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Prolaktin

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Prolaktin
Inhalt
  1. Biochemische Eigenschaften
  2. Funktionen beim Hund
  3. Pathologische Veränderungen
  4. Diagnostik
  5. Therapie
  6. Evolutionäre Bedeutung

Prolaktin ist ein Peptidhormon, das in der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) gebildet wird. Es spielt eine zentrale Rolle bei Fortpflanzung, Laktation (Milchbildung) und bestimmten Verhaltensweisen. Beim Hund ist Prolaktin besonders eng mit der Scheinträchtigkeit (Pseudogravidität) verknüpft.

Biochemische Eigenschaften

  • Prolaktin ist ein Eiweißhormon (Peptid), bestehend aus ca. 200 Aminosäuren.
  • Produktion im Vorderlappen der Hypophyse (Adenohypophyse).
  • Freisetzung wird vor allem durch Dopamin gehemmt und durch TRH (Thyreotropin-Releasing-Hormon) stimuliert.
  • Wirkt über spezifische Prolaktin-Rezeptoren, die in Brustdrüse, Gebärmutter, Ovarien, Prostata, Haut und Gehirn vorkommen.

Funktionen beim Hund

  • Laktation: Prolaktin ist das wichtigste Hormon zur Anregung der Milchbildung nach dem Wurf.
  • Scheinträchtigkeit: Nach der Läufigkeit steigt Prolaktin, wenn Progesteron abfällt – dies löst typische Verhaltensweisen (Nestbau, Mutterverhalten) und Milchfluss aus.
  • Fortpflanzung: Reguliert Gelbkörperfunktion (Corpus luteum) in der Hündin.
  • Verhalten: Fördert Fürsorge- und Pflegeverhalten; bei Rüden mitunter Einfluss auf Vaterinstinkte beobachtet.
  • Immunmodulation: Prolaktin wirkt auch auf das Immunsystem und beeinflusst entzündliche Prozesse.

Pathologische Veränderungen

  • Hyperprolaktinämie: Erhöhte Prolaktinspiegel können bei Hündinnen verlängerte Scheinträchtigkeiten, Milchfluss ohne Trächtigkeit (Galaktorrhö) oder Fertilitätsstörungen verursachen.
  • Hypoprolaktinämie: Sehr selten, kann zu unzureichender Milchproduktion nach dem Wurf führen.
  • Prolaktinom: Gutartige Tumoren der Hypophyse, die übermäßig Prolaktin produzieren – beim Hund selten beschrieben.

Diagnostik

  • Blutuntersuchung auf Prolaktinspiegel (Speziallabor erforderlich).
  • Indirekte Diagnostik über klinische Symptome (Milchfluss, Scheinträchtigkeit, Zyklusstörungen).

Therapie

  • Dopamin-Agonisten (z. B. Cabergolin, Bromocriptin) hemmen die Prolaktinausschüttung und werden bei starker oder belastender Scheinträchtigkeit eingesetzt.
  • Management: Bei milden Fällen reichen oft Bewegung, Ablenkung und Vermeidung von Milchstimulation.

Evolutionäre Bedeutung

Bei Wölfen und wildlebenden Caniden unterstützt Prolaktin die sogenannte „Ammenfunktion“: Auch nicht trächtige Rudelmitglieder können Milch bilden, um Welpen gemeinsam aufzuziehen. Dies gilt als wichtiger Überlebensvorteil für das Rudel.