Leverkusen (Kreisfreie Stadt)
Hund in Leverkusen: Was wirklich gilt
Leverkusen liegt da, wo der Rhein seine Biegung nach Südwesten macht und die ersten Höhenzüge des Bergischen Landes sichtbar werden. Die kreisfreie Stadt in Nordrhein-Westfalen grenzt im Westen an Köln, im Osten an den Rheinisch-Bergischen Kreis. Genau in diesem Übergang liegt der Reiz für Hundehalter: Hinter den Wohngebieten von Schlebusch und Opladen beginnt das hügelige Vorland des Bergischen Landes. Der Rhein markiert die Westgrenze mit breiten Uferwiesen. Die Dhünn zieht als grüne Achse quer durch dicht besiedelte Stadtteile.
Wer Leverkusen mit Bayer und Industrieschornsteinen gleichsetzt, liegt daneben. Der 274 Hektar große Bürgerbusch liegt mitten in der Stadt, eingerahmt von Quettingen im Norden und Alkenrath im Süden. Er ist das wichtigste Naherholungsgebiet der Leverkusener. Dazu hat die Stadt ein eigenes Hundefreilaufflächenkonzept entwickelt, das Flächen über alle Stadtbezirke verteilt. Die Rechtslage ist klarer strukturiert, als viele erwarten, aber sie hat kommunale Besonderheiten, die du kennen musst, bevor du die Leine löst.
Leinenpflicht in Leverkusen: Was kommunal gilt
Das Landeshundegesetz NRW (LHundG NRW, § 2 Abs. 2) schreibt Leinenpflicht in Fußgängerzonen, Haupteinkaufsbereichen, bei Veranstaltungen, in öffentlichen Gebäuden und in umfriedeten Park- und Grünanlagen vor. Ausnahme: ausgewiesene Hundeauslaufbereiche. Das ist der gesetzliche Rahmen. Die kommunale Schicht kommt obendrauf.
Leverkusen Stadtgebiet: Ordnungsbehördliche Verordnung und Freilaufflächen
Die Leverkusener Stadtordnung enthält eine eigenständige Norm zum Mitführen von Hunden. Sie ist eng an das LHundG NRW angelehnt. Im Alltag heißt das: In Parks, auf Grünanlagen und in umfriedeten Erholungsflächen muss der Hund an die Leine, außer du stehst auf einer ausgewiesenen Freilauffläche.
Die Stadtverwaltung hat ein Hundefreilaufflächenkonzept erarbeitet. Es benennt acht Standorte im Stadtgebiet. Zunächst wurden 12 Potenzialflächen identifiziert. Vier davon fielen wegen Natur- und Artenschutz oder anderweitiger Nutzung heraus. Zur Erprobung läuft eine Testphase mit drei Flächen, je eine pro Stadtbezirk. Die Flächen sind beschildert. Die Schilder geben neben der genauen Abgrenzung auch die Nutzungsregeln vor. Aktuelle Standorte findest du auf der Website der Stadt Leverkusen.
Wald: Was das Landesforstrecht sagt
Im Bürgerbusch und in den übrigen Waldgebieten gilt NRW-Landesforstrecht, keine kommunale Verordnung. Auf den Waldwegen darf dein Hund frei laufen. Wer abseits der Wege tobt, ist draußen, das hat ein NRW-Gericht 2012 ausdrücklich bestätigt. Brut- und Setzzeit von März bis Juli ist kein gesetzliches Verbot. Aber der Bürgerbusch beherbergt Rehe, Waldkäuze und Buntspechte. In der Nähe der Bachauen ist die Leine trotzdem klug.
Seen: Besonderheit der Leverkusener Stadtordnung
Am Silbersee, am Hitdorfer See und am Stöckenbergsee schimmert das Wasser im Sommer verlockend. Freilaufen ist dort trotzdem nicht drin. Freilaufende Hunde stören Brut- und Nistplätze im Schilf. Deshalb gilt ganzjährig Leinenpflicht, verankert in der städtischen Ordnungsbehördlichen Verordnung. Das gilt auch im Juli. Mit angeleinter Leine kommt dein Hund mit. Ohne Leine folgt der Ordnungswidrigkeitenbescheid.
