Remscheid (Kreisfreie Stadt)
KI-generiertes Beispielbild für Remscheid. Du kennst diesen Ort? Schick uns dein Foto – wir tauschen es gerne aus. Hund in Remscheid: Was wirklich gilt
Remscheid klebt am Südhang des Bergischen Landes, hügelig, grün, von Bachgründen zerschnitten, die selbst im Juli noch nach nassem Laub riechen. Die kreisfreie Stadt grenzt im Norden an Wuppertal, im Westen an Solingen und im Süden direkt an den Naturpark Bergisches Land. Wer von der Innenstadt zehn Minuten Richtung Eschbachtal läuft, hat das Stadtgebiet hinter sich. Dann steht er im Wald. Für Hundehalter ist das ein Trumpf, den keine benachbarte Großstadt ganz so kompakt bietet.
Mit rund 110.000 Einwohnern ist Remscheid die kleinste der drei Bergischen Städte, und gleichzeitig die hundereichste kreisfreie Stadt in NRW, gemessen am Pro-Kopf-Hundesteueraufkommen. 10,25 Euro je Einwohner, noch vor Solingen und Mülheim. Hunde sind hier keine Randerscheinung. Das Netz an Auslaufflächen, Waldwegen und Talsperrenrundwegen ist entsprechend gewachsen. Aber es gelten klare Regeln. Die solltest du kennen, bevor du die Leine vom Haken nimmst.
Leinenpflicht in Remscheid: Was kommunal gilt
NRW hat kein einheitliches Landesgesetz, das überall Leinenpflicht verordnet. Die entscheidende Schicht ist kommunal. In Remscheid regelt die Ordnungs- und Sicherheitsverordnung (OSiVO) der Stadt, wo die Leine zu bleiben hat. Ort, Hundekategorie und kommunale Zusatzvorschriften bestimmen das Ergebnis, eine Einheitsregel gibt es nicht.
Innerhalb der Stadt: Parks, Grünanlagen, belebte Bereiche
Sonntagmorgen. Der Stadtpark füllt sich mit Joggern und Familien mit Kinderwagen. Der Außendienst des Ordnungsamts zählt die Meter bis zur Hundewiese genau. Nach dem NRW-Landeshundegesetz gilt Leinenpflicht in öffentlichen Gebäuden, Fußgängerzonen und Bereichen mit starkem Fußgängerverkehr. Dasselbe gilt in allen öffentlichen Park-, Grün- und Gartenanlagen, ausgenommen ausgewiesene Freilaufflächen.
Im Stadtpark Remscheid bedeutet das: Nur die ausgewiesene Hundeauslauffläche neben der Konzertmuschel erlaubt freien Auslauf. Im restlichen Park gilt Anleinpflicht. Wer seinen Hund auf dem normalen Rasenstück loslässt, riskiert eine Ordnungswidrigkeit.
Wald: Landesforstrecht schlägt kommunale Verordnung
Im Wald sieht die Lage anders aus. In einem Präzedenzfall in Hilden (2012) klagte eine Halterin erfolgreich gegen einen Bußgeldbescheid. Das Gericht stellte klar: Für Waldgebiete sind nicht die Kommunen zuständig, sondern das Landesforstgesetz. Konkret heißt das: Auf Waldwegen ist Freilauf möglich, solange der Hund sicher kontrollierbar ist. Abseits der Wege gilt dagegen Leinenpflicht.
Das Stadtforstamt Remscheid schreibt in seinem eigenen Merkblatt für bestimmte Bereiche sogar generelle Anleinpflicht auch auf den Wegen vor. Beachte die Beschilderung vor Ort, sie ist bindend.
Besonders wichtig: Zwischen April und August reagiert Niederwild extrem empfindlich auf Störungen. Wildtiere brauchen in der Aufzuchtzeit ein ungestörtes Umfeld. Ein frei laufender Hund im Unterholz kann in dieser Zeit erheblichen Schaden anrichten, auch ohne Absicht.
