Vom Matterhorn bis zum Aletschgletscher: Die besten Wanderrouten für Mensch und Hund im Wallis
Konkrete Wanderrouten im Wallis mit Wegzeiten, Schwierigkeitsgraden und praktischen Infos zu Leinenpflicht und Hundetransport.
Inhalt
Du stehst am Bahnhof Brig, dein Hund schnuppert die Bergluft – und vor euch liegt das Wallis mit seinen endlosen Wanderwegen. Aber welche Routen sind wirklich hundetauglich? Wo gilt Leinenpflicht, wo darf dein Vierbeiner frei laufen?
Welche Wanderungen im Wallis sind für Hunde geeignet?
Das Wallis bietet über 8000 Kilometer markierte Wanderwege. Nicht alle davon lassen sich mit Hund begehen. Seilbahnen haben oft Transportbeschränkungen, und viele alpine Routen führen über Geröllfelder, die Hundepfoten verletzen können.
Die besten Hunderouten liegen zwischen 800 und 2000 Metern Höhe. Das Gelände ist dort meist wanderfreundlich, Wasserstellen sind häufig und die Temperaturen bleiben moderat.
Welche konkreten Routen haben sich bewährt?
Rhone-Uferweg Brig-Visp (leicht)
12 Kilometer, 2,5 Stunden reine Gehzeit, praktisch eben. Der Weg folgt dem Rhone-Damm zwischen Brig und Visp. Dein Hund kann an mehreren Stellen ins Wasser. Leinenpflicht besteht nur beim Durchqueren von Siedlungen.
Start: Bahnhof Brig. Das Parkieren am Bahnhof ist kostenpflichtig. Der Weg ist asphaltiert und auch bei Regen begehbar.
Aletsch-Panoramaweg (mittel)
7 Kilometer, 2 Stunden, 300 Höhenmeter Abstieg. Von Bettmeralp zur Fiescheralp. Spektakulärer Gletscherblick ohne technische Schwierigkeiten.
Die Anreise erfolgt ausschliesslich per Seilbahn – Hunde fahren gegen Aufpreis mit. Wichtig: Bei der Rückreise die Betriebszeiten beachten. Die letzte Talfahrt geht meist um 17:00 Uhr.
Gornergrat-Rundweg Zermatt (mittel)
4 Kilometer, 1,5 Stunden, 150 Höhenmeter auf und ab. Vom Gornergrat-Bahnhof zum Riffelberg. Klassischer Matterhorn-Blick – machbar statt spektakulär gefährlich.
Die Zahnradbahn transportiert Hunde in speziellen Abteilen. Kosten: etwa 35 Franken pro Hund retour. Oben kann es auch im Sommer schneien – eine Hundejacke gehört ins Gepäck.
Lötschental-Grundweg (leicht bis mittel)
8 Kilometer, 2,5 Stunden, minimaler Höhenunterschied. Von Kippel nach Fafleralp durch das gesamte Tal.
Einer der hundefreundlichsten Wege im Wallis. An mehreren Bachquerungen kann dein Hund trinken. Der Rücktransport per Postauto ist möglich – Hunde sind erlaubt.
Was sind die Leinenpflicht-Regeln im Wallis?
Die Schweiz kennt keine einheitliche Leinenpflicht. Im Wallis gilt Leinenzwang in Siedlungen, in Naturschutzgebieten und während der Brunftzeit (September bis Dezember) oberhalb der Waldgrenze.
In Zermatt besteht ganzjährige Leinenpflicht – zum Schutz der Touristen und der vielen Murmeltiere, die dort ungewöhnlich zutraulich sind.
Praktischer Tipp: Eine 10-Meter-Schleppleine gibt deinem Hund Freiheit und dir Kontrolle, sobald Wanderer oder Wildtiere auftauchen.
Welche Ausrüstung benötigt mein Hund?
Hundeschuhe sind überbewertet – ausser bei Gletscherwanderungen auf Eis oder scharfem Geröll. Die meisten Hunde kommen mit ihren natürlichen Pfoten besser zurecht als mit Schuhen.
Eine kollapsible Wasserschale und mindestens 1 Liter Wasser pro Hund sind bei Touren über 2 Stunden unverzichtbar. Bergbäche stehen nicht überall zur Verfügung.
Eine Hunde-Erste-Hilfe-Ausrüstung sollte Pfotenschutz-Spray, elastische Binden und ein kleines Desinfektionsmittel enthalten. Verletzungen an scharfen Steinen kommen vor.
Wann ist die beste Zeit für Hundewanderungen?
Mai bis Oktober. Im Hochsommer (Juli/August) sind frühe Startzeiten Pflicht – ab 11:00 Uhr wird es selbst auf 2000 Metern für die meisten Hunde zu heiss.
Der Spätsommer (September) ist optimal. Die Temperaturen sind mild, die Wanderwege noch schneefrei und die Touristenströme ebben ab.
Winterwanderungen sind möglich, aber nur auf geräumten Wegen. Viele Bergbahnen stellen zwischen November und April den Betrieb ein.
Wie erkenne ich Überforderung bei meinem Hund?
Starkes Hecheln mit heraushängender Zunge ist normal. Bedenklich wird es, wenn dein Hund taumelt, übermässig speichelt oder sich hinlegt und nicht mehr aufstehen will.
Ältere Hunde und brachyzephale Rassen (Möpse, Bulldoggen) haben in der dünnen Bergluft häufiger Probleme. Bei ersten Anzeichen von Atemnot sofort umkehren.
Als Faustregel gilt: Schafft dein Hund im Alltag 1-Stunden-Spaziergänge, sind 2-Stunden-Bergwanderungen sein Maximum.
Ist mein Hund fit genug für Bergwanderungen?
Ja, wenn er 5 Kilometer am Stück ohne Pausen laufen kann. Teste das vorher im Flachland.
Darf mein Hund aus Bergbächen trinken?
Grundsätzlich ja, aber nicht aus Gewässern in Weidezonen wegen möglicher Parasiten. Saubere Gebirgsbäche oberhalb 1500 Meter sind meist unbedenklich.
Was kostet Hundetransport in Walliser Bergbahnen?
Meist 50–80 % des Erwachsenentarifs. Kleine Hunde in Transportboxen fahren oft kostenlos. Grosse Hunde benötigen eigene Tickets.
Gibt es hundefreundliche Hütten im Wallis?
Ja, aber reserviere vorher und frag explizit nach. Viele SAC-Hütten erlauben Hunde gegen Aufpreis (10–20 Franken pro Nacht).
Was mache ich bei einem Hunde-Notfall am Berg?
Rega-App installieren (kostenlos). Im Notfall 1414 wählen. Die Bergrettung holt auch verletzte Hunde per Helikopter – das kostet allerdings mehrere tausend Franken.