Pfotenparadies Niederösterreich: Ein Reiseführer für Hunde und ihre Halter
Niederösterreich bietet hundefreundliche Seen mit ausgewiesenen Badestellen, leinenfreie Wanderwege auf dem Raxplateau und günstige Unterkünfte ab 15 Euro pro Hund/Nacht.
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Niederösterreich hat für Hundehalter mehr zu bieten als man zunächst vermuten würde: Seen mit eigens ausgewiesenen Hundestränden, hochalpine Wanderwege ohne Leinenzwang und Unterkünfte für jeden Geldbeutel. Wer weiss, wo er suchen muss.
Hundefreundliche Seen in Niederösterreich
Drei Seen lohnen den Umweg – der Lunzer See, der Neufelder See und der Stausee Ottenstein. Aber Achtung: Jeder hat seine eigenen Spielregeln, und nicht überall darf der Hund einfach ins Wasser springen.
Lunzer See: Als einziger natürlicher See Niederösterreichs zieht er im Sommer Scharen von Badegästen an. Hunde sind auf die Ostseite beschränkt, wo eine kleine Bucht zum Schwimmen einlädt. Die Wassertemperatur klettert im Hochsommer auf maximal 22 Grad – für viele Hunde eine willkommene Abkühlung.
Neufelder See: Im Nordosten gibt es einen offiziell ausgewiesenen Hundestrand. Der Eintritt schlägt mit 3 Euro pro Hund zu Buche; dafür stehen Kotbeutel-Spender und eine eingezäunte Liegewiese bereit, auf der die Vierbeiner ohne Leine laufen dürfen.
Stausee Ottenstein: Die fjordähnlichen Buchten sind ein echter Geheimtipp. An der Südseite findet man versteckte Einstiege zum Schwimmen. Die Strömung kann hier allerdings tückisch sein – den Hund bitte nie unbeaufsichtigt ins Wasser lassen.
Leinenfreie Wandergebiete
Fünf Wandergebiete bieten deutlich mehr Freiheit, als man es von den üblichen Leinenwegen im Ortsgebiet kennt.
Welterbesteig Wachau: Abseits der viel begangenen Hauptetappen schlängeln sich Nebenwege durch die Weinberge. Leinenpflicht gilt dort nur während der Erntezeit im September und Oktober. Die Etappe von Spitz nach Weissenkirchen ist 12 Kilometer lang, führt über Weinterrassen und hat alle 2 bis 3 Kilometer schattenspendende Hütten zum Rasten.
Ötschergräben: Der 8-Kilometer-Rundweg ist komplett leinenfrei – aber er hat es in sich. Stellenweise sind die Schluchtwege kaum einen Meter breit; der Hund sollte wirklich zuverlässig auf Rückruf hören. Beste Reisezeit ist Mai bis September, weil die Holzstege in den Wintermonaten gesperrt werden.
Raxplateau: Ab der Bergstation der Raxseilbahn – die Fahrt kostet für Hunde 15 Euro – wartet ein rund 15 Quadratkilometer grosses Plateau ohne Leinenzwang. Der Weg zum Otto-Schutzhaus dauert gut 2,5 Stunden; unterwegs gibt es drei Trinkwasserstellen für Hunde.
Schneeberg: Beim klassischen Aufstieg von Puchberg am Schneeberg entfällt die Leinenpflicht, sobald man die Baumgrenze bei 1.500 Metern hinter sich gelassen hat. Die letzten 500 Höhenmeter zum Gipfel sind steinig – es lohnt sich, die Pfoten vorher auf Verletzungen zu kontrollieren.
Dürrenstein Rundwanderweg: Die 15-Kilometer-Tour führt durch wirklich unberührtes Gebiet. Leinenpflicht gilt nur bei Begegnungen mit Weidevieh, was aber selten vorkommt. Begehbar ist der Weg zwischen Juni und Oktober.