Naturschutzgebiete und Wasserschutzzonen rund um die Talsperren
Rund um die Eschbachtalsperre und die Ronsdorfer Talsperren bestehen Wasserschutzzonen. Das Betreten bestimmter Uferbereiche ist dort eingeschränkt oder verboten. In ausgewiesenen Naturschutzgebieten im Naturpark Bergisches Land gilt ohne Ausnahme Leinenpflicht. Diese Gebiete sind für die natürliche Entwicklung von Flora und Fauna ausgewiesen. Die Beschilderung an den Zugangswegen ist eindeutig, und wird vor Ort kontrolliert.
Listenhunde in Remscheid: NRW-Recht plus kommunale Steuerpflicht
Das Landeshundegesetz NRW (LHundG NRW) teilt Hunde in drei Kategorien: gefährliche Hunde, Hunde bestimmter Rassen und große Hunde. Gefährliche Hunde nach § 3 LHundG sind Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier sowie deren Kreuzungen. Hunde bestimmter Rassen nach § 10 LHundG sind Alano, American Bulldog, Bullmastiff, Mastiff, Mastin Espanol, Mastino Napoletano, Fila Brasileiro, Dogo Argentino, Rottweiler und Tosa Inu sowie deren Kreuzungen.
Die Remscheider Hundesteuersatzung nennt dieselben Rassen und erhebt für sie einen deutlich höheren Steuersatz. Wer einen gefährlichen Hund im Sinne des LHundG hält, zahlt in Remscheid nach dem Ratsbeschluss vom 27. Juni 2024 jährlich 1.020 Euro Hundesteuer. Wer durch eine erfolgreiche Verhaltensprüfung nachweist, dass keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit besteht, stellt beim Steueramt einen Antrag auf Rückstufung auf den Normalsatz. Zuständig für Verhaltensprüfung und Haltererlaubnis ist das Bergische Veterinäramt Solingen, das auch für Remscheid zuständig ist.
Für alle Hunde ab 40 cm Widerristhöhe oder 20 kg Körpergewicht gilt in NRW zusätzlich die Kategorie „großer Hund“. Zur Führung reicht ein Sachkundeausweis oder ein Jagdschein. Große Hunde sind ebenso wie gefährliche Hunde mit einem Mikrochip zu versehen.
Hundesteuer und Anmeldung in Remscheid
Remscheid gehört beim Hundesteuer-Vergleich zu den teureren Kommunen in NRW. Bei einem Hund zahlst du jährlich 132 Euro. Bei zwei Hunden werden 165 Euro pro Hund fällig. Ab drei Hunden steigt der Satz auf 198 Euro pro Hund im Jahr. Für gefährliche Hunde beträgt die Steuer 660 Euro, nach dem Ratsbeschluss vom Juni 2024 sogar 1.020 Euro für Hunde der Rasseliste (§ 2 Abs. 3 der aktuellen Satzung). Im bundesweiten Vergleich liegt Remscheid mit diesen Sätzen im oberen Drittel.
Du meldest deinen Hund innerhalb von zwei Wochen nach Aufnahme in den Haushalt an, schriftlich, telefonisch oder persönlich beim Steueramt. Hunde, die nachweislich direkt aus dem Tierheim Remscheid übernommen werden, sind für die ersten zwölf Monate steuerfrei. Die Steuermarke kommt mit dem Steuerbescheid per Post. Sie muss am Hund sichtbar getragen werden, sobald er das Grundstück verlässt. Formulare und Online-Anmeldung findest du beim Steueramt der Stadt Remscheid.
Die besten Routen in Remscheid, mit korrekter Rechtslage
Eschbachtal und Eschbachtalsperre: Grüne Tiefe vor der Haustür
Früh morgens liegt die Staumauer noch im Schatten. Der Waldboden riecht nach der Nacht, feucht, erdig, nach gestürzten Ästen. Das Eschbachtal ist für viele Remscheider Hundehalter das erste Ziel des Tages. Die Eschbachtalsperre war Deutschlands erste Trinkwassertalsperre, und genau das bestimmt die Spielregeln.
