District de Porrentruy
Karte: Wikipedia Commons, Tschubby, CC BY-SA 3.0. Quelle: commons.wikimedia.org Hund im District de Porrentruy: Was wirklich gilt
Der Bezirk Porrentruy liegt im nordwestlichsten Zipfel des Kantons Jura, direkt an der Grenze zu Frankreich. Der Doubs formt hier eine natürliche Grenzlinie und schneidet Schluchten in das Gelände, während die Ebene der Ajoie sich flach und weitläufig in die andere Richtung zieht. Zwei Landschaften in einem Bezirk: die offenen Getreidefelder und Obstgärten der Ajoie im Süden, die bewaldeten Kalkfelsen des Clos du Doubs im Norden. Mit rund 24.000 Einwohnern ist das einer der kleinen Bezirke der Schweiz, aber mit einer auffallend hohen Hundedichte.
Im Bezirk Porrentruy leben rund 2.774 registrierte Hunde, das entspricht einem Hund auf 8,8 Einwohner. Die Region ist also ausgesprochen hundegeprägt. Was das rechtlich bedeutet, ist weniger eindeutig, als man denkt: Der Kanton Jura setzt einen vergleichsweise schlanken Rahmen, die Gemeinden füllen ihn unterschiedlich stark aus, und in Porrentruy läuft gerade eine politische Debatte darüber, wer eigentlich entscheiden darf, wo Hunde gehen und wo nicht.
Leinenpflicht im District de Porrentruy: Was kommunal gilt
Das kantonale Hundegesetz des Kantons Jura sieht keine generelle Leinen-, Maulkorb- oder Kotaufnahmepflicht vor. Das klingt freizügig. Ist es aber nur auf den ersten Blick. Denn die Gemeinden können diese Beschränkungen jederzeit ändern und verschärfen. Wer im Bezirk unterwegs ist, kommt an der kommunalen Ebene nicht vorbei.
Stadt Porrentruy
Der Platz des Einkaufs ist schnell gefunden, das kommunale Hunderegelement in Porrentruy dagegen weniger. Die Stadt hat seit Frühjahr 2025 eine politische Kontroverse um Hundeverbotszonen ausgetragen. Ein kommunaler Erlass wollte die Anwesenheit von Hunden, auch angeleinten, auf der Place des Bennelats und der Promenade Marie-Madeleine Prongué verbieten. Der Stadtrat lehnte es jedoch ab, dem Gemeinderat die Kompetenz zu geben, Zonen auf dem Gemeindegebiet zu bezeichnen, in denen Hunde verboten sind. Stand März 2026 ist die Rechtslage für diese Orte damit noch im Fluss. Das bestehende Reglement enthält bereits Artikel zur Begrenzung von Beeinträchtigungen durch Hunde, darunter die Pflicht, sie an der Leine zu führen.
Für aktuelle kommunale Verbotszonen und allfällige neue Erlasse schaust du direkt auf die offizielle Webseite der Gemeinde Porrentruy. Die Beschilderung vor Ort ist bindend.
Wald: Kontrolle oder Leine
Im Wald gilt eine klare Regel: Hunde müssen im Wald unter der Kontrolle des Halters sein, andernfalls sind sie an der Leine zu führen (Art. 40 des kantonalen Jagdgesetzes). Das ist weniger streng als in vielen anderen Kantonen, aber es hat praktische Konsequenzen. Ein Hund, der auf Wild reagiert, ist per Definition nicht kontrollierbar. Die Missachtung der gesetzlichen Leinenpflicht gilt als strafrechtliche Übertretung und wird mit Bussen geahndet.
Besondere Vorsicht gilt von April bis Juli. In den Frühlingsmonaten schützen manche Kantone mit strikten Vorschriften das Jungwild vor freilaufenden Hunden. Im Kanton Jura solltest du deinen Hund in dieser Periode im Wald konsequent kontrollieren oder anleinen, das Rehkitz liegt im hohen Gras, du siehst es nicht, dein Hund riecht es längst.
Naturschutzgebiete im Bezirk
Rund 40 % des Bezirks sind bewaldet. Es gibt mehrere Naturschutzgebiete, darunter Abschnitte entlang des Doubs. Ob und welche Vorschriften dort für Hunde gelten, variiert. Beschilderungen vor Ort lesen. Für Fragen zu kantonalen Schutzgebieten wendet man sich an das kantonale Amt für Umwelt (République et Canton du Jura, Service de l’environnement).
Listenhunde im District de Porrentruy
Der Kanton Jura hat keine Liste mit bewilligungspflichtigen Hunden. Das Hundegesetz von 2008 wurde vom Parlament abgelehnt. Es gibt damit im Kanton Jura keine Rasseliste im Sinne einer Haltebewilligung oder eines Haltungsverbots für bestimmte Rassen.
