Ausflugsziel · Solingen · Mittel

Solingen (Kreisfreie Stadt)

Solingen (Kreisfreie Stadt) Bild: Wikimedia Commons – Solingen Innenstadt 002.JPG · CC BY 4.0
Schwierigkeit
Mittel
Eintritt
Kostenlos

Hund in Solingen: Was wirklich gilt

Solingen liegt mitten im Städtedreieck des südlichen Ruhrgebiets, grenzt an Wuppertal, Remscheid und den Rheinisch-Bergischen Kreis. Trotzdem ist es alles andere als eine typische Industriestadt. Die Wupper hat sich ein enges Kerbtal durch den Bergischen Höhenzug gegraben. Wer morgens aus einem Solingener Wohngebiet herausläuft, steht nach zehn Minuten im Wald. Das Stadtgebiet gehört zum Naturpark Bergisches Land, einem der flächengrößten Naturparks in Nordrhein-Westfalen, mit dichtem Buchenmischwald, Talsperren und naturbelassenen Bachläufen.

Für Hundehalter ist das eine erfreuliche Ausgangslage, aber mit klaren Regeln. Das Landeshundegesetz NRW (LHundG NRW) bildet die rechtliche Basis. Solingen setzt darüber hinaus kommunale Akzente: beim Naturschutzgebiet Ohligser Heide, in Parks, und durch eine der höchsten Hundesteuern in NRW. Wer diese Schicht kennt, geht entspannter los.

Leinenpflicht in Solingen: Was kommunal gilt

Das LHundG NRW (§ 2 Abs. 2) setzt den Rahmen: In Situationen mit erhöhtem Publikumsverkehr läuft der Hund an der Leine. Das betrifft Fußgängerzonen, Parks, Volksfeste, Kinderspielplätze und Schulen. Solingen legt darüber hinaus kommunal fest, was in Naturschutzgebieten gilt. Diese kommunale Schicht ist für den Alltag die relevantere.

Solingens Innenstadt und öffentliche Grünflächen

In der Fußgängerzone, auf dem Fronhof, an der Wuppertaler Straße und in allen öffentlichen Grünanlagen gilt Leinenpflicht nach § 2 Abs. 2 LHundG NRW. Das Gesetz erfasst öffentliche Gebäude wie Rathäuser, Schulen und Kitas sowie alle öffentlichen Park-, Grün- und Gartenanlagen, ausgenommen ausgewiesene Freilaufflächen. Wer seinen Labrador in der Ohligser Fußgängerzone frei laufen lässt, riskiert eine Anzeige beim Ordnungsamt.

Wald und Landschaftsschutzgebiet: Brut- und Setzzeit beachten

Auf Waldwegen außerhalb von Schutzgebieten gibt es in NRW keinen generellen Leinenzwang. Es gibt aber einen wichtigen saisonalen Vorbehalt. Vom 15. März bis zum 15. Juni gilt in Landschaftsschutzgebieten Leinenpflicht. Vögel und Wildtiere sollen ungestört brüten und ihre Jungen aufziehen können. Das trifft den gesamten Frühjahrsstreifen, in dem das Solinger Waldgebiet als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen ist.

Außerhalb der Brut- und Setzzeit darf der Hund im Wald frei laufen, auch im Landschaftsschutzgebiet. Er muss im Sicht- und Rufbereich bleiben. Abseits der Wege gilt eine andere Regel: Dort läuft der Hund immer angeleint, egal zu welcher Jahreszeit.

Naturschutzgebiete: Ohligser Heide, Krüdersheide, Götsche

Hier gibt es keine Grauzone. In Naturschutzgebieten wie der Ohligser Heide, der Krüdersheide und der Götsche gilt Leinenpflicht das ganze Jahr. Die Wege dürfen nicht verlassen werden. Das Ordnungsamt Solingen weist aktiv auf diese Vorschriften hin und ahndet Verstöße.

