Serum
Serum ist der klare, gelbliche Teil des Blutes, der übrig bleibt, wenn die roten und weißen Blutzellen sowie die Gerinnungsstoffe entfernt wurden.
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Serum ist der klare, gelbliche Teil des Blutes, der übrig bleibt, wenn die roten und weißen Blutzellen sowie die Gerinnungsstoffe entfernt wurden. Wenn dein Tierarzt „Blut abnimmt für die Laboruntersuchung“, analysiert er meist genau dieses Serum – es verrät ihm, wie es um Leber, Nieren, Immunsystem und Stoffwechsel deines Hundes steht.
Wie unterscheidet sich Serum von Plasma?
Serum enthält keine Gerinnungsfaktoren mehr. Plasma dagegen ist das komplette flüssige Blut mit allen Eiweißstoffen – auch denen für die Blutgerinnung. Der Tierarzt entscheidet je nach Untersuchungszweck, was er braucht.
Für die meisten Standard-Blutuntersuchungen reicht Serum. Es zeigt die aktuellen Werte von Organen und Stoffwechsel, ohne dass die Gerinnungsfaktoren das Ergebnis verfälschen.
Was kann der Tierarzt im Serum messen?
Organfunktion steht meist im Mittelpunkt. Leberwerte wie ALT und AST zeigen, ob die Leber gesund arbeitet. Nierenwerte wie Kreatinin decken Nierenprobleme auf, bevor du sie am Verhalten deines Hundes bemerkst.
Auch der Blutzucker wird im Serum gemessen – wichtig bei Diabetes-Verdacht. Elektrolyte wie Natrium und Kalium verraten, ob der Wasserhaushalt stimmt.
Bei Verdacht auf Infektionen sucht der Tierarzt nach Antikörpern gegen bestimmte Erreger. So lässt sich zum Beispiel eine durchgemachte Borreliose nachweisen, auch wenn der Hund längst wieder gesund aussieht.
Wie wird Serum gewonnen?
Der Tierarzt nimmt Blut ab, meist aus der Halsvene oder Pfotenvene. Das Blut kommt in ein Röhrchen ohne Zusätze und gerinnt dort von selbst.
Nach etwa 30 Minuten wird das geronnene Blut zentrifugiert – wie in einer schnell drehenden Waschmaschine. Die schweren Blutzellen setzen sich unten ab, das klare Serum schwimmt oben.
Dieses Serum wird abpipettiert und kann sofort untersucht oder eingefroren werden.
Wann ordnet der Tierarzt eine Serum-Untersuchung an?
Bei älteren Hunden gehört die Serum-Analyse zur jährlichen Vorsorge. Sie deckt beginnende Organschäden auf, lange bevor der Hund Symptome zeigt.
Auch vor Narkosen wird routinemäßig das Serum gecheckt – Leber und Nieren müssen die Narkosemittel abbauen können.
Wenn dein Hund plötzlich mehr trinkt, erbricht oder abgeschlagen wirkt, hilft die Serum-Analyse bei der Ursachensuche. Manchmal ist es „nur“ Stress, manchmal steckt eine ernste Erkrankung dahinter.
Was bedeuten abweichende Serumwerte?
Erhöhte Leberwerte können auf eine Vergiftung, Medikamentenschäden oder eine chronische Lebererkrankung hinweisen. Niedrige Albumin-Werte deuten auf Proteinverlust hin – durch die Nieren oder den Darm.
Stark erhöhte Nierenwerte zeigen an, dass die Nieren bereits geschädigt sind. Dann ist schnelles Handeln nötig, um weitere Verschlechterungen zu bremsen.
Einzelne Abweichungen sind aber nicht automatisch dramatisch. Der Tierarzt schaut immer auf das Gesamtbild und die Krankengeschichte deines Hundes.
Kann Serum auch zur Behandlung eingesetzt werden?
Hyperimmunserum enthält besonders viele Antikörper gegen eine bestimmte Krankheit. Es wird von Hunden gewonnen, die gegen diese Krankheit geimpft wurden.
Bei einem Tollwut-Verdacht kann solches Serum lebensrettend sein – es bietet sofortigen Schutz, während der Körper des Hundes eigene Antikörper bildet.
Allerdings ist diese Behandlung selten geworden, da die Vorbeugung durch Impfungen so gut funktioniert.
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