Wiki · Gesundheit & Pflege

Zwinkern

Zwinkern ist der schnelle Schliessvorgang eines Auges mit sofortiger Öffnung.

3 Min Lesezeit
Zwinkern
Inhalt
  1. Ist gelegentliches Zwinkern beim Hund normal?
  2. Welche Augenprobleme können vermehrtes Zwinkern auslösen?
  3. Wann sollte ein Hund mit häufigem Zwinkern zum Tierarzt?

Zwinkern bezeichnet das kurze Schliessen eines Auges mit anschliessender sofortiger Öffnung. Gelegentliches Zwinkern ist bei Hunden meist unproblematisch und kann Teil des normalen Sozialverhaltens sein. Häufiges oder plötzlich auftretendes Zwinkern kann jedoch auch auf eine Reizung oder Erkrankung des Auges hinweisen.

Entscheidend ist deshalb nicht nur, wie oft ein Hund zwinkert, sondern auch, ob das Verhalten neu auftritt, einseitig ist und von weiteren Anzeichen begleitet wird.

Ist gelegentliches Zwinkern beim Hund normal?

Ja. Gelegentliches Zwinkern ist bei einem gesunden Hund ganz normal. Hunde setzen dabei unter anderem ihre Gesichtsmimik ein und können ein kurzes Schliessen eines Auges auch als Teil ihrer Kommunikation zeigen.

Manche Hunde entwickeln Zwinkern zudem als erlerntes Verhalten. Wenn der Mensch darauf aufmerksam oder positiv reagiert, kann der Hund das Verhalten wiederholen. In solchen Fällen tritt das Zwinkern meist in bestimmten sozialen Situationen auf und geht nicht mit weiteren Auffälligkeiten am Auge einher.

Häufiges oder plötzlich deutlich stärkeres Zwinkern sollte dagegen genauer beobachtet werden. Staub, Wind, trockene Luft oder andere Umwelteinflüsse können die Augenoberfläche reizen und vorübergehend vermehrtes Blinzeln oder Zwinkern auslösen. Auch nach einer Autofahrt mit geöffnetem Fenster kann eine solche Reizung auftreten.

Welche Augenprobleme können vermehrtes Zwinkern auslösen?

Wenn ein Hund deutlich häufiger zwinkert, ein Auge zusammenkneift oder es länger geschlossen hält, kann eine schmerzhafte Reizung oder Erkrankung des Auges dahinterstecken.

Fremdkörper wie Grashalme, Pflanzenteile oder kleine Schmutzpartikel können die Augenoberfläche reizen. Typisch sind plötzlich einsetzendes Zwinkern oder Zusammenkneifen des betroffenen Auges, häufig begleitet von verstärktem Tränenfluss. Auch eine Verletzung der Hornhaut kann ähnliche Symptome verursachen. Bereits kleine Hornhautverletzungen können schmerzhaft sein.

Bindehautentzündungen können ebenfalls mit vermehrtem Blinzeln oder Zwinkern einhergehen. Häufig kommen eine Rötung der Bindehaut, verstärkter Tränenfluss oder Augenausfluss hinzu. Die Ursachen einer Bindehautentzündung sind unterschiedlich und reichen von mechanischen Reizungen bis zu Infektionen oder anderen Augenerkrankungen.

Eine weitere mögliche Ursache ist die Keratoconjunctivitis sicca (KCS), die umgangssprachlich als trockenes Auge bezeichnet wird. Dabei wird nicht ausreichend Tränenflüssigkeit produziert oder die Zusammensetzung des Tränenfilms ist verändert. Typisch sind unter anderem gerötete Augen, zäher Augenausfluss, häufiges Blinzeln und eine erhöhte Lichtempfindlichkeit. Unbehandelt kann eine KCS zu schmerzhaften Veränderungen und Schäden an der Hornhaut führen.

Auch andere Erkrankungen des Auges können Zwinkern oder Zusammenkneifen verursachen. Dazu gehören beispielsweise Erkrankungen der Lider oder ein erhöhter Augeninnendruck. Deshalb lässt sich anhand des Zwinkerns allein nicht feststellen, welche Ursache dahintersteckt.

Wann sollte ein Hund mit häufigem Zwinkern zum Tierarzt?

Gelegentliches Zwinkern ohne weitere Auffälligkeiten ist normalerweise kein Grund zur Sorge. Hält das vermehrte Zwinkern an, tritt es wiederholt auf oder betrifft es immer dasselbe Auge, sollte das Auge tierärztlich untersucht werden.

Besonders wichtig ist eine zeitnahe Abklärung, wenn zusätzlich eine oder mehrere der folgenden Veränderungen auftreten:

  • Das Auge wird dauerhaft oder wiederholt zusammengekniffen.
  • Das Auge ist gerötet oder geschwollen.
  • Es tritt vermehrt Tränenflüssigkeit oder Augenausfluss auf.
  • Der Hund reibt oder kratzt am Auge.
  • Das Auge wirkt trüb oder verändert.
  • Der Hund reagiert empfindlich auf Licht.
  • Das Zwinkern beginnt plötzlich nach dem Aufenthalt im Freien oder nach einer möglichen Verletzung.

Bei einem sichtbaren Fremdkörper sollte nicht selbst am Auge manipuliert werden. Auch wenn der Fremdkörper klein erscheint, kann der Versuch, ihn zu entfernen, die Hornhaut zusätzlich verletzen.

Eine tierärztliche Untersuchung ist insbesondere dann wichtig, wenn der Hund das Auge nicht öffnet oder deutliche Schmerzen zeigt.

Neurologische Ursachen für auffällige Augenbewegungen oder unwillkürliches Zwinkern sind möglich, aber deutlich seltener als lokale Erkrankungen oder Reizungen des Auges. Treten neben dem Zwinkern weitere neurologische Auffälligkeiten auf, ist eine tierärztliche Abklärung erforderlich.