Die Ohligser Heide lohnt sich, gerade zur Heideblüte im August und September. Die Kiefern-Silhouetten gegen den Herbsthimmel, der Sand, der unter den Pfoten knirscht, du läufst dort mit Leine. Das ist kein Nachteil. Es schützt die Bodenbrüter, die hier auf engem Raum nisten.

Listenhunde in Solingen: LHundG NRW und kommunale Erlaubnispflicht

NRW arbeitet mit drei Kategorien, nicht mit einer langen Rasseliste. Als gefährlich gelten: Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier sowie deren Kreuzungen untereinander und mit anderen Hunden. Eine zweite Gruppe umfasst bestimmte Rassen: Alano, American Bulldog, Bullmastiff, Mastiff, Mastino Espanol, Mastino Napoletano, Fila Brasileiro, Dogo Argentino, Rottweiler und Tosa Inu, einschließlich Kreuzungen.

In der Öffentlichkeit müssen diese Tiere stets angeleint sein und einen Maulkorb tragen. Wer einen gefährlichen Hund halten will, braucht die Erlaubnis der zuständigen Behörde. In Solingen ist das das Ordnungsamt. Die Erlaubnispflicht gilt für Kategorie 1 und Kategorie 2 gleichermaßen. Keine Hunderasse ist in NRW verboten. Für Rassen der Kategorie 1 gilt aber ein Zuchtverbot, sie dürfen nur aus dem Tierschutz erworben werden, und für Halter gelten besondere Auflagen.

Unter die Regelung für „große Hunde“ fallen alle sogenannten „20/40er“-Hunde: Tiere, die ausgewachsen mindestens 40 cm Widerristhöhe oder mindestens 20 kg Gewicht erreichen. Nach § 11 LHundG NRW gilt für sie Anleinpflicht innerhalb bebauter Ortsteile auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen. Wer einen Golden Retriever oder einen Deutschen Schäferhund durch die Solinger Innenstadt führt, hält den Hund also stets an der Leine.

Mehr zu den landesweiten Regelungen des LHundG NRW findest du in der Übersicht Nordrhein-Westfalen auf rundum.dog.

Hundesteuer und Anmeldung in Solingen

Solingen ist beim Thema Hundesteuer kein günstiger Standort. Die Sätze staffeln sich so:

  • Erster Hund: 151,20 Euro pro Jahr
  • Ab dem zweiten Hund: 174 Euro pro Hund
  • Ab dem dritten Hund: 192 Euro pro Hund
  • Gefährlicher Hund: 1.200 Euro pro Jahr

Den NRW-weiten Spitzenwert hält Solingen beim Listenhund: 1.200 Euro jährlich. Das ist ein Faktor, den Halter solcher Rassen vor einem Zuzug einkalkulieren sollten.

Wenn du nach Solingen ziehst, meldest du deinen Hund innerhalb von zwei Wochen an. Dieselbe Frist gilt, wenn du bereits in der Stadt wohnst und einen neuen Hund aufnimmst. Die Anmeldung läuft über das Bürgerbüro oder direkt beim Stadtdienst Steuern (Bonner Straße 100). Wer mit einem nicht gemeldeten Hund angetroffen wird, zahlt ein Bußgeld ab 150 Euro plus Nachversteuerung ab dem Zeitpunkt der Aufnahme ins Haushalt.

Wer seinen Hund aus dem Solingener Tierheim übernimmt, kann für ein Jahr von der Steuer befreit werden, ab dem Monat der Übernahme. Wer Sozialhilfe oder Grundsicherung im Alter bezieht, kann eine Ermäßigung beantragen.

Die aktuelle Hundesteuersatzung findest du direkt beim Serviceportal der Stadt Solingen.

Die besten Routen in Solingen, mit korrekter Rechtslage

Müngstener Brückenpark und Wupperhänge: Stahl und Wasser

Der S7-Zug rattert alle zehn Minuten über die Brücke, 107 Meter über dem Talboden. Von unten, wo die Wupper auf die alte Napoleonsbrücke trifft, wirkt das Stahlgerüst weit weg, bis man hochblickt. Am Zusammenfluss von Wupper und Morsbach liegt der Hauptteil des Brückenparks auf Solinger Uferseite.

