District de Delémont
Karte: Wikipedia Commons, Tschubby, CC BY-SA 3.0. Quelle: commons.wikimedia.org Hund im Bezirk Delémont: Was wirklich gilt
Der Bezirk Delémont liegt im Herzen des Kantons Jura. Die Landschaft ist von dichten Wäldern, markanten Tälern und Kalksteinformationen geprägt. Flüsse wie die Sorne und die Birs haben dramatische Schluchten gegraben; dazu gibt es stille Seen wie den Lac de Lucelle. Im Norden grenzt der Bezirk an Basel-Landschaft, im Westen stösst er an den Bezirk Porrentruy. Delémont selbst ist Kantonshauptstadt, und damit auch der verwaltungsrechtliche Dreh- und Angelpunkt für alle Hundehalter im Bezirk.
Was den Bezirk für Hundehalter besonders macht: Der Kanton Jura belegt schweizweit den Spitzenplatz bei der Hundedichte, ein Hund auf 7,8 Einwohner. Die Infrastruktur ist entsprechend ausgerichtet. Trotzdem gelten Regeln, und die wichtigsten kommen aus der kantonalen Jagdverordnung sowie den kommunalen Polizeireglements der Gemeinden.
Leinenpflicht im Bezirk Delémont: Was kommunal gilt
Das Hundegesetz und die Hundeverordnung des Kantons Jura sehen keine generelle Leinen-, Maulkorb- oder Kotaufnahmepflicht für Hundehalter vor. Das klingt nach Freiheit, ist aber nur die halbe Wahrheit. Die Gemeinden können auf kommunaler Ebene eigene Regeln setzen. Die genannten Einschränkungen können jederzeit von den Gemeinden geändert und verschärft werden. Da auf kommunaler Ebene die Bestimmungen variieren, lohnt es sich, mit offenen Augen draussen unterwegs zu sein.
Delémont: Anmeldung beim Polizeisekretariat
Delémont ist Kantonshauptstadt. Rund 12.000 Einwohner, eine gut erhaltene Altstadt, der Zusammenfluss von Birs, Sorne und Scheulte direkt vor den Toren. Neue Hundehalter in Delémont melden sich beim Sekretariat der Stadtpolizei an. Die Stadt verfügt über ein kommunales Reglement zur Hundehaltung und Hundetaxe. Vor dem ersten Spaziergang durch die Altstadt lohnt ein Blick in dieses Reglement, auf der offiziellen Webseite der Stadt Delémont findest du das aktuelle PDF direkt zum Download.
Wald: Kontrolle ist Pflicht
Der Wald beginnt hier oft direkt am Dorfrand. Kein weiter Weg, aber eine klare Regel. Die kantonale Jagdverordnung schreibt vor, dass Hunde im Waldgebiet jederzeit unter der Kontrolle ihres Halters sein müssen. Wer das nicht sicherstellen kann, muss anleinen. Das gilt nicht nur im Frühjahr, sondern das ganze Jahr über. Konkret: Ein Hund, der ins Unterholz verschwindet und nicht sofort zurückkommt, verstösst gegen diese Vorschrift. Die Leine ist dann keine Option, sondern Pflicht.
Warum das ernst zu nehmen ist: Im Kanton Jura ist nicht einmal eine vorgängige Verwarnung des Halters notwendig, bevor Massnahmen gegen einen wildernden Hund ergriffen werden. Das ist keine Drohung, aber ein Grund, den Hund im Wald unter Kontrolle zu halten.
Naturschutzgebiete
Im Bezirk gibt es mehrere Gebiete mit besonderem Schutzstatus. Dort, wo der Doubs den Grenzverlauf verlässt und einen Schwenker nach St-Ursanne macht, befindet sich der Clos du Doubs, ein Naturschutzgebiet von nationaler Bedeutung. In solchen Zonen können abweichende Regeln gelten. Ob Hunde mitdürfen und ob Leinenpflicht besteht, klärst du direkt bei der zuständigen kantonalen Jagd- und Naturschutzbehörde oder vor Ort an der Beschilderung.
Listenhunde im Bezirk Delémont: Keine kantonale Rasseliste
Der Kanton Jura ist einer der Kantone, die aktuell keine Rasseliste verbotener oder bewilligungspflichtiger Hunderassen kennen. Wer also einen American Staffordshire Terrier oder einen Rottweiler hält, begegnet hier keiner zusätzlichen kantonalen Hürde, zumindest nicht aufgrund der Rasse allein.
