärzte zur Routine. Dein Hund wird das kurze Unbehagen überstehen – und du weisst danach, woran du bist.