An Wochenenden und Feiertagen legst du die Leine an, sobald ihr im Bereich der Wiesenflächen und Spielanlagen seid. Der Brückenpark liegt in einem Naturschutzgebiet. Ausgewiesene Wege und Plätze sind einzuhalten. Auf den Waldwegen beidseitig der Wupper gilt außerhalb der Brut- und Setzzeit mehr Spielraum. Die kleinen Brücken, die schmalen Waldpfade mit Blick auf Wasserfälle, wer früh startet, hat das für sich. Wer sonntags gegen Mittag kommt, kämpft um Parkplätze.

Tipp: Mit der S7 bis Solingen-Schaberg anreisen, dann die Serpentinen ins Tal hinablaufen. Das gibt dem Hund schon auf dem Weg einen guten Auslauf und spart Parkplatzstress. Aktuelle Routenhinweise zum Brückenpark und Umgebung findest du bei NRW-Tourismus.

Sengbachtalsperre: 12 Kilometer Moos, Kiefer und Trinkwasserschutz

Die Staumauer steht seit 1903, eine der ältesten Trinkwassertalsperren Deutschlands. Der Speicher versorgt Solingen mit Trinkwasser. Das bedeutet für die Runde: Näher an die Talsperre kommst du nicht. Das Betreten der Uferzone ist nicht gestattet, das Trinkwasserschutzgebiet schließt das Wegegebot ein.

Auf 12 km umrundest du die gesamte Talsperre in knapp 2,5 Stunden. Die Wege führen durch Buchenmischwald und an Fichtenbeständen vorbei. Der Boden federt unter feuchtem Moos, die Luft riecht nach Kiefernharz. Wo die Wupper nah ist, kommt Flussgeruch dazu. Hund an der Leine: Das Ordnungsamt kontrolliert hier regelmäßig.

Die Sengbachtalsperre lässt sich gut mit dem Müngstener Brückenpark kombinieren. Die Strecke Müngstener Brücke – Sengbachtalsperre misst rund 20 km mit je 430 m Steigung und Gefälle, überwiegend Waldweg, stellenweise asphaltiert. Das ist ein echter Hundetag.

Ohligser Heide: Sand, Heide und ganzjährige Leinenpflicht

Im August färbt sich die Heide violett, der Sand unter den Kiefern leuchtet hell. Die Ohligser Heide im Südwesten Solingens ist eines der bedeutendsten Naturschutzgebiete der Region. Der Rahmen ist eindeutig: Leinenpflicht das ganze Jahr, Wege nicht verlassen. Das ist streng, weil hier Bodenbrüter und Heidelerche auf engstem Raum nisten.

Wer das akzeptiert, erlebt eine Landschaft, die im Ballungsraum ihresgleichen sucht. Offene Heideflächen, lichte Kiefernwälder, kaum Gegenverkehr an frühen Morgenstunden. Der angrenzende Tierpark Solingen-Ohligs, ob und zu welchen Bedingungen Hunde dort willkommen sind, prüfst du am besten direkt auf der Website des Tierparks vor dem Besuch.

Schloss Burg und das Wuppertal: Fachwerk und Steilhänge

Schloss Burg thront über dem Wuppertal im Ortsteil Solingen-Unterburg. Die Seilbahn hoch nach Oberburg nimmt Hunde mit, ein kurzes, schroffes Abenteuer für stadtmüde Tiere. Von dort starten Waldwege entlang des Bergkamms, die zum Sengbach und weiter zur Talsperre führen. Kurz vor dem Gasthaus „Wiesenkotten“ gibt es einen Abstecher zur Müngstener Brücke, hin und zurück rund 3 km.