Die kantonale Tierschutzverordnung sieht allerdings vor, dass das zuständige Veterinäramt das Halten von Hunden mit Auflagen versehen kann. Dabei ist ausdrücklich auch die Anordnung des Besuchs eines Hundekurses und/oder einer Prüfung erwähnt, nämlich wenn ein Hund als verhaltensauffällig eingestuft wird. Das ist keine Rasseliste, aber eine Handhabe für Einzelfälle.
In allen Schweizer Kantonen gilt eine generelle Leinenpflicht für «bissige» Hunde und für solche, bei denen eine Leinenpflicht behördlich angeordnet ist. Das gilt auch im Bezirk Delémont. Wer einen als bissig bekannten Hund führt, leint ihn an, ohne Wenn und Aber.
Mehr zur kantonalen Rechtslage im Kanton Jura findest du in der Übersicht Kanton Jura auf rundum.dog.
Hundesteuer und Anmeldung im Bezirk Delémont
Die Hundetaxe ist Sache der Gemeinden. Das gilt für den gesamten Bezirk. Der Kanton Jura hat für diese Taxe eine Bandbreite zwischen 20 und 130 Franken festgelegt und behält sich davon 20 Franken. Was die einzelne Gemeinde darüber hinaus erhebt, variiert.
Für Delémont war zuletzt ein Tarif von 130 Franken pro Hund und Jahr bekannt (nach einer Erhöhung von 100 auf 130 Franken, Stand 2019). Aktuelle Tarife, insbesondere nach möglichen weiteren Anpassungen, erfragst du direkt bei der Gemeindeverwaltung Delémont. In kleineren Gemeinden des Bezirks liegt die Taxe teilweise deutlich tiefer. Bure beispielsweise erhebt nur 50 Franken pro Tier.
Zur Registrierung: AMICUS ist die nationale Hundedatenbank der Schweiz. Die Gemeinden sind verpflichtet, die Halter zu erfassen und deren Adressen aktuell zu halten. Du meldest deinen Hund nach dem Erwerb innerhalb der von der Gemeinde vorgeschriebenen Frist an. In Delémont ist das Sekretariat der Stadtpolizei die zuständige Stelle. Blindenführhunde und Rettungshunde sind von der Taxe vielerorts befreit.
Die besten Routen im Bezirk Delémont, mit korrekter Rechtslage
Gorges du Pichoux: Kalk und kühles Wasser
Im Sommer zieht die Sorne das Wasser durch engen Kalkstein. Die Luft kühlt sich merklich ab, bevor du die Schlucht überhaupt siehst. Der Gorges-du-Pichoux-Trail ist eine einfache Rundroute, die am grünen Lac Vert vorbeiführt und dort endet, wo die Sorne sich spektakulär durch den Kalkstein gegraben hat. Der Weg ist für Hunde gut geeignet, verläuft aber durch dichten Wald. Dort gilt: Hund unter Kontrolle halten, bei Bedarf anleinen. Aktuelle Routen und Wegzustände findest du bei SchweizMobil.
Birs-Tal: Fluss mit Geschichte
Die Birs windet sich durch den Bezirk wie ein Tier, das keine Eile hat. Mal breites Kiesbett, mal enger Felskanal. Die Birs schlängelt sich durch weite Talmulden und enge Schluchten. Bei Delémont vereinigt sie sich mit der Sorne und der Scheulte. Entlang des Flusses gibt es Abschnitte, die auch für grosse Hunde angenehm zu begehen sind. Ob Hunde an einzelnen Uferstellen ins Wasser dürfen, hängt von der lokalen Beschilderung ab. Beachte sie vor Ort.
Mont Raimeux: Aussicht auf den ganzen Kanton
Im Oktober, wenn der erste Frost auf den Juraweiden liegt, ist der Aufstieg zum Mont Raimeux besonders lohnend. Die Tour zum Aussichtsturm auf dem Mont Raimeux, dem höchsten Punkt des Kantons Jura, ist zu jeder Jahreszeit lohnend. Der Weg führt durch Wald und offenes Weideland. Weideland heisst: Nutzvieh ist möglich. Hund anleine, Tor hinter dir schliessen, das ist hier keine Floskel, sondern Praxis. Der Rückweg gibt nochmals freien Blick auf das Delémontbecken.