Im Bereich der engeren Wasserschutzzone gilt Leinenpflicht. Beschilderungen markieren die Grenzen klar. Wer auf den Waldwegen bleibt und den Hund unter Kontrolle hält, hat in den ungeschützten Waldabschnitten nach NRW-Landesforstrecht Spielraum für Freilauf. Den Weg verlassen ist tabu. Aktuelle Routen und Bedingungen im Naturpark Bergisches Land findest du bei NRW-Tourismus.
Grünanlage Kuckuck und Hundewiese: Eingezäunter Freilauf im Südbezirk
Wer nicht bis ins Eschbachtal laufen will, hat im Südbezirk eine direkte Alternative. In der Grünanlage Kuckuck gibt es eine ausgewiesene Freilauffläche für Hunde. Ein Teil des Parks ist eingezäunt: weite Wiesen, an einer Seite ein Waldweg, im Herbst knirscht das Laub unter jedem Schritt. Dieser eingezäunte Bereich ist der einzige Ort im Park, an dem die Leine legal in der Tasche bleibt. Auf den restlichen Freiflächen der Grünanlage gilt Anleinpflicht.
Stadtpark Remscheid: Wiese mit klarer Grenze
Der Stadtpark ist der tägliche Treffpunkt für viele Halter im Innenstadtbereich. Der alte Baumbestand gibt Schatten, das Gelände ist gepflegt. Aber die Regel ist klar. Die Hundeauslauffläche neben der Konzertmuschel ist für freien Auslauf freigegeben. Im restlichen Stadtpark gilt Anleinpflicht. Wer seinen Hund auf dem Hauptrasen freilaufen lässt, handelt ordnungswidrig. Der Beamte, der das sieht, macht keine Ausnahmen, das hat sich unter Stadtpark-Stammgästen längst herumgesprochen.
Müngstener Brückenpark: Talschlucht an der Stadtgrenze
Im Tal der Wupper, direkt an der Grenze zu Solingen, liegt der Müngstener Brückenpark, unter der höchsten Eisenbahnbrücke Deutschlands. Das Tal ist tief eingeschnitten. Die Wupper rauscht unten, die Hänge sind steil bewaldet, der Weg riecht nach Moos und feuchtem Fels.
Auf den Wanderwegen im Park sind Hunde willkommen. Ob sie auf bestimmten Plattformen oder im Eingangsbereich mitdürfen, prüfst du auf der offiziellen Seite des Müngstener Brückenparks. Vom Remscheider Stadtteil Lennep aus ist der Park zu Fuß erreichbar. Das Wupperwanderweg-Netz führt direkt dorthin. An Wochenenden ist der Park gut besucht. Die Leine als Sicherheitspuffer ist dann sinnvoll.
Was in Remscheid anders ist als im Rest von NRW
Remscheid ist die hundereichste kreisfreie Stadt in NRW, gemessen am Pro-Kopf-Steueraufkommen. Trotzdem war das Netz an offiziellen Freilaufflächen lange dünn. Mittlerweile gibt es zwei eingezäunte Hundewiesen: die am Stadtpark und die in der Grünanlage Kuckuck. Zwei Flächen für eine Stadt mit über 7.000 angemeldeten Hunden, das ist knapp. Eine dritte in Lennep ist beantragt. Die Partei Die Linke hat den Auftrag gestellt, einen geeigneten Standort im Stadtteil Lennep zu prüfen. Stand 2025 ist das noch nicht umgesetzt.
Ein weiterer Remscheider Sonderfall: Die Hundesteuer für gefährliche Hunde liegt seit dem Ratsbeschluss vom Juni 2024 bei 1.020 Euro jährlich. Normalsätze sind im Vergleich zu Solingen und Wuppertal eher moderat. Bei der Listenhundsteuer schlägt Remscheid aber kräftig zu. Wer einen Rottweiler oder Bullterrier hält und keine Verhaltensprüfung ablegt, zahlt mehr als das Sechsfache des Normalsatzes.