Ob Hunde ins Schloss Burg selbst mitdürfen, klärst du auf der offiziellen Seite von Schloss Burg. Die Steilhänge fordern den Hund. Auf den Wupper-Abschnitten zwischen Unterburg und Müngsten tauchen Mountainbiker streckenweise plötzlich auf. Leine parat halten. Im Oktober dampfen die Fachwerkhäuser in Unterburg nach Regen – Herbst ist die beste Jahreszeit für diese Route.

Was in Solingen anders ist als im Rest von NRW

Solingen ist eine kreisfreie Stadt in einem der dichtesten Ballungsräume Deutschlands und trotzdem grüner als der Ruf vermuten lässt. Der Naturpark Bergisches Land liegt direkt vor der Haustür. Die Wanderwege starten in vielen Stadtteilen ohne Anfahrt. Das ist ein echter Vorteil gegenüber Städten ähnlicher Größe.

Der Nachteil ist konkret: die Hundesteuer. Beim Listenhund zahlt man in Solingen 1.200 Euro pro Jahr, NRW-weit Spitzenwert. Für Halter mit Standardhund ist der Satz von 151,20 Euro für den ersten Hund zwar nicht günstig, im Bergischen Vergleich aber vertretbar.

Ein weiteres Solingener Spezifikum: Der Stadtdienst Steuern hat regelmäßig Ermittler im Einsatz. Sie prüfen, ob Hunde ordnungsgemäß angemeldet sind. Nachgewiesen wird das durch die Hundemarke, die der Hund sichtbar tragen muss. Wer seinen Hund noch nicht angemeldet hat, holt das nach, bevor er in die Ohligser Heide oder ans Wupperufer geht.

Häufig gestellte Fragen

Darf mein Hund in der Sengbachtalsperre schwimmen?

Nein. Die Sengbachtalsperre ist Trinkwasserschutzgebiet. Das Betreten der Uferzone und das Baden, für Menschen wie für Tiere, ist in den Schutzzonen nicht gestattet. Den Rundweg von rund 12 km kannst du mit dem angeleinten Hund problemlos ablaufen. Das Ufer selbst bleibt gesperrt.

Wann gilt in der Ohligser Heide Leinenpflicht?

Ganzjährig. Die Ohligser Heide ist Naturschutzgebiet. Dort gilt nach dem Landschaftsgesetz NRW eine dauerhafte Anleinpflicht. Die Wege dürfen nicht verlassen werden. Das gilt unabhängig von Jahreszeit, Tageszeit oder Hundegröße. Das Ordnungsamt Solingen ahndet Verstöße.

Wie hoch ist die Hundesteuer in Solingen, und wo melde ich an?

Die aktuellen Sätze: 151,20 Euro pro Jahr für den ersten Hund, 174 Euro pro Hund ab dem zweiten, 192 Euro pro Hund ab dem dritten, 1.200 Euro für einen als gefährlich eingestuften Hund. Du meldest innerhalb von zwei Wochen nach Aufnahme des Hundes an, im Bürgerbüro, beim Stadtdienst Steuern (Bonner Straße 100) oder über das Serviceportal der Stadt Solingen. Wer nicht angemeldet unterwegs ist, riskiert ein Bußgeld ab 150 Euro plus Nachversteuerung.

Kann ich mit dem Hund zum Müngstener Brückenpark fahren?

Der Brückenpark ist kostenlos zugänglich und für Hunde geeignet. An Wochenenden und Feiertagen ist er stark frequentiert. Leine anlegen, sobald ihr in der Nähe von Wiesenflächen, Spielanlagen oder dem Gasthaus Haus Müngsten seid. Der Park liegt in einem Naturschutzgebiet, die ausgewiesenen Wege sind einzuhalten. Die Waldpfade beidseitig der Wupper sind außerhalb der Brut- und Setzzeit (15. März bis 15. Juni) mit kontrolliertem Hund ohne Leine begehbar. Tipp: Mit der S7 bis Solingen-Schaberg anreisen, um Parkplatzdruck zu vermeiden.

Quellen

Saisonale Hinweise

Beste Jahreszeit: Frühling|Sommer|Herbst