Was es dennoch gibt: In allen Schweizer Kantonen gilt eine generelle Maulkorbpflicht für bissige Hunde und für solche, bei denen eine Maulkorbpflicht behördlich angeordnet wurde. Wer einen Hund hält, der bereits aufgefallen ist, kann von der Kantonstierärztlichen Behörde (SCAV) mit Auflagen belegt werden. Das kantonale Veterinäramt kann im Einzelfall Leinenpflicht oder Maulkorbpflicht anordnen.
Für Halter von Hunden, die in einem anderen Kanton auf einer Rasseliste stehen: Wenn das Halten eures Hundes im Wohnkanton bewilligt ist und ihr alle Auflagen erfüllt, kann euch kein anderer Kanton die Einreise oder den Aufenthalt verbieten, auch wenn eure Hunderasse dort auf einer Verbotsliste stünde. Es gelten die Regelungen des Wohnkantons.
Hundesteuer und Anmeldung im District de Porrentruy
Die Hundesteuer liegt rechtlich bei den Gemeinden. Der Kanton Jura hat einen Rahmen zwischen 20 und 130 Franken festgelegt und behält sich davon 20 Franken für den kantonalen Anteil. Was die einzelne Gemeinde dann tatsächlich verlangt, ist ihr eigene Entscheidung.
Die Hundesteuern im Bezirk Porrentruy sind vergleichsweise niedrig. Sie betragen im Schnitt rund 53 Franken 80, deutlich unter dem kantonalen Maximum von 130 Franken. Die Stadt Porrentruy liegt mit 100 Franken am oberen Ende im Bezirk, kleinere Gemeinden verlangen 30 bis 70 Franken. Diese Zahlen stammen aus dem Jahr 2020 und können sich geändert haben. Den aktuellen Betrag erfährst du direkt bei der Gemeindeverwaltung.
Du meldest deinen Hund innerhalb von 14 Tagen nach dem Erwerb oder Zuzug bei der zuständigen Gemeindeverwaltung an. Jeder Hundehalter ist zur Anmeldung und zur Zahlung der Hundesteuer verpflichtet. Die Steuer liegt in der Zuständigkeit der Gemeinden. Adresse für Porrentruy: porrentruy.ch, Chien anmelden.
Die besten Routen im District de Porrentruy, mit korrekter Rechtslage
Clos du Doubs: Kalkklippen und Flussbiegungen
Im Norden des Bezirks fängt der Doubs das Licht von zwei Seiten. Der Fluss zieht sich in engen Bögen durch bewaldete Hänge, die Felsen stehen senkrecht aus dem Wasser. Im Oktober liegt Nebel in den Senken, die Buchen leuchten kupferfarben. Das ist der Clos du Doubs.
Die beliebteste Route ist die Saint-Ursanne–Montenol-Rundtour, eine 12,4 km lange Strecke, die rund 3 Stunden 45 Minuten dauert und Blicke auf das mittelalterliche Städtchen Saint-Ursanne und die umliegenden Hügel bietet. Eine zweite, kürzere Option: die Rundtour um Saint-Ursanne (6 km), die Flussabschnitte mit historischer Stadtarchitektur verbindet.
Im Wald gilt: Hund unter Kontrolle oder an die Leine (Art. 40 Jagdgesetz Kanton Jura). Schilder vor Ort können Zusatzvorschriften enthalten. Aktuelle Routen und Wegbeschreibungen findest du bei SchweizMobil.
Ajoie: Flaches Land mit weitem Himmel
Wer die Ajoie kennt, geht nicht im August. Er geht im April, wenn die Getreidefelder noch hell sind und die Luft nach nassem Lehm riecht. Die Ajoie ist der «Obstgarten des Jura», eine offene Niederung, die sich der nationale Wanderweg Nr. 31 (Chemin du Jura) erschliesst und dabei durch kleine historische Städte wie Porrentruy und Saint-Ursanne führt.
Im offenen Landwirtschaftsland gibt es keine kantonale Leinenpflicht, solange der Hund unter Kontrolle bleibt. Auf Weiden mit Nutztieren gilt allerdings absolute Vorsicht. Weidetor-Regel: Hund anleinen, Tor schliessen. Im Zweifelsfall gilt das, was vor Ort ausgeschildert ist.
Pruntruter Burg und Stadtgebiet
Der Hügel über der Altstadt von Porrentruy trägt eine Burg aus dem 12. Jahrhundert. Von der Stadtseite steigst du durch Gassen hoch, der Sandstein riecht nach Regen. Die Porrentruy Castle Loop ist eine einfache 6-km-Rundtour mit historischem Kontext.
Im Stadtgebiet gilt das kommunale Polizeireglement. Hunde müssen im bewohnten Gebiet kontrolliert sein; in öffentlichen Gebäuden, Schulhöfen und Kinderspielplätzen gilt Leinenpflicht (Reglement zur Hundehaltung, Gemeinde Porrentruy). Welche Plätze aktuell für Hunde gesperrt sind, prüfst du vor dem Besuch auf der offiziellen Gemeindeseite oder anhand der Beschilderung vor Ort.
