Sinusknoten
Der Sinusknoten ist der Bereich spezialisierter Herzzellen, der beim gesunden Hund die Erregung des Herzens startet und Rate und Rhythmus vorgibt.
Inhalt
Der Sinusknoten ist ein kleiner Bereich spezialisierter Zellen im rechten Herzvorhof deines Hundes, der spontan elektrische Impulse erzeugt und dadurch jeden Herzschlag auslöst.
Warum ist der Sinusknoten für deinen Hund so wichtig?
Ohne funktionierenden Sinusknoten würde das Herz deines Hundes nicht schlagen. Die winzigen elektrischen Impulse aus diesem „natürlichen Schrittmacher“ sorgen dafür, dass sich erst die Vorhöfe zusammenziehen und Blut in die Herzkammern pumpen. Danach kontrahieren die Kammern und treiben das Blut in Lungen und Körper.
Ein gesunder Sinusknoten passt die Frequenz der Situation an. In Ruhe liegen kleine Hunde bei 70 bis 120 Schlägen pro Minute, grosse Hunde bei 60 bis 120. Dauerhaft über 180 Schläge pro Minute gilt beim Hund als zu schnell, unter 60 bis 70 als zu langsam.
Welche Sinusknoten-Störungen gibt es beim Hund?
Sinusbradykardie bedeutet, der Herzschlag ist zu langsam für die Bedürfnisse deines Hundes. Du erkennst das daran, dass dein Hund nach kurzen Spaziergängen müde wird oder beim Treppensteigen schnell aus der Puste kommt.
Sinustachykardie ist das Gegenteil: Das Herz rast auch in Ruhe. Dein Hund wirkt unruhig, hechelt ohne erkennbaren Grund und sein Herzschlag fühlt sich beim Streicheln der Brust gehetzt an.
Beim Sick-Sinus-Syndrom setzt der Sinusknoten zeitweise aus, Ersatzschläge springen ein, seltener kommt es zusätzlich zu Phasen von Herzrasen. Typische Folgen sind Schwäche und Ohnmachtsanfälle. Beschrieben ist die Störung vor allem bei älteren Hunden, besonders bei Zwergschnauzern und Cocker Spaniels.
Woran erkenne ich Probleme mit dem Herzrhythmus?
Dein Hund bricht während des Spaziergangs plötzlich zusammen? Das kann ein Zeichen für schwere Rhythmusstörungen sein. Häufiger sind subtilere Anzeichen: Dein sonst aktiver Hund wird träge, schläft mehr als üblich oder bleibt beim Gassi-Gehen öfter stehen.
Lege deine Hand an die linke Brustseite deines ruhenden Hundes. Ein gesunder Herzschlag fühlt sich regelmässig an, wie ein gleichmässiges Klopfen. Unregelmässige Abstände zwischen den Schlägen oder ein Herzschlag, den du kaum spürst, sollten dich aufmerksam machen.
Aus der Praxis: bei grossen Hunden kannst du den Puls auch an der Innenseite des Oberschenkels fühlen, dort wo das Bein in den Bauch übergeht.
Wie wird eine Sinusknoten-Störung diagnostiziert?
Das EKG zeigt, ob der Sinusknoten regelmässig feuert oder Aussetzer hat. Die bunten Kurven zeigen deinem Tierarzt, ob der Sinusknoten regelmässig feuert oder Aussetzer hat. Für ein aussagekräftiges EKG sollte dein Hund möglichst entspannt sein, Aufregung in der Praxis kann die Messung verfälschen.
Manchmal treten die Störungen nur sporadisch auf. Dann bekommt dein Hund einen Holter-Monitor, einen tragbaren Rekorder, der ein 24-Stunden-EKG aufzeichnet. Das kleine Gerät wird am Geschirr befestigt und stört die meisten Hunde nicht.
Kann man Sinusknoten-Probleme behandeln?
Leichte Fälle lassen sich oft mit Medikamenten stabilisieren. Bei bestimmten Rhythmusstörungen, etwa einem vollständigen AV-Block, ist ein Herzschrittmacher beim Hund die einzige wirksame Behandlung. Die Implantation ist ein grösserer Eingriff, kann aber die Lebensqualität dramatisch verbessern.
Ein Schrittmacher beim Hund funktioniert wie beim Menschen: Er springt ein, wenn der natürliche Sinusknoten versagt, und gibt dann die nötigen elektrischen Impulse ab. Die meisten Hunde vertragen das Gerät problemlos und können wieder normal aktiv sein.
Wann muss ich mit meinem Hund zum Tierarzt?
Sofort, wenn dein Hund während körperlicher Aktivität zusammenbricht oder ohnmächtig wird. Das deutet auf schwere Rhythmusstörungen hin, die lebensbedrohlich sein können.
Vereinbare zeitnah einen Termin, wenn dir Verhaltensänderungen auffallen: weniger Spiellust, häufigeres Stehenbleiben beim Gassi-Gehen, oder wenn du einen unregelmässigen Herzschlag fühlst. Je früher Sinusknoten-Probleme erkannt werden, desto besser lassen sie sich behandeln.
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