Straubing (Kreisfreie Stadt)
Bild: Wikimedia Commons – Innenansicht der Ursulinenkirche zur unbefleckten Empfängnis Mariens (Straubing).jpg · CC BY-SA 4.0 Hund in Straubing: Was wirklich gilt
Straubing liegt auf dem Gäuboden, einer der fruchtbarsten Lössebenen Deutschlands. Die Donau schneidet hier breit und ruhig durchs Flachland. Im Osten beginnen die ersten Ausläufer des Bayerischen Waldes, im Westen öffnet sich das Ackerland Richtung Regensburg. Die kreisfreie Stadt mit rund 48.000 Einwohnern liegt an der Kreuzung zweier Naturräume: den feuchten Donauauen als FFH-Gebiet und dem sanft ansteigenden Hügelland, das den Naturpark Bayerischer Wald ankündigt.
Für Hundehalter bedeutet das kurze Wege zu sehr unterschiedlichem Terrain. Wer morgens an der Donau laufen will, ist in zehn Minuten vom Stadtplatz dort. Wer abends Waldluft braucht, fährt eine halbe Stunde in den Bayerischen Wald. Diese Lage ist attraktiv, schafft aber gleichzeitig eine Rechtslage, in der kommunale Stadtregeln, bayerisches Jagdrecht und FFH-Schutzgebietsverordnungen nebeneinanderliegen. Wer das kennt, vermeidet Probleme.
Leinenpflicht in Straubing: Was kommunal gilt
Bayern kennt keine generelle Anleinpflicht. Das ist der Ausgangspunkt, aber nicht das Ende der Geschichte. Nach Art. 18 Abs. 1 Landesstraf- und Verordnungsgesetz (LStVG) können Gemeinden das freie Umherlaufen großer Hunde (Schulterhöhe ab 50 cm) und sogenannter Kampfhunde in öffentlichen Anlagen sowie auf Wegen, Straßen und Plätzen einschränken. Straubing hat das getan. Entscheidend ist nicht das Bundesland, sondern der konkrete Ort im Stadtgebiet.
Straubing Innenstadt und Stadtplatz
Früh am Sonntagmorgen liegt der mittelalterliche Stadtplatz noch fast leer. Die Dreifaltigkeitssäule wirft ihren Schatten auf das Pflaster, irgendwo riecht es nach frischem Bäckereigebäck. Hier gilt Anleinpflicht. Für große Hunde ab 50 cm Schulterhöhe und Kampfhunde besteht sie im belebten Innenstadtbereich auf öffentlichen Plätzen (Art. 18 Abs. 1 LStVG). Kleinere Hunde dürfen im Stadtgebiet ohne Leine geführt werden, wenn sie zuverlässig bei Fuß bleiben. Faktisch empfiehlt sich die Leine überall dort, wo Passanten, Radfahrer oder Kinder unterwegs sind.
Die Bayerische Gemeindeordnung (Art. 24 Abs. 1) erlaubt es Gemeinden, öffentliche Einrichtungen wie Kinderspielplätze, Grünanlagen und Parks per Satzung zu regeln. Darin kann ein Leinenzwang für alle Hunde angeordnet werden. In städtischen Parks und Grünanlagen Straubings gilt deshalb auch für kleine Hunde Leinenpflicht. Die genaue Gebietsabgrenzung erfährst du direkt beim Ordnungsamt der Stadt Straubing.
Donauauen und Stadtrand
Sobald die befestigten Promenaden hinter dir liegen, wechselt die Rechtslage. In den Auwäldern und Flusswiesen östlich der Stadt muss der Hund nicht angeleint sein. Er muss aber im Einwirkungsbereich bleiben und tatsächlich auf Befehle reagieren. Wer einen Hund unbeaufsichtigt im Jagdrevier freilaufen lässt, begeht eine Ordnungswidrigkeit nach dem Bayerischen Jagdgesetz. Teile der Donauauen rund um Straubing sind als FFH-Gebiet ausgewiesen. Dort gelten die Schutzgebietsverordnungen. Schilder vor Ort kennzeichnen Betretungsverbote und Leinenpflichtbereiche, beachte sie.