Häufig gestellte Fragen
Darf mein Hund im Wald rund um Remscheid frei laufen?
Auf Waldwegen außerhalb ausgewiesener Schutzgebiete gilt in NRW nach Landesforstrecht: Freilauf ist möglich, solange der Hund auf dem Weg bleibt und sicher unter Kontrolle ist. Abseits der Wege gilt Leinenpflicht. Das Stadtforstamt Remscheid schreibt in seinem Merkblatt für bestimmte Bereiche sogar generelle Anleinpflicht auch auf den Wegen vor. Beachte die Hinweistafeln vor Ort. In Naturschutzgebieten und Wasserschutzzonen gilt ohne Ausnahme Leinenpflicht.
Wie und wo melde ich meinen Hund in Remscheid an?
Du meldest deinen Hund innerhalb von zwei Wochen nach Aufnahme in den Haushalt beim Steueramt der Stadt Remscheid an, persönlich, telefonisch oder per Online-Formular auf remscheid.de. Die Hundesteuermarke kommt mit dem Steuerbescheid per Post. Hunde aus dem Tierheim Remscheid sind im ersten Jahr nach Übernahme steuerfrei, wenn du eine Kopie des Tierübereignungsvertrags vorlegst.
Welche Rassen gelten in Remscheid als gefährlich, und was kostet das?
Die Remscheider Hundesteuersatzung (Ratsbeschluss 27. Juni 2024, in Kraft ab 1. Juli 2024) nennt dieselben Rassen wie das LHundG NRW: Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, Bullterrier, Alano, American Bulldog, Bullmastiff, Mastiff, Mastin Espanol, Mastino Napoletano, Fila Brasileiro, Dogo Argentino, Rottweiler und Tosa Inu sowie Kreuzungen. Die Hundesteuer beträgt für diese Rassen 1.020 Euro pro Jahr. Wer eine erfolgreiche Verhaltensprüfung nachweist, stellt beim Steueramt einen Antrag auf Rückstufung auf den Normalsatz. Zuständig für die Haltererlaubnis ist das Bergische Veterinäramt Solingen.
Wo darf mein Hund in Remscheid ohne Leine laufen?
Es gibt zwei offiziell ausgewiesene, eingezäunte Hundefreilaufflächen: die Hundewiese im Stadtpark neben der Konzertmuschel und die eingezäunte Hundewiese in der Grünanlage Kuckuck im Südbezirk. Außerhalb dieser Flächen gilt im Stadtpark Anleinpflicht. Auf Waldwegen in nicht geschützten Bereichen gilt das NRW-Landesforstrecht: Freilauf auf dem Weg, wenn der Hund sicher kontrollierbar ist. Aktuelle Standorte prüfst du beim Ordnungsamt oder bei den Technischen Betrieben Remscheid.
Kann ich mit dem Hund zum Müngstener Brückenpark fahren?
Auf den Wanderwegen im Müngstener Brückenpark sind Hunde willkommen. Der Park liegt an der Stadtgrenze zu Solingen und ist vom Remscheider Stadtteil Lennep aus gut erreichbar. Ob Hunde auf Aussichtsplattformen oder in bestimmten Bereichen mitdürfen, klärst du auf der offiziellen Parkseite. An Wochenenden ist der Park stark frequentiert, früh morgens oder unter der Woche ist es deutlich ruhiger.
Quellen
- Stadt Remscheid – Hundesteuer: Anmeldung, Steuersätze, Satzung (remscheid.de)
- Hundesteuersatzung der Stadt Remscheid, Fassung ab 01.07.2024 (PDF, remscheid.de)
- Landeshundegesetz NRW (LHundG NRW), aktuell gültige Fassung (recht.nrw.de)
- Stadt Remscheid – Hundeauslauffläche am Stadtpark (remscheid.de)
- Stadtforstamt Remscheid – Merkblatt Hunde im Wald (PDF)
Saisonale Hinweise
Beste Jahreszeit: Sommer