Listenhunde in Leverkusen: LHundG NRW und kommunale Erlaubnispflicht
Das Landeshundegesetz NRW gilt seit dem 1. Januar 2003. Es kennt drei Kategorien: gefährliche Hunde, Hunde bestimmter Rassen und große Hunde. Leverkusen setzt dieses Landesrecht unmittelbar um. Eine eigene kommunale Rasseliste gibt es nicht.
Als gefährliche Hunde nach § 3 LHundG NRW gelten Pittbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier sowie ihre Kreuzungen. Als Hunde bestimmter Rassen nach § 10 LHundG NRW gelten Alano, American Bulldog, Bullmastiff, Mastiff, Mastino Espanol, Mastino Napoletano, Fila Brasileiro, Dogo Argentino, Rottweiler und Tosa Inu.
Für beide Kategorien gilt Maulkorb- und Leinenpflicht. Eine Befreiung beantragst du beim Ordnungsamt Leverkusen. Voraussetzung ist ein bestandener Verhaltenstest. Wer einen gefährlichen Hund hält, meldet die Haltung zusätzlich beim Ordnungsamt an. Für Hunde bestimmter Rassen brauchst du darüber hinaus eine ordnungsbehördliche Erlaubnis, die musst du vor der Haltung beantragen, nicht danach.
Große Hunde ab 40 cm Widerristhöhe oder 20 kg Gewicht meldest du nach § 11 LHundG NRW ebenfalls beim Ordnungsamt Leverkusen an. Mehr zum LHundG NRW und zur landesweiten Rasseliste findest du in der Übersicht Nordrhein-Westfalen auf rundum.dog.
Hundesteuer und Anmeldung in Leverkusen
Seit dem 1. Januar 2023 gilt die aktuelle Hundesteuersatzung Leverkusen. Für den ersten Hund fallen 96 Euro pro Jahr an, für den zweiten 156 Euro, ab dem dritten Hund 264 Euro jährlich pro Tier. Damit liegt Leverkusen im NRW-Mittelfeld.
Für gefährliche Hunde und Hunde bestimmter Rassen beträgt der Jahrestarif 600 Euro. Eine Ausnahme gibt es: Wer seinen Hund aus dem Tierschutzzentrum Leverkusen e.V. übernimmt, zahlt 36 Monate lang keine Hundesteuer, das gilt auch für gefährliche Hunde und Hunde bestimmter Rassen.
Du meldest deinen Hund innerhalb von zwei Wochen nach der Aufnahme an. Das geht persönlich im Steueramt (Friedrich-Ebert-Straße 39), per Post oder online über das Kommunalportal der Stadt Leverkusen. Nach der Anmeldung erhältst du eine Steuermarke. Die trägt dein Hund im öffentlichen Raum am Halsband.
Die besten Routen in Leverkusen, mit korrekter Rechtslage
Bürgerbusch, 274 Hektar Laubmischwald, ein Köttelbach und ein Teufelsstein
Früh morgens, wenn der Bodennebel noch in den Senken liegt, gehört der Bürgerbusch dir. Mehrere Bachläufe durchziehen das Waldgebiet und bilden geschützte Feuchtbereiche, den Erlenbruch, die Aue des Bürgerbuschbachs. Meisen, Kleiber, Waldkauz, Buntspecht und Eichelhäher teilen das Revier mit Rehen und Eichhörnchen. Der Köttelbach führt vom Waldinneren bei Alkenrath nach rund vier Kilometern in die Dhünn. Diesem Bachlauf zu folgen ist die schönste Einstiegstour für Hund und Halter. Wer eine Pause einlegt, findet den Teufelsstein: ein Felsbrocken aus Material, das sonst nur in Skandinavien vorkommt.
