Zähne
Hundezähne sind spezialisierte Werkzeuge: 42 bleibende Zähne mit unterschiedlichen Funktionen für Greifen, Reißen und Mahlen.
Inhalt
Hundezähne sind spezialisierte Werkzeuge: 42 bleibende Zähne mit unterschiedlichen Funktionen für Greifen, Reißen und Mahlen.
Wie viele Zähne hat ein Hund?
Ein erwachsener Hund hat 42 Zähne – 20 im Oberkiefer, 22 im Unterkiefer. Diese Verteilung entsteht durch einen zusätzlichen Backenzahn pro Unterkieferseite.
Welpen starten mit 28 Milchzähnen ab der 3. Lebenswoche. Der Zahnwechsel beginnt um den 4. Monat und ist meist mit 7 Monaten abgeschlossen. Bleiben Milchzähne länger stehen, entstehen Fehlstellungen.
Milchgebiss
- 28 Zähne insgesamt
- Durchbruch: 3.–8. Lebenswoche
- Zahnwechsel: 4.–7. Lebensmonat
Bleibendes Gebiss
Dentalformel: 3I – 1C – 4P – 2M / 3I – 1C – 4P – 3M = 42 Zähne
(I = Schneidezähne, C = Eckzähne, P = Prämolaren, M = Molaren)
Welche Funktionen haben die verschiedenen Zahnarten?
Jeder Zahntyp hat eine spezifische Aufgabe beim Fressen und in der Kommunikation:
Schneidezähne (6 oben, 6 unten): Schaben Fleisch von Knochen und greifen kleine Gegenstände. Hunde nutzen sie auch für die Fellpflege.
Eckzähne (4 insgesamt): Die längsten und stärksten Zähne. Durchdringen und halten Beute fest. Bei Spielkämpfen zeigen Hunde diese Zähne als Warnsignal.
Prämolaren (8 oben, 8 unten): Schneiden und zerkleinern Futter. Der vierte obere Prämolar ist der sogenannte Reißzahn – der größte und schärfste Zahn im Hundegebiss.
Molaren (4 oben, 6 unten): Zermahlen harte Nahrung wie Trockenfutter oder Knochen. Ihre flache Oberfläche funktioniert wie ein Mühlstein.
Welche Zahnprobleme treten häufig auf?
Haushunde entwickeln deutlich öfter Zahnprobleme als ihre wilden Verwandten. Weiches Futter und fehlende Zahnpflege sind die Hauptursachen.
Zahnstein
Entsteht aus mineralisierter Plaque, besonders bei kleinen Rassen. Erste braune Verfärbungen zeigen sich oft schon mit 2 Jahren. Unbehandelt führt Zahnstein zu Zahnfleischentzündungen.
Gingivitis und Parodontitis
Rotes, geschwollenes Zahnfleisch ist das erste Anzeichen. Bei Parodontitis lockern sich die Zähne durch Knochenabbau. Bakterien können über das Zahnfleisch in die Blutbahn gelangen.
Zahnfrakturen
Entstehen durch Kauen auf Steinen, Geweihen oder zu harten Knochen. Bricht die Zahnwurzel auf, dringen Bakterien ein und verursachen schmerzhafte Abszesse.
Persistierende Milchzähne
Betrifft vor allem Toy-Rassen wie Yorkshire Terrier oder Chihuahuas. Die bleibenden Zähne wachsen neben den Milchzähnen – Futter sammelt sich zwischen den Zähnen.
Wie pflegt man Hundezähne richtig?
Tägliches Zähneputzen mit Hundezahnpasta verhindert die meisten Zahnprobleme. Die Paste darf nie Fluorid enthalten – das ist für Hunde giftig.
Beginne mit dem Finger, um das Zahnfleisch zu massieren. Später verwendest du eine weiche Hundezahnbürste. Putze in kreisenden Bewegungen, besonders an der Außenseite der Backenzähne.
Geeignete Kauartikel unterstützen die Reinigung: Ochsenziemer, getrocknete Rinderhaut oder spezielle Zahnpflegeknochen. Meide gekochte Knochen – sie splittern gefährlich.
Tierärztliche Kontrollen alle 6 Monate decken Probleme früh auf. Professionelle Zahnreinigungen unter Narkose werden je nach Rasse alle 1-3 Jahre nötig.
Gibt es rassenspezifische Unterschiede?
Kleine Rassen entwickeln deutlich früher Zahnstein. Ihre Zähne stehen enger, Speichel spült weniger gut. Bei Chihuahuas zeigen sich erste Probleme oft schon mit 12 Monaten.
Große Rassen leiden häufiger unter Zahnfrakturen durch starkes Kauen. Deutsche Schäferhunde oder Rottweiler brauchen härtere Kauartikel als Malteser.
Brachycephale Rassen wie Möpse haben oft Fehlstellungen durch den verkürzten Kiefer. Zähne überlappen sich oder stehen schief.
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