Video-Otoskopie und Ohrspülung
Video-Otoskopie ist eine Untersuchungsmethode, bei der ein flexibles Endoskop mit Kamera tief in den Gehörgang eingeführt wird und Bilder auf einen Monitor überträgt.
Inhalt
Video-Otoskopie ist eine Untersuchungsmethode, bei der ein flexibles Endoskop mit Kamera tief in den Gehörgang eingeführt wird und Bilder auf einen Monitor überträgt.
Warum Video-Otoskopie statt normaler Otoskopie?
Das normale Otoskop reicht nur wenige Zentimeter in den Gehörgang. Bei chronischen Ohrenentzündungen sitzt das Problem oft tiefer – am Übergang zum Mittelohr oder am Trommelfell. Nur die Video-Otoskopie kann zeigen, ob das Trommelfell intakt ist oder sich bereits eine Mittelohrentzündung entwickelt hat.
Der zweite Vorteil: Der Hund muss weniger fixiert werden. Das Endoskop tastet sich vor, der Tierarzt sieht sofort, wenn der Hund Schmerzen hat, und kann reagieren. Bei der manuellen Untersuchung mit dem Otoskop muss dagegen oft der Kopf festgehalten werden.
Wann wird eine Ohrspülung durchgeführt?
Die Ohrspülung entfernt hartnäckige Sekrete und Bakterienbeläge, die mit normaler Ohrreinigung nicht verschwinden. Sie wird unter Narkose durchgeführt – meist in Kombination mit der Video-Otoskopie.
Ein typisches Beispiel: Ein Cocker Spaniel hat seit Wochen braunes, übelriechendes Sekret im Ohr. Antibiotische Ohrentropfen haben nicht geholfen. Die Spülung entfernt zähen Biofilm und eingetrocknetes Sekret, damit neue Medikamente überhaupt an die entzündete Haut gelangen.
Bei der Spülung wird warme Kochsalzlösung oder eine spezielle Ohrreinigungslösung unter kontrolliertem Druck in den Gehörgang geleitet. Das gelöste Material wird abgesaugt. Der Vorgang wiederholt sich, bis die Spüllösung klar herauskommt.
Was kosten diese Untersuchungen?
Die Video-Otoskopie kostet etwa 80–150 Franken, die Ohrspülung weitere 100–200 Franken. Hinzu kommt die Narkose mit rund 150–300 Franken je nach Gewicht des Hundes. Die Gesamtkosten bewegen sich damit in einem Bereich von 330–650 Franken.
Viele Tierärzte bieten beide Verfahren als Paket an, da die Narkose ohnehin nötig ist. Manche Tierkliniken setzen Video-Otoskope mit sehr dünnen Endoskopen ein – dann ist die Untersuchung auch ohne Narkose möglich, kostet aber meist trotzdem 100–150 Franken.
Welche Hunde benötigen diese Untersuchung?
In Frage kommen Hunde mit chronischen Ohrenentzündungen, die auf normale Behandlung nicht ansprechen. Besonders betroffen sind Rassen mit engen oder behaarten Gehörgängen wie Pudel, Cocker Spaniel oder West Highland Terrier.
Ein klares Zeichen: Der Hund kratzt sich blutig am Ohr, obwohl bereits seit Wochen behandelt wird. Oder das Ohrsekret riecht fischig-süss – das deutet auf Pseudomonas-Bakterien hin, die sich in schlecht belüfteten Gehörgängen festsetzen.
Mehr aus dem Wiki
Alle Wiki-Einträge →Giftnotruf für Hunde, DACH-Übersicht
Was tun bei Verdacht auf Vergiftung beim Hund: Sofortmaßnahmen, was du nicht tun solltest, Notfall-Nummern für …
Pflege
Wie erkenne ich, ob ein Welpe gesund ist?
Ein gesunder Welpe zeigt spezifische körperliche und verhaltensbasierte Merkmale, die du systematisch überprüfen kannst, bevor ein …