Rechtslage: Im Wald gilt NRW-Landesforstrecht. Auf dem Weg darf dein Hund frei laufen. In die Feuchtgebiete, wo Brutvögel nisten, sollte er nicht wechseln. Von März bis Ende Juli lohnst du die Leine in der Nähe der Bachauen. Aktuelle Routenempfehlungen für die Region gibt es bei NRW-Tourismus.
Dhünn-Auen, grüne Achse durch die Stadt
Im April, wenn der Wasserstand fällt und die Ufer wieder zugänglich werden, zieht die Dhünn Hundehalter aus ganz Leverkusen an. Der Weg verbindet Opladen mit der Mündung in den Rhein bei Rheindorf. Er wechselt zwischen asphaltierten Radwegabschnitten und naturbelassenen Wiesenufern. Der Hund im Wasser, du auf dem Weg, das funktioniert auf den einfachen Uferpfaden gut.
Rechtslage: Die Dhünn-Auen umfassen teilweise Flächen, die im Landschaftsplan der Stadt Leverkusen als schutzwürdig eingetragen sind. In ausgewiesenen Naturschutzgebietsanteilen gilt Leinenpflicht auf und abseits der Wege. Genaue Grenzen erfährst du bei der Unteren Landschaftsbehörde Leverkusen (Fachbereich Umwelt, Miselohestraße 4).
Obstbaumblütenroute Opladen – Streuobstwiesen im Bergischen Übergang
Im April brechen die Streuobstwiesen rund um Opladen auf. Die Luft riecht nach Apfelblüte und nassem Gras. Die Route führt auf befestigten und unbefestigten Wegen durch das Übergangsgebiet zum Bergischen Land, flach am Ortsrand, dann leicht hügelig, mit weitem Blick ins Bergische. Breite Wirtschaftswege, kaum Verkehr, keine engen Passagen: die Tour ist mit Hund gut machbar.
Rechtslage: Außerhalb des Waldes und abseits ausgewiesener Schutzgebiete gilt auf den Feldwegen keine gesonderte kommunale Leinenpflicht. Auf landwirtschaftlichen Flächen gilt trotzdem Rücksicht: Weidezäune, Lämmer im Frühjahr, frisch bestellte Felder. Wer in angrenzende Wälder wechselt, ist wieder im Geltungsbereich des Landesforstrechts.
Rheinufer und Hitdorfer See – Wasser auf zwei Arten
Im Westen der Stadt flacht das Gelände ab. Der Rhein kommt nah, die Luft riecht nach Fluss. Die Rheinauen bei Hitdorf und Rheindorf sind breite Grünstreifen mit Kiesbänken und Weidengebüsch. An heißen Sommertagen kommt hier zusammen, was zusammengehört: der Hund, der ins Wasser will, und der Halter, der einen Schattenplatz sucht.
Rechtslage: Am Hitdorfer See gilt ganzjährige Leinenpflicht. Freilaufende Hunde gefährden die Brut- und Nistplätze im Schilf, verankert in der städtischen Ordnungsbehördlichen Verordnung. Am Rheinufer gilt: In Bereichen ohne Schutzgebietsstatus ist freies Laufen oft möglich. Die Beschilderung vor Ort ist bindend. Was auf dem Schild steht, zählt, nicht die Gewohnheit der letzten Wochen.
Was in Leverkusen anders ist als im Rest von NRW
Leverkusen ist keine Industriestadt, die sich Natur leistet. Sie ist eine Stadt, die trotz Industrie Natur hat. Der Bürgerbusch und die Dhünn-Auen liegen nicht am Rand, sondern mitten drin. Das schafft kurze Wege, aber auch konzentrierte Nutzung. Wenn viele Hundehalter auf wenig Fläche treffen, eskalieren Konflikte schneller. Das ist der Antrieb hinter dem Hundefreilaufflächenkonzept. Und der Grund, warum die Stadt an den drei Seen eine eigene Leinenpflicht in die kommunale Verordnung geschrieben hat, die über das Landesrecht hinausgeht.
