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Andrologie

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Andrologie
Definition

Andrologie ist der Teilbereich der Tiermedizin, der sich mit der männlichen Fortpflanzungsmedizin befasst.

Inhalt
  1. Wann braucht ein Rüde eine andrologische Untersuchung?
  2. Welche Erkrankungen behandelt die Andrologie?
  3. Wie läuft eine andrologische Untersuchung ab?
  4. Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
  5. Was können Hundehalter vorbeugend tun?

Andrologie ist der Teilbereich der Tiermedizin, der sich mit der männlichen Fortpflanzungsmedizin befasst.

Bei Hunden umfasst diese Fachrichtung die Diagnose und Behandlung von Erkrankungen an Hoden, Penis, Prostata und Samenwegen. Das betrifft nicht nur Zuchtrüden – auch Familienhunde können von andrologischen Problemen betroffen sein, die ihre Lebensqualität beeinträchtigen.

Wann braucht ein Rüde eine andrologische Untersuchung?

Eine andrologische Untersuchung wird nötig, wenn der Rüde Anzeichen von Fortpflanzungsproblemen zeigt. Dazu gehören Schwellungen im Hodenbereich, eitriger Ausfluss aus dem Penis, Probleme beim Wasserlassen oder Verhaltensauffälligkeiten.

Zuchtrüden werden routinemäßig untersucht, um ihre Zeugungsfähigkeit zu bewerten. Bei älteren Rüden ab sieben Jahren empfehlen Tierärzte oft eine Prostata-Kontrolle, da Probleme mit zunehmendem Alter häufiger werden.

Welche Erkrankungen behandelt die Andrologie?

Die häufigsten andrologischen Probleme bei Rüden sind Hodenhochstand (Kryptorchismus), Hodenentzündungen und Prostatavergrößerungen.

Kryptorchismus betrifft etwa 13% aller Rüden. Dabei verbleibt mindestens ein Hoden im Bauchraum statt in den Hodensack zu wandern. Das erhöht das Risiko für Hodenkrebs um das Zehnfache.

Prostataprobleme entwickeln 80% aller unkastrierten Rüden über acht Jahre. Die Prostata vergrößert sich und kann Druck auf den Darm ausüben, was zu Verstopfung führt.

Vorhautentzündungen sind besonders bei jungen Rüden häufig und äußern sich durch gelb-grünen Ausfluss und häufiges Lecken.

Wie läuft eine andrologische Untersuchung ab?

Die Untersuchung beginnt mit dem Abtasten von Hoden und Prostata. Der Tierarzt prüft Größe, Form und Konsistenz der Organe.

Bei Zuchtrüden folgt oft ein Spermiogramm. Dabei wird eine Samenprobe unter dem Mikroskop auf Anzahl, Beweglichkeit und Form der Spermien untersucht. Die Probe wird durch manuelle Stimulation oder elektrische Ejakulation gewonnen.

Eine Ultraschalluntersuchung der Prostata zeigt Veränderungen wie Zysten oder Tumore. Diese Untersuchung ist schmerzfrei und dauert etwa zehn Minuten.

Blutuntersuchungen messen den Hormonspiegel, besonders Testosteron. Zu niedrige Werte können Unfruchtbarkeit erklären.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Behandlung richtet sich nach der Diagnose. Entzündungen werden meist mit Antibiotika behandelt, die zwei bis drei Wochen gegeben werden.

Bei Hodenhochstand empfehlen Tierärzte die Kastration, da das Krebsrisiko zu hoch ist. Der Eingriff verhindert auch die Vererbung dieser Fehlbildung.

Prostatavergrößerungen sprechen gut auf Kastration an. Die Prostata schrumpft innerhalb von acht Wochen auf normale Größe. Alternativ können Hormonpräparate die Prostata vorübergehend verkleinern.

Vorhautentzündungen heilen oft mit täglichen Spülungen mit lauwarmem Wasser. Nur bei hartnäckigen Fällen sind Antibiotika nötig.

Was können Hundehalter vorbeugend tun?

Regelmäßige Kontrollen helfen, Probleme früh zu erkennen. Du solltest monatlich die Hoden deines Rüden abtasten – sie müssen gleich groß und beweglich sein.

Achte auf Anzeichen wie veränderten Ausfluss, Schwellungen oder Schmerzen beim Berühren. Bei älteren Rüden sind jährliche Prostata-Kontrollen beim Tierarzt sinnvoll.

Die Entscheidung zur Kastration sollte individuell getroffen werden. Sie verhindert viele andrologische Probleme, hat aber auch Auswirkungen auf Verhalten und Stoffwechsel.