Kosten für einen Urlaub mit Hund
Was ein Hundebesitzer einplanen muss, hängt stark vom eigenen Anspruch und der Saison ab. Hier ein realistischer Überblick:
Unterkünfte: Hotels verlangen meist 15 bis 25 Euro pro Nacht für den Hund, während Ferienwohnungen oft nur eine einmalige Reinigungsgebühr von 30 bis 50 Euro berechnen. Das Hotel Schwarz Alm in Zwettl nimmt 20 Euro pro Hund und Nacht – dafür gibt es Hundebett, Näpfe und einen Hundesitting-Service.
Transport: In den Regionalbahnen Niederösterreichs reist der Hund für die Hälfte des Kinderfahrpreises mit, in der Regel 2 bis 4 Euro pro Fahrt. Rax- und Schneeberg-Seilbahn berechnen jeweils 15 Euro für Hunde.
Eintrittspreise: Ausgewiesene Hundestrände kosten 2 bis 5 Euro Eintritt. Wanderwege sind grundsätzlich kostenlos; bei bewirtschafteten Hütten kann eine Liegegebühr von 1 bis 2 Euro anfallen, wenn der Hund auf der Terrasse liegt.
Beste Reisezeit für Hunde
Mai bis Juni sowie September bis Oktober sind klar die besten Monate. Im Hochsommer heizen sich die Felsen auf Schneeberg und Rax gefährlich auf: Ab 25 Grad Lufttemperatur können Felsplatten über 40 Grad erreichen – das merken Hundepfoten sofort.
Der Winter stellt andere Anforderungen: Viele Bergwege sind gesperrt, und Streusalz reizt die Pfotenballen erheblich. Wer es trotzdem ruhig mag, findet in den Wäldern des Waldviertels im Winter fast völlige Einsamkeit.
Die Nebensaison hat einen handfesten Vorteil: Unterkünfte sind günstiger und leichter zu buchen. Das Hotel Schlosspark Mauerbach etwa reduziert seine Hundegebühr von Oktober bis März von 25 auf 15 Euro pro Nacht.
Regeln und häufige Fehler
Drei Fehler passieren immer wieder – und können empfindlich teuer werden:
Leinenpflicht in Naturschutzgebieten: Im Nationalpark Donau-Auen gilt ganzjährige Leinenpflicht. Wer dagegen verstösst, zahlt 150 Euro. Dasselbe gilt für alle offiziell ausgewiesenen Vogelschutzgebiete entlang der Donau.
Kotentsorgung: In touristischen Gebieten wie der Wachau wird konsequent kontrolliert. Bussgelder fangen bei 50 Euro an. Die Spender vor Ort sind häufig leer – genug eigene Kotbeutel einpacken.
Wildtiere: Von April bis Juni ist Brutzeit. Scheucht der Hund Wild auf, drohen Strafen bis 500 Euro. Besonders heikel sind die frühen Morgenstunden zwischen 5 und 7 Uhr.
Hundetrainingsplätze in der Region
Der Hundesportplatz Tulln bietet Agility-Kurse und Freilaufmöglichkeiten auf 5.000 Quadratmetern eingezäunter Fläche. Das Tagesticket kostet 8 Euro.
Welche Restaurants erlauben Hunde?
Das Gasthaus Zur Linde in Dürnstein und das Restaurant Stift Melk haben Hundebereiche auf ihren Terrassen. Wassernäpfe stellen beide kostenlos bereit.
Tierärzte in Niederösterreich
Die Tierklinik Baden und die Kleintierpraxis St. Pölten sind rund um die Uhr erreichbar. Notfallnummer: +43 2252 44 755.
Hundeschwimmbäder in der Region
Das Hundebad Krems öffnet von Mai bis September jeden Samstag. Eintritt: 12 Euro pro Hund für zwei Stunden betreutes Schwimmen.
Was mache ich bei schlechtem Wetter?
Das Shoppingzentrum Fischapark Wiener Neustadt lässt kleine bis mittelgrosse Hunde rein. Auch eine Besichtigung des Stifts Melk ist mit angeleinten Hunden möglich.