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Szintigrafie

Die Szintigrafie ist ein bildgebendes Verfahren, bei dem schwach radioaktiv markierte Substanzen in den Körper injiziert werden und eine Spezialkamera deren Strahlung aufzeichnet, um funktionelle Aktivität in bestimmten Geweben sichtbar zu machen.

4 Min Lesezeit
Szintigrafie
Inhalt
  1. Wie läuft eine Szintigrafie bei Tieren ab?
  2. Wann kommt eine Szintigrafie bei Tieren zum Einsatz?
  3. Welche Risiken gibt es bei einer Szintigrafie bei Tieren?
  4. Was ist der Unterschied zwischen Szintigrafie und Röntgen?

Eine Szintigrafie ist ein bildgebendes Verfahren der Nuklearmedizin, das nicht nur die Struktur eines Organs oder Gewebes, sondern vor allem dessen Funktion und Stoffwechselaktivität sichtbar macht.

Dazu erhält das Tier ein Radiopharmakon. Dabei handelt es sich um eine schwach radioaktive Substanz, die sich je nach Untersuchung gezielt in bestimmten Organen oder Geweben anreichert.

Eine spezielle Gammakamera registriert die vom Radiopharmakon ausgesandte Strahlung und erstellt daraus ein Szintigramm.

So lassen sich beispielsweise Bereiche mit erhöhtem Knochenstoffwechsel, bestimmte Schilddrüsenerkrankungen oder Veränderungen der Organfunktion erkennen. Die Szintigrafie ergänzt damit Verfahren wie Röntgen, Ultraschall, CT oder MRT, ersetzt sie aber nicht grundsätzlich.

Wie läuft eine Szintigrafie bei Tieren ab?

Vorbereitung

Eine Szintigrafie wird in spezialisierten Tierkliniken oder tiermedizinischen Zentren durchgeführt, da dafür spezielle Geräte, Radiopharmaka und entsprechende Strahlenschutzvorkehrungen erforderlich sind.

Welches Radiopharmakon verwendet wird, hängt von der jeweiligen Fragestellung ab. In der tiermedizinischen Nuklearmedizin kommt besonders häufig Technetium-99m (99mTc) zum Einsatz. Für Untersuchungen der Schilddrüse können unter anderem radioaktive Iodisotope verwendet werden.

Damit die Aufnahme nicht durch Bewegungen beeinträchtigt wird, kann eine Sedation oder Narkose erforderlich sein. Ob sie notwendig ist, hängt von Tierart, Untersuchungsregion und Verfahren ab.

Untersuchung

Nach der Verabreichung verteilt sich das Radiopharmakon im Körper und reichert sich entsprechend seiner biologischen Eigenschaften in bestimmten Geweben an.

Anschliessend wird das Tier unter oder neben der Gammakamera positioniert. Je nach Untersuchung erfolgt die Aufnahme unmittelbar oder erst nach einer bestimmten Wartezeit.

Die Kamera registriert die ausgesandte Gammastrahlung und erzeugt daraus ein Bild der Verteilung des Radiopharmakons. Bei bestimmten Untersuchungen werden auch Veränderungen der Aufnahme über einen Zeitraum erfasst, um die Funktion eines Organs beurteilen zu können.

Wie lange die Untersuchung dauert, lässt sich nicht pauschal angeben. Dauer und Ablauf unterscheiden sich je nach Tierart, Untersuchungsgebiet und verwendeter Methode.

Auswertung

Auf dem Szintigramm können Bereiche mit auffällig hoher oder niedriger Aktivität sichtbar werden.

Bei einer Knochenszintigrafie können beispielsweise Regionen mit erhöhtem Knochenstoffwechsel auf eine aktive Schädigung hinweisen. Bei einer Schilddrüsenszintigrafie lässt sich dagegen die Aufnahme des Radiopharmakons durch das Schilddrüsengewebe beurteilen.

