Faktenübersicht: Cherry Eye bei Hunden
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Das sogenannte Cherry Eye – auch Nickhautdrüsen-Vorfall genannt – gehört zu den Augenkrankheiten, die Hundebesitzer regelmässig schrecken. Die Nickhautdrüse entzündet sich, schwillt an und schiebt sich als roter Knubbel über den Lidrand nach aussen. Der Name sagt eigentlich schon alles.
Wie entsteht ein Cherry Eye beim Hund?
Wenn Tierhalter zum ersten Mal diesen rötlichen Knubbel im Augenwinkel ihres Hundes entdecken, ist die Verwirrung gross – und das Schrecken auch. Was da sichtbar wird, ist die entzündete und aus ihrer normalen Lage gerutschte Nickhautdrüse. Optisch erinnert das Ganze an einen Pickel oder eine kleine Beule im Auge, weshalb der Begriff „Cherry Eye“ – also Kirschauge – so treffend ist.
Warum das genau passiert, ist wissenschaftlich bis heute nicht vollständig geklärt. Auffällig ist allerdings, dass bestimmte Rassen deutlich häufiger betroffen sind – vor allem solche, die ohnehin schon unter Brachyzephalie (Kurzköpfigkeit) leiden. Englische Bulldoggen, Möpse, Cocker Spaniel: Sie tauchen in den Praxen von Tierärzten überproportional häufig mit diesem Problem auf. Ausserdem zeigt sich das Cherry Eye besonders häufig bei jungen Hunden unter zwei Jahren.
Wann genau sich die Entzündung im Verborgenen anbahnt, lässt sich kaum sagen – das Cherry Eye bleibt bis zum sichtbaren Hervortreten meist vollständig unbemerkt.
Ist ein Cherry Eye ansteckend?
Die gute Nachricht zuerst: Das klassische Cherry Eye selbst ist nicht ansteckend. Aber – und das ist wichtig – die begleitende Entzündung kann bakteriellen Infektionen Tür und Tor öffnen. Solche Bakterien können durchaus auf andere Tiere oder sogar auf Menschen übertragen werden. Deshalb gilt als einfache Faustregel: Den Hund bitte nicht im Bereich der Augen berühren, solange das Cherry Eye unbehandelt ist.
Woran erkennt man ein Cherry Eye?
Die Nickhautdrüse sitzt normalerweise versteckt an der Innenseite des dritten, des sogenannten inneren Augenlids. Entzündet sie sich, vergrössert sie sich, schiebt sich über den Lidrand – und wird als geröteter Knubbel sichtbar. Sobald die geschwollene Drüse erst einmal hervorgetreten ist, bleiben weitere Symptome meist nicht lange aus: Symptome hinzu.
- Starkes Augentränen oder sehr trockene Augen
- Hinzukommende Bindehautentzündung, insgesamt gerötete Augen
- Häufiges, angestrengtes Blinzeln
- Hund kratzt sich am Auge
Diagnose und Behandlung beim Hund
Stellt der Tierarzt ein Cherry Eye fest, setzt er in der Regel eine Ophthalmoskopie ein – die sogenannte Augenhintergrundspiegelung. Mit einer Spezialkamera entstehen dabei genaue Aufnahmen des Hundeauges. Eine Vollnarkose braucht es dafür nicht; typischerweise reichen pupillenerweiternde Augentropfen, damit der Arzt klare Bilder bekommt. Gleichzeitig prüft er, ob hinter dem Cherry Eye noch weitere Erkrankungen stecken könnten.
Reine Medikamente reichen hier leider nicht aus. Die verlagerte Drüse lässt sich nicht per Tropfen oder Salbe zurückbringen – dazu braucht es einen operativen Eingriff. Der Chirurg setzt kleine Schnitte an der betroffenen Stelle, legt die Drüse zurück in ihre ursprüngliche Position und näht das Gewebe wieder zusammen. Da es sich um die empfindliche Augenpartie handelt, kommen meistens selbstauflösende Fäden zum Einsatz – das Ziehen der Nähte entfällt damit.
Nach dem Eingriff verschreiben Tierärzte in aller Regel antibiotische Augensalben. Und damit der Hund nicht mit der Pfote in die frisch operierte Stelle greift, ist eine Halskrause in den meisten Fällen schlicht unumgänglich.