Wald und Jagdrevier
Das Bayerische Jagdgesetz (Art. 56 Abs. 2 Nr. 9 BayJG) gilt im gesamten Freistaat. Das schließt die Wälder rund um Straubing ein. Jagdschutzberechtigte dürfen auf wildernde Hunde schießen. Das ist geltende Rechtslage. Wer mit dem Hund in Feldgehölze oder Waldstücke am Stadtrand wechselt, leint an oder sorgt für absoluten Sicht- und Hörkontakt. Besonders im Frühjahr, wenn Rehe setzen und Federwild brütet.
Listenhunde in Straubing: Bayerische Kampfhundeverordnung
Bayern ist strenger als die meisten Bundesländer. Bestimmten Rassen unterstellt der Gesetzgeber pauschal eine gesteigerte Aggressivität und Gefährlichkeit. Sie heißen im Gesetz „Kampfhunde“. Die Rechtsgrundlage ist die Verordnung über Hunde mit gesteigerter Aggressivität und Gefährlichkeit (BayHundAgressV).
Hunde der Kategorie I dürfen in Bayern nicht gehalten werden. Dazu zählen Pitbull (American Pitbullterrier), Bandog, Staffordshire Bullterrier, American Staffordshire Terrier, Tosa-Inu sowie alle Kreuzungen. Eine Ausnahme erfordert den Nachweis eines besonderen, berechtigten Interesses und eine Haltererlaubnis.
Hunde der Kategorie II gelten nicht als Kampfhunde, wenn ein Sachverständigengutachten im Einzelfall belegt, dass das Tier keine gesteigerte Aggressivität zeigt. Dann wird ein Negativzeugnis erteilt. Zu dieser Kategorie zählen unter anderem: Alano, American Bulldog, Bullmastiff, Bullterrier, Cane Corso, Dogo Argentino, Dogue de Bordeaux, Fila Brasileiro, Mastiff, Mastin Espanol, Mastino Napoletano, Perro de Presa Canario, Perro de Presa Mallorquin und Rottweiler.
Den Antrag auf Negativzeugnis oder Haltererlaubnis stellst du in Straubing beim Ordnungsamt der Stadtverwaltung Straubing. Ohne Negativzeugnis gelten Kampfhunde-Auflagen: Leinenpflicht im gesamten öffentlichen Raum, Maulkorb in der Öffentlichkeit. Eine unzulässige Kampfhundehaltung kann mit bis zu 10.000 Euro Bußgeld geahndet werden.
Hundesteuer und Anmeldung in Straubing
50 Euro im Jahr für den ersten Hund, das ist die Hundesteuer in Straubing (Stand: Kommunaldatenbank 2024/2025, Bund der Steuerzahler). Bundesweit zahlen Hundehalter im Schnitt rund 96 Euro. Straubing liegt damit deutlich darunter. Wer aus München oder Nürnberg zuzieht, merkt den Unterschied sofort.
Du meldest deinen Hund beim Stadtsteueramt Straubing an, online über straubing.de oder persönlich. Die Anmeldung erfolgt unverzüglich nach Beginn der Haltung. Die Stadt gibt nach der Anmeldung eine Hundemarke aus. Für Kampfhunde der Kategorien I und II ohne Negativzeugnis kann ein erhöhter Steuersatz anfallen. Die genaue Höhe steht in der Hundesteuersatzung der Stadt Straubing (Stand: 1. Januar 2025).
Die besten Routen in Straubing, mit korrekter Rechtslage
Donauufer und Donauauen: Breites Wasser, weite Wiesen
Im September liegt Morgendunst über der Donau. Das Schilf am Ufer raschelt, der Hund zieht die Nase tief in den morastigen Sand. Das Straubinger Donauufer ist die naheliegendste Gassi-Strecke der Stadt: befestigte Promenade auf der Stadtseite, dahinter weite Auwiesen, die sich nach Osten öffnen. Der Untergrund wechselt zwischen Kies, Sand und gemähter Wiese.
Teile der Donauauen östlich der Stadt sind als FFH-Gebiet ausgewiesen. Schilder markieren die Grenzen. In diesen Bereichen gilt Leinenpflicht. Von März bis Juli ist zusätzliche Rücksicht auf Bodenbrüter und Jungwild geboten. Außerhalb der gekennzeichneten Schutzzonen sind die Auwiesen deutlich freizügiger. Du kannst den Hund laufen lassen, solange er im Einwirkungsbereich bleibt und der Abstand zum Jagdrevier gewahrt ist. Aktuelle Routen-Empfehlungen entlang der Donau findest du bei Erlebe Bayern.
