Zahnheilkunde
Tierzahnmedizin ist die Spezialdisziplin der Veterinärmedizin, die Zahnprobleme bei Hunden diagnostiziert und behandelt – von der routinemäßigen Zahnsteinentfernung bis zur komplexen Wurzelkanalbehandlung.
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Tierzahnmedizin ist die Spezialdisziplin der Veterinärmedizin, die Zahnprobleme bei Hunden diagnostiziert und behandelt – von der routinemäßigen Zahnsteinentfernung bis zur komplexen Wurzelkanalbehandlung.
In Deutschland praktizieren etwa 200 Tierärzte mit Zusatzqualifikation in Zahnheilkunde. Die meisten Hunde benötigen zwischen dem 3. und 7. Lebensjahr ihre erste professionelle Zahnbehandlung. Kleine Rassen oft früher, weil ihre Zähne dichter stehen.
Was unterscheidet Tierzahnmedizin von Humanmedizin?
Jede zahnmedizinische Behandlung beim Hund findet unter Vollnarkose statt. Menschen können den Mund öffnen und stillhalten – Hunde nicht. Das macht jeden Eingriff aufwendiger und teurer.
Während beim Menschen oft jahrelang mit schadhaften Zähnen gelebt wird, führen Zahnprobleme bei Hunden schneller zu systemischen Erkrankungen. Bakterien aus entzündeten Zahnfleischtaschen erreichen über die Blutbahn Herz und Nieren.
Welche Behandlungen werden durchgeführt?
Die professionelle Zahnreinigung kostet zwischen 200 und 400 Euro. Dabei entfernt der Tierarzt Zahnstein auch unterhalb des Zahnfleischrands – dort, wo die heimische Zahnbürste nie hinkommt.
Zahnextraktionen sind der häufigste Eingriff. Ein einzelner Schneidezahn kostet etwa 50 Euro, ein Backenzahn mit mehreren Wurzeln bis zu 150 Euro. Bei Reißzähnen kann eine Extraktion 200 Euro übersteigen.
Wurzelkanalbehandlungen kosten 600 bis 800 Euro pro Zahn. Sie kommen hauptsächlich bei abgebrochenen Fangzähnen zum Einsatz – etwa nach Kämpfen oder dem Kauen auf Steinen.
Wann zahlt die Versicherung?
Viele Hundekrankenversicherungen schließen Zahnbehandlungen aus oder begrenzen sie auf 300 Euro jährlich. Reine Prophylaxe zahlt fast keine Versicherung. Unfallbedingte Zahnschäden werden meist übernommen.
Der Schweizer Tierarzt Dr. med. vet. Thomas Suter schätzt, dass 80 Prozent aller Hunde über fünf Jahren behandlungsbedürftige Zahnprobleme haben. Die Kosten dafür trägt in der Regel der Halter selbst.
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