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Thorax

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Thorax
Definition

Der Thorax ist der knöcherne Schutzpanzer um Herz und Lunge eines Hundes, bestehend aus 13 Rippenpaaren, dem Brustbein und den dazugehörigen Muskeln.

Inhalt
  1. Welche Organe und Strukturen liegen im Thorax?
  2. Welche Erkrankungen und Verletzungen können den Thorax betreffen?
  3. Wie gefährlich sind Rippenfrakturen?
  4. Woran erkennt man Probleme im Thorax?
  5. Wie wird der Thorax untersucht?

Der Thorax bezeichnet beim Hund den Brustkorb. Er wird aus der Wirbelsäule, den Rippen, dem Brustbein und den zugehörigen Muskeln und Bindegewebsstrukturen gebildet. Der Brustkorb umschliesst die Brusthöhle und schützt wichtige Organe wie Herz und Lunge.

Hunde besitzen in der Regel 13 Rippenpaare. Die Rippen sind über Gelenke mit der Brustwirbelsäule verbunden. Die vorderen Rippen stehen über Rippenknorpel mit dem Brustbein in Verbindung, während die hinteren Rippen teilweise über einen gemeinsamen Rippenbogen oder frei enden.

Die Form des Thorax unterscheidet sich je nach Körperbau und Rasse. Tiefbrüstige Hunde haben beispielsweise einen deutlich anders geformten Brustkorb als kurzbeinige oder kompakt gebaute Hunde.

Welche Organe und Strukturen liegen im Thorax?

Die Brusthöhle enthält vor allem die Lunge und das Herz. Ausserdem verlaufen durch den Thorax unter anderem:

  • Luftröhre (Trachea)
  • Speiseröhre (Ösophagus)
  • grosse Blutgefässe
  • Nerven und Lymphgefässe

Die Lunge liegt in der Brusthöhle und wird von der Pleura, dem Brustfell, umgeben. Zwischen den beiden Lungenflügeln liegt das Mediastinum, der mittlere Bereich der Brusthöhle. Dort befinden sich unter anderem das Herz, die grossen Blutgefässe, die Luftröhre und die Speiseröhre.

Das Herz liegt innerhalb des Herzbeutels (Perikard). Seine genaue Lage und Ausrichtung hängen unter anderem von Körperbau und Rasse ab. Eine pauschale Aussage, dass das Herz beim Hund „mehr mittig und leicht nach links geneigt“ liegt, beschreibt die Anatomie nur unzureichend.

Welche Erkrankungen und Verletzungen können den Thorax betreffen?

Erkrankungen des Thorax können die Atemwege, die Lunge, das Herz, die Pleura, die Blutgefässe oder die knöchernen Strukturen des Brustkorbs betreffen.

Zu den möglichen Problemen gehören beispielsweise:

  • Pneumothorax, also Luft im Pleuraspalt
  • Pleuraerguss, also Flüssigkeit im Pleuraspalt
  • Hämatothorax, eine Ansammlung von Blut im Brustraum
  • Lungenverletzungen, etwa nach einem Unfall
  • Rippenfrakturen
  • Lungenerkrankungen
  • Herzerkrankungen
  • Tumoren im Brustraum
  • Zwerchfellhernien

Vor allem nach einem Trauma können mehrere Strukturen gleichzeitig verletzt sein. Zu den möglichen Folgen gehören unter anderem Lungenprellungen, Pneumothorax, Blutungen im Brustraum, Herzrhythmusstörungen, Rippenfrakturen und Zwerchfellhernien.

Was ist ein Pneumothorax?

Bei einem Pneumothorax gelangt Luft in den Pleuraspalt, also in den Raum zwischen Lunge und Brustwand. Dadurch kann sich die Lunge teilweise oder vollständig zurückziehen.

Ein Pneumothorax kann beispielsweise nach einem Unfall oder einer Verletzung der Brust entstehen. Er kann auch spontan auftreten, wenn Luft aus dem Lungengewebe in den Pleuraspalt gelangt. Bei einem Spannungspneumothorax steigt der Druck im Brustraum weiter an und kann dadurch die Atmung und den Kreislauf erheblich beeinträchtigen.

Mögliche Anzeichen sind schnelle oder erschwerte Atmung, flache Atemzüge und Schwäche. Ein ausgeprägter Pneumothorax ist ein medizinischer Notfall.

Was ist ein Pleuraerguss?

Bei einem Pleuraerguss sammelt sich Flüssigkeit im Pleuraspalt. Dabei handelt es sich nicht um Flüssigkeit „um die Lunge“ im Sinne eines normalen anatomischen Zustands, sondern um eine krankhafte Ansammlung im Brustraum.

Mögliche Ursachen sind unter anderem Blutungen, Entzündungen, Tumorerkrankungen oder Störungen des Blut- und Lymphabflusses. Je nach Art der Flüssigkeit wird beispielsweise zwischen Hämatothorax (Blut), Chylothorax (Lymphe mit hohem Fettgehalt) und anderen Formen unterschieden.

Ein grösserer Pleuraerguss kann die Lunge verdrängen und dadurch die Atmung erschweren. Betroffene Hunde können beispielsweise schnell und flach atmen, schwach wirken oder eine erhöhte Atemarbeit zeigen.