Die Hundesteuer liegt im NRW-Mittelfeld. Die Freilaufflächen sind im Aufbau. Das Ordnungsamt kontrolliert zunehmend: Aufgrund geplanter Stichproben im öffentlichen Raum und einer Hundebestandsaufnahme wird die Kontrolldichte steigen. Wer seinen Hund nicht angemeldet hat und ohne Steuermarke unterwegs ist, lebt riskanter als früher.
Häufig gestellte Fragen
Gibt es in Leverkusen ausgewiesene Hundefreilaufflächen?
Ja. Das städtische Hundefreilaufflächenkonzept benennt acht Standorte im Stadtgebiet. In einer Testphase werden zunächst drei Flächen eingerichtet, je eine pro Stadtbezirk. Die Flächen sind beschildert. Die Schilder geben auch die genauen Nutzungsregeln vor. Aktuelle Standorte findest du auf der Website der Stadt Leverkusen oder über das Ratsinformationssystem SessionNet.
Darf mein Hund im Bürgerbusch frei laufen?
Auf den Waldwegen des Bürgerbusches gilt NRW-Landesforstrecht: Dein Hund darf frei laufen, solange er die Wege nicht verlässt. In Feuchtbereichen, im Erlenbruch oder in Waldrandgebieten mit Wildwechsel leinst du ihn besser an, besonders von März bis Juli. Kommunale Leinenpflicht gilt im Wald nicht. Der gesunde Menschenverstand gegenüber Wildtieren schon.
Was kostet die Hundesteuer in Leverkusen, und wie melde ich meinen Hund an?
Seit dem 1. Januar 2023: erster Hund 96 Euro pro Jahr, zweiter Hund 156 Euro, ab dem dritten Hund 264 Euro jährlich pro Tier. Du meldest deinen Hund innerhalb von zwei Wochen nach der Aufnahme an. Das geht persönlich im Steueramt (Friedrich-Ebert-Straße 39), per Online-Formular auf leverkusen.de oder per Post. Nach der Anmeldung erhältst du eine Steuermarke. Die trägt dein Hund im öffentlichen Raum am Halsband.
Welche Hunderassen sind in Leverkusen besonders reguliert?
Leverkusen wendet das LHundG NRW ohne eigene kommunale Verschärfung an. Gefährliche Hunde nach § 3 LHundG NRW: Pittbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier sowie ihre Kreuzungen. Hunde bestimmter Rassen nach § 10: Alano, American Bulldog, Bullmastiff, Mastiff, Mastino Espanol, Mastino Napoletano, Fila Brasileiro, Dogo Argentino, Rottweiler und Tosa Inu. Beide Gruppen unterliegen Leinen- und Maulkorbpflicht sowie Erlaubnispflicht. Befreiungen beantragst du beim Ordnungsamt Leverkusen nach bestandenem Verhaltenstest. Der Hundesteuertarif für diese Kategorien beträgt 600 Euro pro Jahr.
Darf ich meinen Hund an den Leverkusener Seen frei laufen lassen?
Nein. Am Silbersee, am Hitdorfer See und am Stöckenbergsee gilt ganzjährig Leinenpflicht. Freilaufende Hunde stören Brut- und Nistplätze im Schilf. Das ist in der städtischen Ordnungsbehördlichen Verordnung verankert, auch im Sommer. Mit angeleinter Leine ist der Besuch problemlos möglich.
Quellen
- Hundesteuer Leverkusen – Kommunalportal Stadt Leverkusen (Hundesteuersatzung Stand 01.01.2023)
- Hundefreilaufflächenkonzept der Stadt Leverkusen, SessionNet RIS
- Neufassung Leverkusener Stadtordnung (Ordnungsbehördliche Verordnung), SessionNet RIS
- Befreiung vom Leinenzwang und/oder Maulkorbzwang – Kommunalportal Leverkusen
- Landeshundegesetz NRW (LHundG NRW) § 3 Gefährliche Hunde, RECHT.NRW.DE
Saisonale Hinweise
Beste Jahreszeit: Frühling|Sommer
Bild: Wikimedia Commons –