Zoonose
Eine Zoonose ist eine Infektionskrankheit, die zwischen Wirbeltieren und Menschen übertragen werden kann – in beide Richtungen.
Inhalt
Eine Zoonose ist eine Infektionskrankheit, die zwischen Wirbeltieren und Menschen übertragen werden kann – in beide Richtungen.
Für Hundehalter sind etwa zwölf verschiedene Zoonosen relevant, von denen drei in Deutschland regelmäßig auftreten: Giardiasis, Hautpilzinfektionen und durch Zecken übertragene Borreliose. Die anderen neun kommen seltener vor oder sind regional begrenzt.
Welche Hunde übertragen häufiger Krankheiten?
Junge Hunde unter zwei Jahren und ungeimpfte Tiere tragen ein höheres Übertragungsrisiko. Besonders betroffen: Welpen aus dem Auslandstierschutz, die oft mehrere Erreger gleichzeitig mitbringen. Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Welpe aus Rumänien brachte Giardien, Hakenwürmer und Hautpilz mit – drei verschiedene Zoonosen auf einmal.
Freigänger-Hunde, die Wildtierkot aufnehmen, haben ein dreifach erhöhtes Risiko für parasitäre Zoonosen verglichen mit reinen Wohnungshunden.
Wie stecken sich Menschen am häufigsten an?
Der Hauptübertragungsweg läuft über Kotreste an Händen oder Gegenständen. Selbst mikroskopisch kleine Mengen Hundekot enthalten bei Giardiasis bereits ansteckende Mengen des Erregers.
Direkter Kontakt spielt eine kleinere Rolle als oft angenommen. Eine Ausnahme: Hautpilz überträgt sich schon durch gemeinsames Liegen auf dem Sofa, wenn der Hund infiziert ist.
Bissverletzungen sind selten, aber bei Tollwutverdacht sofort meldepflichtig. In Deutschland gab es seit 2008 keinen Fall mehr – aber importierte Hunde aus Osteuropa bringen gelegentlich den Erreger mit.
Welche Zoonosen kommen bei deutschen Hunden vor?
Giardiasis (häufigste Zoonose)
Etwa 15% aller Hunde in Deutschland tragen Giardien. Bei Welpen steigt der Anteil auf über 30%. Menschen stecken sich durch Kotreste an – schon das Berühren von Spielzeug nach dem Gassigehen reicht.
Hautpilz (Dermatophytose)
Betrifft vor allem langhaarige Rassen und Hunde mit Hautproblemen. Überträgt sich durch ausgefallene Haare auf Möbeln oder Kleidung. Menschen entwickeln kreisrunde, schuppende Hautstellen.
Borreliose
Der Hund selbst überträgt die Krankheit nicht – aber infizierte Zecken fallen von ihm ab und können Menschen stechen. Nach Waldspaziergängen beide Arten gründlich absuchen.
Leptospirose (regional unterschiedlich)
In Bayern und Baden-Württemberg häufiger als im Norden. Hunde infizieren sich an stehenden Gewässern. Menschen stecken sich über Hundeurin an, der in kleine Hautwunden gelangt.
Wer trägt das höchste Ansteckungsrisiko?
Schwangere Frauen sollten Katzenkot komplett meiden – aber auch bei Hundekot Vorsicht walten lassen. Toxoplasmose kann vom Hund auf den Menschen übertragen werden, wenn er infizierten Katzenkot gefressen hat.
Kleinkinder unter fünf Jahren sind besonders gefährdet, da sie nach dem Hundekontakt oft die Hände in den Mund nehmen, bevor sie gewaschen werden.
Menschen mit geschwächtem Immunsystem – etwa während einer Chemotherapie – können auch von harmlosen Hunde-Bakterien schwer krank werden, die gesunde Erwachsene problemlos abwehren.
Welche Schutzmaßnahmen funktionieren nachweislich?
Händewaschen nach jedem Hundekontakt senkt das Ansteckungsrisiko um 85%. Das gilt besonders nach dem Gassigehen, vor dem Essen und nach der Fellpflege.
Kotproben beim Tierarzt analysieren lassen – zweimal jährlich bei gesunden erwachsenen Hunden, alle drei Monate bei Welpen unter einem Jahr. Kostenpunkt: etwa 25 Euro pro Probe.
Zeckenschutz für den Hund schützt die ganze Familie. Spot-on-Präparate töten Zecken ab, bevor sie Krankheiten übertragen können. Alternative: Zeckenhalsbände mit achtwöchiger Wirkdauer.
Den Hund nicht ins eigene Bett lassen, wenn Kinder oder immungeschwächte Menschen im Haushalt leben. Eigene Hundedecken regelmäßig bei 60°C waschen.
Mehr aus dem Wiki
Alle Wiki-Einträge →Giftnotruf für Hunde, DACH-Übersicht
Was tun bei Verdacht auf Vergiftung beim Hund: Sofortmaßnahmen, was du nicht tun solltest, Notfall-Nummern für …
Pflege
Wie erkenne ich, ob ein Welpe gesund ist?
Ein gesunder Welpe zeigt spezifische körperliche und verhaltensbasierte Merkmale, die du systematisch überprüfen kannst, bevor ein …