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Sedation

Sedation ist ein medizinisches Verfahren, bei dem ein Hund durch Beruhigungsmittel in einen Zustand der Entspannung oder leichten Bewusstlosigkeit versetzt wird, um Stress und Schmerzen während tierärztlicher Eingriffe zu minimieren.

3 Min Lesezeit
Inhalt
  1. Wann ist eine Sedation beim Hund notwendig?
  2. Sedation und Vollnarkose
  3. Welche Beruhigungsmittel bekommen Hunde?
  4. Wie bereitet man einen Hund auf die Sedation vor?
  5. Was sind die Risiken einer Sedation?
  6. Wie läuft die Aufwachphase ab?

Wann ist eine Sedation beim Hund notwendig?

Eine Sedation ist notwendig, wenn ein Eingriff für den Hund zu schmerzhaft, zu langwierig oder nur bei absoluter Ruhigstellung durchführbar ist.

Röntgenaufnahmen der Hüfte erfordern minutenlanges Verharren in exakter Position. Bei Gewebeentnahmen am Ohr oder tiefen Wundreinigungen ist Bewegungsfreiheit ein Risiko für Hund und Behandler. Hunde mit Tierarzt-Phobie können bereits bei Blutentnahmen so stark reagieren, dass eine sichere Behandlung ohne Beruhigung nicht möglich ist.

Sedation und Vollnarkose

Die Tiefe der Sedation richtet sich nach Art und Dauer des Eingriffs und reicht von leichter Beruhigung bis zu tiefem Schlaf.

Die Vollnarkose ist keine Sedation, sondern völlige Bewusstlosigkeit. Sie kommt bei Operationen zum Einsatz.

Welche Beruhigungsmittel bekommen Hunde?

Die Medikamentenwahl hängt vom Gesundheitszustand des Hundes und der geplanten Prozedur ab.

Acepromazin ist ein Beruhigungsmittel, das in der Leitlinie als Bestandteil der Prämedikation genannt wird.

Dexmedetomidin wirkt beruhigend und zugleich schmerzlindernd.

Propofol wird intravenös verabreicht; die Dosis bestimmt die Tierärztin nach Leitlinie und Befund.

Kombinationen verschiedener Wirkstoffe ermöglichen niedrigere Einzeldosen bei gleicher Wirkung.

Wie bereitet man einen Hund auf die Sedation vor?

Die AAHA-Leitlinie 2020 empfiehlt für gesunde erwachsene Hunde, das Futter 4 bis 6 Stunden vor dem Eingriff wegzunehmen und Wasser frei verfügbar zu lassen. Die empfohlene Nüchternzeit ist bewusst verkürzt worden, weil kürzeres Fasten unter anderem mit weniger Rückfluss von Magensäure einhergeht. Für Hunde mit bekanntem oder drohendem Rückfluss gilt 6 bis 12 Stunden ohne Futter und Wasser, für Welpen unter acht Wochen oder unter 2 Kilogramm höchstens 1 bis 2 Stunden ohne Futter. Die genaue Vorgabe macht immer die behandelnde Praxis.

Der Tierarzt untersucht vorab Herz, Lunge und bei älteren Hunden oft die Nierenwerte. Brachycephale Rassen (Mops, Bulldogge) erhalten eine intensivere Voruntersuchung, da ihre Atemwege unter Sedation kritisch werden können.

Medikamente wie ACE-Hemmer oder Diuretika müssen eventuell pausiert werden. Das entscheidet der Tierarzt individuell.

Was sind die Risiken einer Sedation?

Das Risiko eines narkosebedingten Todes wurde bei gesunden Hunden auf 0,05 Prozent geschätzt, das entspricht einem Fall auf 1849 Hunde.

Brachycephale Hunde und Katzen neigen stärker zur Verlegung der oberen Atemwege, und brachycephale Rassen zeigen eine höhere Rate atemwegsbezogener Narkosekomplikationen als nicht brachycephale.

Der Blutdruck kann absinken, besonders bei älteren oder herzkranken Hunden. Moderne Praxen überwachen Puls und Sauerstoffsättigung kontinuierlich.

Rückfluss von Mageninhalt und Regurgitation können eine Speiseröhrenentzündung und eine Aspirationspneumonie verursachen. Deshalb die Nüchternzeit vorher.

Wie läuft die Aufwachphase ab?

Als optimale Aufwachzeit gelten 10 bis 30 Minuten nach Ende der Narkose; wie lange es tatsächlich dauert, hängt vom Gesundheitszustand, vom Verfahren, von der Dauer und von der Körpertemperatur ab. Der Hund wird überwacht, bis er wach, normal temperiert und sicher auf den Beinen ist.

Aus der Praxis: In den ersten Stunden zuhause braucht der Hund Ruhe und Überwachung. Treppensteigen oder Springen aufs Sofa sind tabu, das Gleichgewicht ist noch nicht voll da.

Futter gibt es erst, wenn der Hund wieder sicher stehen kann und voll ansprechbar ist. Zu frühes Füttern kann Erbrechen auslösen.

47 bis 60 Prozent aller narkosebedingten Todesfälle bei Hund und Katze treten nach dem Eingriff auf, die meisten innerhalb der ersten 3 Stunden. Bei Schwäche, Erbrechen oder Atemproblemen nach der Sedation gehört dein Hund deshalb ohne Abwarten zurück in die Praxis.