Was ist eine Zwerchfellhernie?

Bei einer Zwerchfellhernie gelangt Bauchinhalt durch eine Öffnung oder einen Riss im Zwerchfell in die Brusthöhle.

Bei Hunden entstehen traumatische Zwerchfellhernien häufig nach schweren Unfällen. Auch angeborene Formen kommen vor. Je nachdem, welche Organe in den Brustraum gelangen und wie stark sie die Lunge oder andere Strukturen beeinträchtigen, können die Symptome von unauffällig bis zu schwerer Atemnot reichen.

Die Diagnose erfolgt häufig mithilfe von Röntgenaufnahmen. Auch Ultraschall oder weiterführende bildgebende Verfahren können eingesetzt werden.

Bei einer traumatischen Zwerchfellhernie wird der Hund zunächst stabilisiert. Die definitive Behandlung besteht in der Regel in einem chirurgischen Verschluss des Zwerchfellrisses. Eine sofortige Operation ist jedoch nicht in jedem Fall die erste Massnahme, da zunächst lebensbedrohliche Kreislauf- oder Atemprobleme behandelt werden müssen.

Wie gefährlich sind Rippenfrakturen?

Rippen können vor allem durch stumpfe Gewalteinwirkung, beispielsweise bei Verkehrsunfällen, brechen. Einzelne Rippenfrakturen können ohne Operation ausheilen. Entscheidend ist jedoch nicht nur der Bruch selbst, sondern auch, ob gleichzeitig die Lunge, Blutgefässe oder andere Strukturen verletzt wurden.

Bei mehreren gebrochenen Rippen kann ein instabiler Brustkorb (Flail Chest) entstehen. Dabei bewegt sich ein Teil der Brustwand während der Atmung entgegen der normalen Atembewegung. Dies kann die Atmung erheblich beeinträchtigen.

Die Behandlung richtet sich nach dem Ausmass der Verletzungen. Dazu gehören insbesondere eine ausreichende Schmerzbehandlung und die Versorgung weiterer Verletzungen. Nicht jeder Rippenbruch muss operiert werden. Bei schwerem Thoraxtrauma kann eine intensivmedizinische Überwachung erforderlich sein.

Woran erkennt man Probleme im Thorax?

Thoraxerkrankungen können sich unterschiedlich äussern. Mögliche Anzeichen sind:

  • schnelle oder erschwerte Atmung
  • flache Atmung
  • erhöhte Atemarbeit
  • Husten
  • Schmerzen beim Atmen oder bei Bewegungen
  • verminderte Belastbarkeit
  • Schwäche
  • blasse oder bläuliche Schleimhäute
  • Kollaps

Schnelles Atmen nach körperlicher Belastung oder bei hohen Temperaturen kann dagegen eine normale Reaktion sein. Eine auffällig erhöhte Atemfrequenz oder Atemarbeit in Ruhe sollte jedoch tierärztlich abgeklärt werden.

Deutliche Atemnot, bläuliche Schleimhäute, Kollaps oder eine rasche Verschlechterung sind Notfallzeichen.

Bei einem schweren Unfall sollte ein Hund auch dann untersucht werden, wenn äusserlich nur geringe Verletzungen sichtbar sind, da innere Verletzungen nicht zuverlässig anhand der Haut beurteilt werden können.

Wie wird der Thorax untersucht?

Die Untersuchung beginnt mit einer klinischen Beurteilung. Dazu gehören unter anderem das Beobachten der Atmung sowie das Abhören von Herz und Lunge.

Je nach Verdacht können verschiedene bildgebende Verfahren eingesetzt werden:

  • Röntgenaufnahmen des Thorax können unter anderem Hinweise auf Rippenfrakturen, Pneumothorax, Pleuraerguss, Veränderungen des Lungengewebes oder Veränderungen der Herzgrösse liefern. Bei einem Thoraxtrauma ist das Röntgen jedoch nur ein Teil der möglichen Diagnostik.
  • Ultraschall: Die Ultraschalluntersuchung kann insbesondere bei Erkrankungen der Pleura und bei Flüssigkeitsansammlungen hilfreich sein. Auch bestimmte Veränderungen am Herzen lassen sich mittels Ultraschall untersuchen.
  • Eine spezielle Form ist die Echokardiografie, also der Herzultraschall. Damit können unter anderem Herzklappen, Herzkammern, Herzvorhöfe und die Herzfunktion beurteilt werden.
  • CT und weitere Verfahren: Eine Computertomografie (CT) kann detailliertere Bilder des Brustkorbs liefern und kommt beispielsweise bei bestimmten Tumoren, komplexen Verletzungen oder zur Operationsplanung infrage. Eine MRT wird für Erkrankungen des Thorax deutlich seltener eingesetzt.
  • Bei Flüssigkeit oder Luft im Brustraum kann ausserdem eine Thorakozentese durchgeführt werden. Dabei wird mit einer Nadel oder einem Katheter Flüssigkeit oder Luft aus dem Pleuraspalt entfernt. Die gewonnene Flüssigkeit kann anschliessend untersucht werden.