Wiki · Gesundheit & Pflege

Vestibularsyndrom

2 Min Lesezeit
Vestibularsyndrom
Definition

Das Vestibularsyndrom ist eine akute Störung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr, die bei Hunden zu plötzlichem Schwindel, Kopfschiefhaltung und unkontrollierten Augenbewegungen führt.

Inhalt
  1. Wie erkenne ich ein Vestibularsyndrom?
  2. Wann muss ich sofort zum Tierarzt?
  3. Was kann ich als Erste Hilfe tun?
  4. Welche zwei Formen gibt es?
  5. Wie lange dauert die Heilung?

Das Vestibularsyndrom ist eine akute Störung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr, die bei Hunden zu plötzlichem Schwindel, Kopfschiefhaltung und unkontrollierten Augenbewegungen führt.

Die meisten Halter denken bei den dramatischen Symptomen an einen Schlaganfall – in 90% der Fälle handelt es sich aber um die harmlosere periphere Form, die sich innerhalb von 1-2 Wochen deutlich bessert.

Wie erkenne ich ein Vestibularsyndrom?

Die Symptome treten meist binnen Stunden auf und sind eindeutig: Dein Hund hält den Kopf schief zur betroffenen Seite, seine Augen zucken unkontrolliert hin und her (Nystagmus), und er taumelt beim Laufen oder fällt zur Seite um.

Typisch ist auch, dass betroffene Hunde Kreise in eine Richtung laufen oder sich immer wieder hinlegen, weil das Stehen zu anstrengend wird. Etwa die Hälfte erbricht in den ersten 24 Stunden durch die „Seekrankheit“.

Wann muss ich sofort zum Tierarzt?

Ein Notfall liegt vor, wenn zusätzlich zur Kopfschiefhaltung Lähmungserscheinungen an den Beinen auftreten, der Hund nicht mehr schlucken kann oder Krampfanfälle bekommt – das deutet auf die seltene zentrale Form hin.

Auch wenn dein Hund apathisch wird oder hohes Fieber entwickelt, solltest du noch am selben Tag in die Praxis. Bei „nur“ Schwindel und Kopfschiefhaltung reicht ein Termin am nächsten Tag.

Was kann ich als Erste Hilfe tun?

Sichere deinen Hund vor Stürzen: Leg ihn auf eine weiche Unterlage am Boden und entferne Hindernisse aus seiner Nähe. Führe ihn nur an der Leine und unterstütze ihn beim Aufstehen mit beiden Händen am Brustkorb.

Futter und Wasser stellst du direkt vor seine Nase – viele Hunde trauen sich wegen des Schwindels nicht, den Kopf zu bewegen. Zwinge ihn aber nicht zum Fressen, falls ihm übel ist.

Welche zwei Formen gibt es?

Das periphere Vestibularsyndrom entsteht durch Entzündungen oder Verletzungen im Innenohr selbst. Diese Form macht 90% aller Fälle aus und hat eine gute Prognose – die meisten Hunde sind nach 7-14 Tagen wieder stabil auf den Beinen.

Das zentrale Vestibularsyndrom wird durch Schäden im Gehirn verursacht (Tumor, Schlaganfall, Entzündung). Es ist seltener, aber ernster – hier können neurologische Ausfälle dauerhaft bleiben.

Wie lange dauert die Heilung?

Bei der peripheren Form zeigen 80% der Hunde bereits nach 3-5 Tagen deutliche Besserung. Nach zwei Wochen können die meisten wieder normal laufen, auch wenn eine leichte Kopfschiefhaltung manchmal als „Narbe“ zurückbleibt.

Die zentrale Form hat eine schlechtere Prognose – hier entscheidet die Grunderkrankung über den Verlauf. Vollständige Heilung ist möglich, aber nicht garantiert.