Stadtpark und Anlagen am Stadtplatz: Schatten im Hochsommer
Im August, wenn der Gäuboden unter einem weißen Himmel brät, ist Schatten das wertvollste Gut. Die parkähnlichen Grünanlagen rund um die Altstadt bieten alte Bäume mit dichtem Blätterdach. Der markante Stadtturm ist vom Park aus gut zu sehen.
In diesen städtischen Grünanlagen gilt Leinenpflicht für alle Hunde, unabhängig von Größe oder Rasse. Die Grünanlagensatzung erlaubt keinen Freilauf. Auf dem Stadtplatz selbst ist der Hund an der Leine herzlich willkommen. Für Freilauf weichst du an den Stadtrand oder in die Donauwiesen außerhalb der Schutzgebiete aus.
Kirchhügel St. Peter: Ruhe östlich der Altstadt
Etwa einen Kilometer östlich des Stadtzentrums hört man den Stadtlärm kaum noch. Der Kirchhügel von St. Peter, romanische Basilika, gotische Kapellen, historischer Friedhof, liegt auf einem leicht erhöhten Plateau abseits des Hauptverkehrs. Die Wege sind schmal, das Pflaster alt und uneben. Für Hunde mit breiten Pfoten kein Problem.
Das Gelände ist ein historischer Friedhof. Rücksichtnahme gilt hier selbstverständlich. Die Zuwege sind öffentlich und tragen keine gesonderte Leinenpflicht, außer du wechselst in ausgewiesene Parkflächen der Stadt. Wegen der engen Wege und gelegentlicher Besucher empfiehlt sich die Leine trotzdem.
Ausflug in den Bayerischen Wald: Tor zur Wildnis, 30 Minuten entfernt
In einer halben Stunde steht man vor den ersten Fichten des Bayerischen Waldes. Der Boden wird weich und moosig, die Luft riecht nach Harz. Die Region um Sankt Englmar oder die Täler rund um Bogen und Konzell haben ein dichtes Wanderwegenetz auf unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen. Auf Forstwegen sind Hunde willkommen, solange sie im Einwirkungsbereich bleiben.
Das bayerische Jagdrecht gilt auch hier. Wer den Hund im Wald laufen lässt, trägt volle Verantwortung dafür, dass er kein Wild beunruhigt. In ausgewiesenen Nationalparkzonen des Bayerischen Waldes gelten zusätzliche Betretungsregeln, die Hinweisschilder vor Ort sind verbindlich. Die Waldwege zwischen Bogen und Konzell sind weich, gut beschildert und ruhig. Detaillierte Tourenvorschläge mit aktuellen Wegbedingungen findest du bei Bayern Tourismus.
Was in Straubing anders ist als im Rest Bayerns
Straubing ist keine überlaufene Touristenstadt und kein Ballungsraum wie München oder Nürnberg. Der Gäuboden-Charakter prägt das Stadtbild: kompakt, bürgerlich, mit einer Altstadt ohne Massentourismus. Das zeigt sich auch in der Hundepolitik. Mit 50 Euro Hundesteuer für den ersten Hund gehört Straubing zu den günstigsten Orten in Bayern.
Der zweite Unterschied ist geografisch. Straubing hat als kreisfreie Donaustadt direkte Nachbarschaft zu FFH-Schutzgebieten. Die Donauauen sind kein Naherholungswald, sondern ein Lebensraum mit eigenem Schutzregime. Wer das ignoriert und in einem mit grünen Tafeln ausgewiesenen FFH-Abschnitt den Hund freilaufen lässt, riskiert eine Anzeige. Der Vorteil überwiegt aber: Kein anderes niederbayerisches Mittelzentrum hat solche Flusswiesen buchstäblich vor der Haustür.
Dazu kommt die Nähe zum Bayerischen Wald. Der Wald beginnt, wo der Gäuboden aufhört. Das macht Straubing zum guten Wohnort für Hundehalter, die auch größere Touren unternehmen wollen, ohne lange Fahrten. Eine weiterführende Übersicht zum Hunderecht im Freistaat findest du im Artikel zu Bayern.
Häufig gestellte Fragen
Gilt in Straubing überall Leinenpflicht für meinen Hund?