Die Befunde werden zusammen mit der klinischen Untersuchung und anderen diagnostischen Verfahren interpretiert. 

Wann kommt eine Szintigrafie bei Tieren zum Einsatz?

Die Einsatzmöglichkeiten unterscheiden sich je nach Tierart und Fragestellung.

Pferde: Bei Pferden wird die Knochenszintigrafie unter anderem zur Abklärung schwer lokalisierbarer Lahmheiten eingesetzt. Sie kann Bereiche mit erhöhter Knochenaktivität sichtbar machen, beispielsweise bei bestimmten Stress- oder Knochenverletzungen. Besonders hilfreich ist sie, wenn die Ursache der Lahmheit durch klinische Untersuchung, Röntgen oder Ultraschall nicht eindeutig festgestellt werden kann.

Katzen: Bei Katzen wird die Szintigrafie insbesondere zur Untersuchung der Schilddrüse eingesetzt. Sie kann beispielsweise sichtbar machen, welches Schilddrüsengewebe bei einer Hyperthyreose übermässig aktiv ist.

Hunde und andere Tiere: Je nach Fragestellung können nuklearmedizinische Untersuchungen auch zur Beurteilung von Organfunktionen eingesetzt werden. Dazu gehören unter anderem Untersuchungen von Lunge, Nieren, Leber, Herz und Schilddrüse. Auch bestimmte Durchblutungs- oder Gefässveränderungen können mit nuklearmedizinischen Verfahren untersucht werden.

Welche Methode sinnvoll ist, hängt immer von der konkreten diagnostischen Fragestellung ab. Für viele Erkrankungen sind Röntgen, Ultraschall, CT oder MRT geeigneter.

Welche Risiken gibt es bei einer Szintigrafie bei Tieren?

Eine Szintigrafie ist ein nicht invasives Untersuchungsverfahren. Das Radiopharmakon führt jedoch zu einer vorübergehenden Strahlenexposition des Tieres. Die verwendeten Substanzen sind so ausgewählt und dosiert, dass die Untersuchung mit einer möglichst geringen Strahlenbelastung durchgeführt werden kann. Eine Strahlenexposition lässt sich bei nuklearmedizinischen Untersuchungen allerdings nicht vollständig vermeiden.

Ein weiteres mögliches Risiko besteht in einer notwendigen Sedierung oder Narkose. Dabei gelten die üblichen Risiken.

Nach der Untersuchung muss das Radiopharmakon aus dem Körper ausgeschieden werden. Je nach verwendetem Radionuklid und Untersuchung kann deshalb eine vorübergehende Trennung vom Tier oder eine stationäre Unterbringung erforderlich sein. Das dient vor allem dazu, die Strahlenexposition für Menschen möglichst gering zu halten. Welche Schutzmassnahmen gelten, hängt vom verwendeten Radionuklid und den jeweiligen Strahlenschutzvorschriften ab.

Bei trächtigen Tieren sollte eine Untersuchung mit ionisierender Strahlung nur erfolgen, wenn sie medizinisch notwendig ist. Die Entscheidung muss unter Berücksichtigung der möglichen Risiken und des diagnostischen Nutzens getroffen werden.

Was ist der Unterschied zwischen Szintigrafie und Röntgen?

Röntgen und Szintigrafie liefern unterschiedliche Informationen. Eine Röntgenaufnahme zeigt vor allem anatomische Strukturen, während eine Szintigrafie die Verteilung und Aktivität eines Radiopharmakons und damit bestimmte physiologische Prozesse sichtbar macht.

Bei einer Knochenerkrankung kann ein Röntgenbild beispielsweise zeigen, wie der Knochen strukturell verändert ist. Eine Knochenszintigrafie kann dagegen bereits eine erhöhte Stoffwechselaktivität in einem Bereich sichtbar machen, bevor deutliche strukturelle Veränderungen im Röntgenbild erkennbar sind.

Die Verfahren können sich deshalb ergänzen.