Ribosom
Bild: Wikimedia Commons – Multiple Ribosomes Translation Protein Synthesis.png von Christinelmiller · CC BY-SA 4.0 Ribosomen sind Zellstrukturen, die für die Herstellung von Proteinen verantwortlich sind.
Inhalt
Ribosomen sind Zellstrukturen, die für die Herstellung von Proteinen verantwortlich sind. Sie kommen in nahezu allen Zellen des Körpers vor und setzen anhand der genetischen Information Aminosäuren zu Proteinen zusammen. Proteine werden unter anderem für Muskeln, Enzyme, Hormone, Transportvorgänge und die Immunabwehr benötigt.
Ribosomen sind daher ein grundlegender Bestandteil der Zellfunktion. Sie kommen nicht nur bei Hunden, sondern bei praktisch allen Lebewesen vor.
Wie funktionieren Ribosomen?
Die Information für den Aufbau eines Proteins ist in der DNA gespeichert. Bei der Proteinbiosynthese wird diese Information zunächst in eine Boten-RNA (mRNA) übertragen. Ein Ribosom liest anschliessend die mRNA und setzt entsprechend ihrer Abfolge die passenden Aminosäuren zu einer Proteinkette zusammen.
Ribosomen bestehen aus RNA und Proteinen und setzen sich aus zwei Untereinheiten zusammen. Bei eukaryotischen Zellen, zu denen auch die Zellen von Hunden gehören, befinden sich Ribosomen sowohl frei im Zellplasma als auch auf der Oberfläche des sogenannten rauen endoplasmatischen Retikulums.
Welche Bedeutung haben Ribosomen für Hunde?
Ohne Ribosomen wäre die Herstellung neuer Proteine nicht möglich. Da Proteine an zahlreichen biologischen Vorgängen beteiligt sind, ist die Ribosomenfunktion für Wachstum, Erhaltung und Reparatur von Gewebe sowie für viele Stoffwechselprozesse erforderlich.
Besonders während des Wachstums, bei der Gewebereparatur und bei bestimmten Anpassungsprozessen des Körpers werden kontinuierlich neue Proteine gebildet. Die Ribosomen übernehmen dabei die eigentliche Übersetzung der genetischen Information in Proteine.
Ribosomen und Antibiotika
Ribosomen sind auch für die Wirkung bestimmter Antibiotika relevant. Bakterien besitzen Ribosomen, die sich in ihrer Struktur von den Ribosomen tierischer Zellen unterscheiden.
Einige Antibiotika greifen gezielt in die bakterielle Proteinherstellung ein, indem sie an bakterielle Ribosomen binden und deren Funktion hemmen. Dadurch wird das Wachstum und die Vermehrung empfindlicher Bakterien beeinträchtigt oder die Bakterien sterben ab.
Die Unterschiede zwischen bakteriellen und tierischen Ribosomen ermöglichen es, bestimmte Antibiotika gegen bakterielle Erreger einzusetzen, ohne die Proteinherstellung der tierischen Zellen in gleicher Weise zu hemmen.
Gibt es Erkrankungen der Ribosomen?
Veränderungen an Ribosomen oder an den Genen, die für deren Bestandteile und Funktion verantwortlich sind, können grundsätzlich zu Störungen der Zellfunktion führen. Solche Erkrankungen werden beim Menschen beispielsweise unter dem Begriff Ribosomopathien zusammengefasst.
Auch bei Tieren sind genetische Veränderungen bekannt, die Bestandteile der Proteinbiosynthese betreffen können. Spezifische Erkrankungen, die beim Hund eindeutig auf eine Störung der Ribosomenfunktion zurückgeführt werden, sind jedoch selten und für die allgemeine tiermedizinische Praxis von geringer Bedeutung.
Ribosomen und Tumorerkrankungen
Bei Tumorzellen ist die Proteinproduktion häufig verändert. Da sich Krebszellen vermehren und ihren Stoffwechsel anpassen, können auch Veränderungen der Ribosomenbildung und -aktivität auftreten.
Ribosomen sind deshalb Gegenstand der Krebsforschung. Aus einer erhöhten Ribosomenaktivität lässt sich jedoch nicht ableiten, dass ein Tumor allein deshalb schneller wächst. Das Wachstum von Tumoren wird durch zahlreiche genetische und zelluläre Prozesse beeinflusst.
Können Ernährung oder Nahrungsergänzungsmittel die Ribosomen unterstützen?
Ribosomen benötigen für die Proteinbiosynthese unter anderem Aminosäuren und Energie. Eine bedarfsgerechte Ernährung stellt die dafür notwendigen Nährstoffe grundsätzlich bereit.
Eine spezielle Nahrungsergänzung zur „Unterstützung der Ribosomen“ ist bei einem gesunden Hund nicht erforderlich. Auch ein erhöhter Proteinbedarf bei Wachstum, Krankheit oder Genesung bedeutet nicht, dass die Ribosomen gezielt mit zusätzlichen Vitaminen oder anderen Nahrungsergänzungsmitteln unterstützt werden müssen.
Entscheidend ist eine insgesamt bedarfsgerechte Versorgung mit Energie und Nährstoffen.
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