Nein. Bayern kennt keine generelle Anleinpflicht. In Straubing gilt Leinenpflicht konkret in folgenden Bereichen:
- Städtische Grünanlagen und Parks (per Grünanlagensatzung, für alle Hunde)
- Belebter Stadtplatz und Fußgängerzone
- Ausgewiesene FFH- und Naturschutzgebiete in den Donauauen
- Für große Hunde ab 50 cm Schulterhöhe und Kampfhunde auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen (Art. 18 Abs. 1 LStVG)
Außerhalb dieser Bereiche, auf Feldwegen, in den Donauwiesen außerhalb der Schutzgebiete, besteht kein Leinenzwang. Der Hund muss aber im Einwirkungsbereich bleiben und darf kein Wild beunruhigen.
Wie hoch ist die Hundesteuer in Straubing, und wo melde ich meinen Hund an?
Die Hundesteuer beträgt in Straubing 50 Euro pro Jahr für den ersten Hund (Stand: Kommunaldatenbank 2024/2025, Bund der Steuerzahler). Das liegt deutlich unter dem bundesweiten Schnitt von rund 96 Euro. Du meldest deinen Hund beim Stadtsteueramt Straubing an, online über straubing.de oder persönlich. Die Anmeldung erfolgt unverzüglich nach Beginn der Haltung. Für Kampfhunde der Kategorie I und II ohne Negativzeugnis kann ein erhöhter Steuersatz anfallen. Die genaue Höhe steht in der Hundesteuersatzung der Stadt Straubing (gültig seit 1. Januar 2025).
Ich halte einen Rottweiler, was muss ich in Straubing beachten?
Der Rottweiler ist in Bayern ein Listenhund der Kategorie II nach der BayHundAgressV. Er gilt als Kampfhund, solange kein Negativzeugnis vorliegt. Für das Negativzeugnis brauchst du ein Sachverständigengutachten, das belegt, dass der Hund keine gesteigerte Aggressivität zeigt. Den Antrag stellst du beim Ordnungsamt der Stadt Straubing. Mit gültigem Negativzeugnis wird der Hund rechtlich nicht mehr als Kampfhund behandelt. Ohne Negativzeugnis gelten strenge Auflagen: Leinenpflicht und Maulkorb im gesamten öffentlichen Raum. Eine unzulässige Kampfhundehaltung kann mit bis zu 10.000 Euro Bußgeld geahndet werden.
Darf mein Hund in den Donauauen freilaufen?
Teilweise. Die Donauauen rund um Straubing sind nicht einheitlich reguliert. Außerhalb ausgewiesener FFH- und Naturschutzgebiete können Hunde in den Wiesen freilaufen, solange sie im Einwirkungsbereich bleiben und kein Wild beunruhigen (Art. 56 Abs. 2 Nr. 9 BayJG). In FFH-Flächen, erkennbar an grünen Tafeln und Hinweisschildern, gilt Leinenpflicht. Von März bis Juli ist maximale Rücksicht geboten: Bodenbrüter und Rehkitze reagieren auf freilaufende Hunde besonders sensibel. Im Zweifel: anleinen.
Welche Wanderrouten nahe Straubing eignen sich besonders für Hunde?
Das Straubinger Donauufer ist flach, breit und gut geeignet, außerhalb der FFH-Abschnitte auch mit Freilauf. Für längere Touren eignet sich der Bayerische Wald, rund 30 Fahrminuten entfernt. Die Waldwege rund um Bogen, Konzell und Sankt Englmar sind überwiegend weich und gut beschildert. Bayerisches Jagdrecht gilt auch dort: Der Hund muss im Einwirkungsbereich bleiben und darf kein Wild beunruhigen. In ausgewiesenen Nationalparkzonen gelten zusätzliche Betretungsregeln – Hinweisschilder beachten.
Quellen
- Hundesteuersatzung der Stadt Straubing (PDF, Stand 1. Januar 2025), straubing.de
- Ordnungsamt Straubing: Hundehaltung und Anleinpflicht (Art. 18 LStVG), straubing.de
- Landkreis Straubing-Bogen: Ausführen von Hunden, Bayerisches Jagdgesetz, landkreis-straubing-bogen.de
- Verordnung über Hunde mit gesteigerter Aggressivität und Gefährlichkeit (BayHundAgressV), gesetze-bayern.de
- Bund der Steuerzahler: Kommunaldatenbank Hundesteuer 2024 (PDF), steuerzahler.de
Saisonale Hinweise
Beste Jahreszeit: Frühling|Sommer|Herbst