Kanton Bern
Der Kanton Bern bietet Hundehaltern klare Regeln, hundefreundliche Wanderrouten von den Alpen bis zum Emmental und praktische Infrastruktur wie Auslaufgebiete und Notfall-Tierärzte.
Inhalt
Im Kanton Bern führen Hundewanderungen durch alpine Pfade in den Berner Alpen, sanfte Hügel im Emmental und die historische Aarestadt. Für alle Gebiete gelten klare kantonale Regeln, die von den Gemeinden konkretisiert werden.
Welche Leinenpflicht gilt im Kanton Bern?
Die Leinenpflicht ist kantonal geregelt und wird von den Gemeinden konkretisiert. Grundsätzlich besteht Leinenpflicht in bewohnten Gebieten, auf öffentlichen Plätzen und in Parks der Stadt Bern.
Im Wald dürfen Hunde frei laufen – mit einer Einschränkung: Vom 1. April bis 31. Juli gilt Leinenpflicht wegen der Setz- und Brutzeit. Verstösse kosten zwischen 100 und 200 Franken.
An den Seeufern von Thuner- und Brienzersee variieren die Regeln je nach Gemeinde. Thun erlaubt freilaufende Hunde an designierten Hundestränden; Interlaken verlangt ganzjährig die Leine in Seenähe.
Wo finde ich hundefreundliche Unterkünfte in Bern?
Hotels in der Stadt Bern nehmen Hunde meist gegen Aufpreis (15–25 CHF pro Nacht) auf. Das Hotel Bellevue Palace verlangt 30 CHF, bietet dafür Hundebett und Futternapf. Das ibis budget Bern Expo nimmt Hunde kostenlos auf.
Im Berner Oberland sind viele Ferienwohnungen hundefreundlich. Auf Booking.com sind über 200 hundefreundliche Unterkünfte zwischen Grindelwald und Gstaad gelistet. Berghotels verlangen oft den Nachweis einer Haftpflichtversicherung.
Camping ist mit Hund unkompliziert. Der TCS Camping Thunersee und Camping Lazy Rancho in Interlaken nehmen Hunde gegen kleinen Aufpreis auf.
Welche Wanderrouten eignen sich für Hunde?
Die meisten klassischen Berner Wanderwege sind für trainierte Hunde machbar. Den Konditionsstand des Hundes sollte man dabei realistisch einschätzen.
Einfache Touren (auch für untrainierte Hunde):
- Thunersee-Rundweg: 8 km, flach, mehrere Badestellen
- Emmental-Panoramaweg bei Langnau: 6 km, sanfte Hügel
- Aare-Uferweg Bern-Muri: 4 km, asphaltiert, Schatten
Anspruchsvollere Bergtouren:
- Oeschinen-See ab Kandersteg: 3 km Aufstieg, steiniger Weg, Bergerfahrung nötig
- First-Wanderung ab Grindelwald: 5 km, moderate Steigung
Vorsicht bei Bergbahnen: Nicht alle nehmen Hunde mit. Die Jungfraubahn ist für Hunde gesperrt, die First-Bahn in Grindelwald erlaubt sie gegen Kinderpreis (ca. 15 CHF).
Was kostet ein Hund im Kanton Bern?
Die Hundesteuer variiert stark zwischen den Gemeinden. In der Stadt Bern beträgt sie 120 CHF pro Jahr für den ersten Hund, jeder weitere kostet 200 CHF. Kleinere Gemeinden verlangen oft nur 50–80 CHF.
Hinzu kommt die obligatorische Haftpflichtversicherung. Je nach Anbieter und Rasse liegt sie zwischen 80 und 300 CHF jährlich. Listenhunde (American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier) sind schwerer versicherbar und teurer.
Der Sachkundenachweis (SKN) ist für Halter, die zum ersten Mal einen Hund halten, Pflicht und kostet etwa 350 CHF für den Theoriekurs plus 200 CHF für den praktischen Teil.
Welche Hunderassen stehen in Bern auf der Liste?
Bern führt keine Rasseliste mit verbotenen Hunden. Allerdings gelten verschärfte Auflagen für bestimmte Rassen: American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, American Pit Bull Terrier und deren Mischlinge.
Für diese Hunde ist zusätzlich zum SKN ein Wesenstest und eine erhöhte Haftpflichtdeckung von mindestens 1 Million CHF erforderlich. Die Stadt Bern kann ausserdem einen Maulkorbzwang anordnen.
Gibt es Hundeauslaufgebiete in der Stadt Bern?
Ja, Bern hat drei offizielle Hundeauslaufgebiete, wo Hunde auch ausserhalb der Waldzeiten frei laufen dürfen:
- Weyermannshaus: Grosses eingezäuntes Gelände mit Agility-Geräten
- Elfenau: Wiese am Aareufer, nicht eingezäunt
- Bremgartenwald: Abgegrenztes Waldstück, ganzjährig ohne Leine erlaubt
Alle drei haben Wasserzugang und Kotbeutelspender. Die Nutzung ist kostenlos, Öffnungszeiten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang.
Kann mein Hund im Thunersee schwimmen?
Der Thunersee hat drei offizielle Hundebadestrände: beim Strandbad Spiez, am Bönigenwaldstrand und beim Camping Gwatt. Dort ist Baden das ganze Jahr erlaubt.
Im Hochsommer kann der See Blaualgen entwickeln, die für Hunde giftig sind. Die Behörden warnen dann über lokale Medien.
Welche Tierärzte gibt es in Bern?
Notfall-Tierarzt: Tierklinik Bern-Zentrum (031 301 03 03) hat 24h-Bereitschaft. Für Wandernotfälle ist die Bergpraxis Dr. Zimmermann in Interlaken (033 822 23 23) auf Bergunfälle mit Hunden spezialisiert.
Reguläre Praxen: Tierklinik Bümpliz, Kleintierpraxis Marzili und Tierarztpraxis Länggasse haben alle mehrsprachige Tierärzte (Deutsch/Französisch/Englisch).
Was mache ich, wenn mein Hund in den Bergen verletzt wird?
Bei schweren Verletzungen: Rettungsflugwacht unter 1414 anrufen. Sie transportieren auch Hunde ins Tal; die Kosten trägt meist die Hundeversicherung.
Bei leichten Verletzungen empfiehlt sich ein Erste-Hilfe-Set mit Verband, Desinfektionsmittel und Schmerzmittel (nur nach Absprache mit dem Tierarzt). Blasenpflaster für die Pfoten sind bei längeren Bergtouren sinnvoll.
Benötigt mein Hund eine spezielle Ausrüstung für Bern?
Für Bergwanderungen empfehlen sich Pfotenschutz gegen scharfe Steine, eine reflektierende Weste bei Nebel und ausreichend Wasser (1 Liter pro 20 kg Hundegewicht bei einer 4-stündigen Tour).
Beim Stadtaufenthalt sind Kotbeutel Pflicht; ein GPS-Tracker ist wegen der vielen Touristen empfehlenswert. Eine Swiss-QR-Code-Marke mit Kontaktdaten hilft bei Verlust.