St-Ursanne und der Doubs: Mittelalterliche Stadt, wilder Fluss
St-Ursanne liegt am Doubs wie eingeklemmt zwischen Kalkwänden. Der Fluss riecht nach Mineralien und feuchtem Laub. Der Abstieg führt über blühende Weiden zum Doubs hinunter, der zum Baden oder zumindest zu einem kurzen Fussbad einlädt, bevor es ins mittelalterliche Städtchen St-Ursanne geht. Der Weg nach St-Ursanne führt durch Wald – Leinenpflicht gilt, sobald dein Hund nicht jederzeit abrufbar ist. Ob Hunde in historische Gebäude oder auf bestimmte Plätze in St-Ursanne mitdürfen, klärst du vor Ort oder auf der Webseite der Gemeinde.
Was im Bezirk Delémont anders ist als im Rest des Kantons
Der Bezirk Delémont ist der einzige im Kanton Jura mit einer echten städtischen Struktur. Delémont als Kantonshauptstadt hat ein eigenes Stadtpolizeireglement, das ist nicht überall im Kanton Jura so. Wer vom Freiberger Hochplateau oder aus dem Bezirk Porrentruy hierherkommt, merkt das schnell: mehr Menschen, mehr Strassen, mehr Kontrolle.
Gleichzeitig beginnt der Wald in Delémont buchstäblich am Stadtrand. Die Burgruine Vorbourg liegt zehn Gehminuten vom Stadtzentrum entfernt. Das schafft eine Dichte, die für Hundehalter praktisch ist, und rechtlich anspruchsvoll. Stadtreglement und kantonale Jagdverordnung greifen hier direkt ineinander. Kein anderer Kanton der Schweiz hat eine höhere Hundedichte als der Jura. Das spürt man im Alltag. Hundehalter sind hier sichtbar und selbstverständlich, aber die Erwartung an korrektes Verhalten ist entsprechend hoch.
Aktuelle Routen-Empfehlungen und saisonale Bedingungen im Bezirk findest du bei SchweizMobil, dem digitalen Wanderwegnetz der Schweiz.
Häufig gestellte Fragen
Gibt es im Kanton Jura eine Leinenpflicht?
Eine generelle kantonale Leinenpflicht gibt es nicht. Im Wald müssen Hunde aber jederzeit unter Kontrolle sein. Wer das nicht sicherstellen kann, muss anleinen. Die Gemeinden können zusätzliche Pflichten einführen, prüfe das lokale Polizeireglement deiner Wohngemeinde. Im Zweifel: Leine anlegen.
Welche Hunderassen sind im Bezirk Delémont verboten?
Keine. Der Kanton Jura führt keine kantonale Rasseliste. Es gibt keine rassebasierten Halteverbote oder Bewilligungspflichten. Das kantonale Veterinäramt kann aber im Einzelfall Auflagen erlassen, wenn ein Hund als verhaltensauffällig eingestuft wird, unabhängig von der Rasse.
Wie hoch ist die Hundetaxe in Delémont?
Die Hundetaxe legt jede Gemeinde selbst fest. Für Delémont war zuletzt ein Tarif von 130 Franken pro Hund und Jahr bekannt. Aktuelle Zahlen erfragst du direkt beim Sekretariat der Stadtpolizei Delémont oder auf der offiziellen Gemeinde-Webseite. Im Bezirk variieren die Tarife von Gemeinde zu Gemeinde.
Wo melde ich meinen Hund in Delémont an?
Neue Hundehalter in Delémont melden sich beim Sekretariat der Stadtpolizei. Von dort läuft die Erfassung in die nationale Datenbank AMICUS. Den direkten Link zum Online-Formular und zum kommunalen Hundereglement findest du auf der offiziellen Webseite der Stadt. Melde dich nach dem Erwerb innert der vorgeschriebenen Frist an.
Darf mein Hund wildernden Tieren nachjagen?
Nein. Im Kanton Jura können Massnahmen gegen wildernde Hunde ergriffen werden, und zwar ohne vorgängige Verwarnung des Halters. Das gilt im gesamten Kantonsgebiet, also auch im Bezirk Delémont. Hunde, die im Wald Wild hetzen, setzen sich und ihren Halter einem ernsten Risiko aus. Leine oder vollständige Abrufbarkeit sind Pflicht.
Quellen
Saisonale Hinweise
Beste Jahreszeit: Frühling|Sommer|Herbst