Die schwierige Phase des Erwachsenwerdens: Hund in der Pubertät
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Ja, auch Hunde kommen in die Pubertät – und wer das zum ersten Mal erlebt, ist oft ziemlich überrumpelt. Der bislang so brave Welpe testet plötzlich aus, was geht. Regeln, die gestern noch selbstverständlich waren, interessieren ihn heute herzlich wenig.
Wann beginnt die Pubertät bei Hunden?
Das hängt stark von der Rasse ab. Als grobe Faustregel gilt: Ab dem 6. Lebensmonat geht es los – häufig fällt das zeitlich mit dem Zahnwechsel zusammen. Bei manchen Hunden kündigt es sich aber schon früher an, bei anderen später.
Was sind die Anzeichen der Pubertät?
Wer Teenager kennt, erkennt einiges wieder. Der Hund nimmt die Welt plötzlich mit anderen Augen wahr. Statt sich brav an Vorgaben zu halten, fängt er an, eigene Erkundungstouren zu starten – und entwickelt dabei so etwas wie eine eigene Meinung darüber, was er tun will und was nicht.
Viele Hunde wirken in dieser Phase deutlich selbstbewusster. Und das merkt man vor allem daran, dass das Gehorchen auf Zuruf plötzlich nicht mehr so reibungslos klappt wie noch vor ein paar Wochen.
Wie lange dauert die Pubertät bei Hunden?
Auch hier gibt es keine pauschale Antwort – weder für Rassen noch für individuelle Hunde. Frühreife und Spätentwickler gibt es unter Hunden genauso wie unter Menschen.
Bei kleinen Rassen ist die Pubertät oft nach rund sechs Monaten durch. Grosse Rassen hingegen können gut anderthalb Jahre brauchen, bis sich die Gemüter wieder beruhigen.
Verhaltensveränderungen beim pubertierenden Hund
Manche Veränderungen kommen aus dem Nichts und sind wirklich verblüffend. Die häufigsten Auffälligkeiten, die Halter berichten:
- Angstphasen: Plötzlich hat der Hund wieder Angst vor dem Alleinsein oder vor Situationen, an die er sich längst gewöhnt hatte. Hintergrund ist eine erhöhte Stressanfälligkeit, die in dieser Entwicklungsphase ganz typisch ist.
- Aufmerksamkeit? Fehlanzeige: Der Hund scheint den Halter kaum noch wahrzunehmen – nicht aus Böswilligkeit, sondern weil gerade tausend andere Dinge interessanter wirken.
- Kommandos wie weggepustet: Selbst ein gut trainierter Hund reagiert in dieser Phase oft nicht mehr zuverlässig auf Sitz, Platz, Bleib oder Fuss. Das ist frustrierend – aber normal.
- Weglaufen beim Gassi: Viele pubertierende Hunde entfernen sich beim Spaziergang deutlich weiter vom Halter als sonst. In Kombination mit dem Ignorieren von Kommandos wird das schnell ungemütlich.
Wie helfe ich meinem Hund in der Pubertät?
Kurze Antwort: Geduld, Konsequenz und nochmal Geduld. Das frühere Training ist nicht verloren – der Hund hat es nicht vergessen. Er verdrängt es vorübergehend, weil sein Gehirn und seine Sinne gerade mit so vielen neuen Reizen beschäftigt sind, dass kaum Kapazität für Gehorsam übrig bleibt.
Was hilft:
- Schlepp- oder Langlaufleine: So bleibt der Hund beim Spaziergang in der Nähe, auch wenn er gerade auf Kommandos pfeift.
- Regelmässiges Wiederholen von Bekanntem – Grundkommandos nicht einfach sein lassen, sondern geduldig immer wieder üben.
- Positive Verstärkung konsequent einsetzen: Jedes erwünschte Verhalten grosszügig belohnen.
- Den Moment lesen: Ist dein Hund gerade total aufgedreht oder abgelenkt, bring ihn nicht in Situationen, die ihn überfordern. Das heisst aber nicht, dass du die Erziehung komplett auf Eis legst – nur klug dosieren.
- Ruhe ausstrahlen: Wer verständnisvoll und trotzdem konsequent bleibt, gibt dem Hund das, was er jetzt am dringendsten braucht: einen verlässlichen Anker.
- Sicherheit aufbauen: Viele Hunde sind in der Pubertät besonders stressanfällig. Falls das Alleinsein auf einmal wieder zum Problem wird, obwohl es schon längst geklappt hat – Schritt für Schritt neu aufbauen, mit frischen Übungen und viel Geduld.