Étangs de Bonfol: Weiher im Grenzland
Im Westen des Bezirks, nahe der französischen Grenze, liegen die Weiher von Bonfol. Schilfgürtel, Enten, morgens Nebel über dem Wasser. Die Rundtour Étangs de Bonfol ist 4,2 km lang und eignet sich für Einsteiger. Der Weg führt durch Feld und Waldrand. Im Wald gilt wie überall im Kanton: Kontrolle oder Leine. In der Brutzeit von April bis Juli besonders beachten.
Was im District de Porrentruy anders ist als im Rest des Kantons
Der Bezirk Porrentruy ist kein Schweizer Durchschnitt. Die Ajoulots lieben ihre Hunde, das ist keine Impression, sondern ein statistischer Fakt. Die Hundedichte gehört zu den höchsten im Kanton, und die kommunale Steuerpolitik ist spürbar günstiger als etwa in der Kantonshauptstadt Delémont. Das schlägt sich auch politisch nieder: Die Diskussion um Hundverbotszonen in Porrentruy (Place des Bennelats, Promenade M.-M. Prongué) hat 2025 die Stadtpolitik beschäftigt. Der Stadtrat wollte Anfang 2026 dem Gemeinderat erweiterte Kompetenzen geben, neue Verbotszonen per Exekutivbeschluss einzurichten, das Stadtparlament lehnte das ab. Das Regelwerk ist also im Wandel.
Was den Bezirk von anderen Juragegenden unterscheidet: die Grenzlage zu Frankreich. Wer mit dem Hund auf der Schweizer Seite wandert und kurz das Terrain wechselt, befasst sich plötzlich mit französischem Recht. Die Regeln sind nicht dieselben. Auf Schweizer Boden gilt das Jurassische Kantons- und Gemeinderecht. Aktuelle Routen und Bedingungen für die gesamte Region Jura findest du beim Jura Tourismus (j3l.ch).
Häufig gestellte Fragen
Gibt es im District de Porrentruy eine generelle Leinenpflicht?
Nein, der Kanton Jura kennt keine allgemeine Leinenpflicht. Im Wald müssen Hunde aber unter der Kontrolle des Halters sein, sind sie es nicht, müssen sie an die Leine (Art. 40 kantonales Jagdgesetz). Einzelne Gemeinden können darüber hinaus Leinenpflicht für bestimmte Zonen vorschreiben. Vor Ort die Beschilderung beachten und das aktuelle kommunale Reglement prüfen.
Sind Hunde in der Altstadt von Porrentruy an der Leine zu führen?
Das bestehende kommunale Reglement sieht Leinenpflicht vor, wo sie ausgeschildert ist, sowie in öffentlichen Gebäuden, Schulhöfen und Kinderspielplätzen. Ob einzelne Plätze oder Promenaden aktuell für Hunde gesperrt sind, prüfst du auf der offiziellen Seite der Gemeinde Porrentruy. Die Situation ist politisch noch im Fluss (Stand: Frühjahr 2026).
Wie hoch ist die Hundesteuer in den Gemeinden des Bezirks?
Die Gemeinden erheben die Steuer selbst. Der kantonale Rahmen liegt zwischen 20 und 130 Franken pro Hund (zuzüglich 20 Franken kantonaler Anteil). Porrentruy veranschlagte zuletzt 100 Franken, kleinere Gemeinden teils deutlich weniger. Den aktuellen Betrag erfährst du bei der jeweiligen Gemeindeverwaltung.
Darf ich meinen Hund im Clos du Doubs frei laufen lassen?
Im Wald nur, wenn du deinen Hund jederzeit direkt abrufen kannst. Ist das nicht zuverlässig möglich, gilt Leinenpflicht. Von April bis Juli besonders aufpassen: Wildtiere setzen in dieser Zeit, ein Hund der Wild jagt ist strafbar. Naturschutzgebiete entlang des Doubs können eigene Beschilderungen haben, diese sind massgeblich.
Gibt es im Kanton Jura eine Rasseliste?
Nein. Der Kanton Jura kennt keine Rasseliste und keine Bewilligungspflicht für bestimmte Hunderassen. Das kantonale Hundegesetz von 2008 wurde vom Parlament abgelehnt. Behördliche Auflagen im Einzelfall (Maulkorb, Leine) bleiben möglich, wenn ein Hund durch aggressives Verhalten auffällt.
Quellen
- Gemeinde Porrentruy – Hund anmelden (porrentruy.ch)
- Gemeinde Porrentruy – Reglement zur Hundehaltung und Hundesteuer (PDF)
- Kanton Jura – Gesetz zur Hundesteuer (jura.ch)
- Tier im Recht – Kantonales Hunderecht Jura (tierimrecht.org)
- RFJ, Stadtrat Porrentruy, Abstimmung Hunderegelement März 2026
- SchweizMobil, Wanderrouten im Kanton Jura
Saisonale Hinweise
Beste Jahreszeit: Sommer