Wiki · Haltung & Alltag

Autokrankheit

2 Min Lesezeit
Autokrankheit
Definition

Autokrankheit ist eine Störung des Gleichgewichtssinns, die bei Hunden während Autofahrten Übelkeit, übermäßiges Sabbern und Erbrechen auslöst.

Inhalt
  1. Was sind die ersten Anzeichen für Autokrankheit beim Hund?
  2. Warum wird manchen Hunden beim Autofahren übel?
  3. Wie gewöhnst du deinen Hund ans Autofahren?
  4. Was hilft sofort gegen die Übelkeit?

Was sind die ersten Anzeichen für Autokrankheit beim Hund?

Du merkst es meist schon beim Einsteigen: Der Hund speichelt übermäßig, hechelt nervös oder versucht zurück zur Haustür. Während der Fahrt verschlimmern sich die Symptome durch die Bewegung des Autos.

Ein Labrador-Welpe zeigt etwa schon nach 500 Metern erste Anzeichen – Zittern, dann Erbrechen. Ein erwachsener Beagle dagegen schafft 20 Minuten Autobahn, bevor ihm schlecht wird.

  • Starkes Sabbern (oft schon vor Fahrtbeginn)
  • Unruhiges Wandern in der Transportbox
  • Hecheln bei normaler Temperatur
  • Würgen oder Erbrechen

Warum wird manchen Hunden beim Autofahren übel?

Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr registriert die Fahrbewegungen, während die Augen eine statische Umgebung sehen. Dieser Widerspruch löst Übelkeit aus – genauso wie bei Menschen auf einem Schiff.

Bei Welpen unter sechs Monaten ist das Gleichgewichtssystem noch nicht vollständig entwickelt. Deswegen sind drei von vier jungen Hunden betroffen, während es bei erwachsenen Tieren nur noch jeder achte ist.

Stress verschärft das Problem. Ein Hund, der Autofahrten mit Tierarztbesuchen verbindet, entwickelt zusätzlich Angst-Symptome.

Wie gewöhnst du deinen Hund ans Autofahren?

Der Hund muss lernen, dass Autofahrten normal sind. Das geht über schrittweise Gewöhnung in drei Wochen.

Woche 1: Fünf Minuten täglich ins stehende Auto setzen, Motor läuft. Leckerlis geben, dann wieder raus. Kein Fahren.

Woche 2: Erste Fahrten: 200 Meter zum Bäcker und zurück. Jeden Tag die Strecke um 300-500 Meter verlängern.

Woche 3: 15-20 Minuten Fahrten zu positiven Zielen – Park, Hundewiese, See. Niemals nur zum Tierarzt fahren.

Was hilft sofort gegen die Übelkeit?

Drei Stunden vor Abfahrt das letzte Mal füttern. Ein voller Magen verschlimmert die Symptome deutlich.

Fenster einen Spaltbreit öffnen oder Lüftung auf niedrigste Stufe. Frischluft reduziert die Übelkeit um etwa die Hälfte – das zeigen unsere Erfahrungen mit betroffenen Haltern.

Alle 45 Minuten eine Pause. Der Hund braucht festen Boden unter den Pfoten, um sein Gleichgewicht zu stabilisieren.

Bei hartnäckigen Fällen verschreibt der Tierarzt Reisetabletten mit dem Wirkstoff Maropitant. Die wirken etwa vier Stunden und haben kaum Nebenwirkungen.