Arthrose
Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung, bei der sich der Knorpel zwischen den Knochen abnutzt und dabei Schmerzen, Steifheit und Bewegungseinschränkungen verursacht.
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Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung, bei der sich der Knorpel zwischen den Knochen abnutzt und dabei Schmerzen, Steifheit und Bewegungseinschränkungen verursacht.
Die Erkrankung trifft jeden fünften Hund über sieben Jahre. Besonders betroffen sind grosse Rassen wie Deutsche Schäferhunde und Retriever – ihre Gelenke tragen mehr Gewicht und verschleissen schneller.
Wie entsteht Arthrose beim Hund?
Arthrose entwickelt sich durch kontinuierliche Abnutzung des Gelenkknorpels – ein schleichender Prozess über viele Jahre.
Die häufigsten Auslöser:
- Alter: Der Knorpel verliert ab dem sechsten Lebensjahr seine Elastizität
- Übergewicht: Jedes Kilogramm zu viel verdreifacht die Gelenkbelastung
- Genetik: Hüft- und Ellbogendysplasie prädisponieren für späteren Verschleiss
- Verletzungen: Kreuzbandrisse oder Knochenbrüche schädigen die Gelenkstruktur dauerhaft
- Fehlstellungen: X- oder O-Beine verteilen das Körpergewicht ungleichmässig
Entzündungsreaktionen verstärken den Knorpelabbau zusätzlich – ein Kreislauf, der sich selbst beschleunigt.
Woran erkenne ich Arthrose bei meinem Hund?
Die ersten Anzeichen sind subtil. Dein Hund bewegt sich nach dem Aufstehen steifer als sonst.
Frühe Hinweise sind:
- Anlaufsteifheit nach dem Schlafen (5–10 Minuten)
- Zögern vor Treppen oder beim Einsteigen ins Auto
- Verkürzte Spaziergänge ohne erkennbaren Grund
- Bevorzugung einer Körperseite beim Liegen
Im fortgeschrittenen Stadium werden die Symptome deutlicher:
- Sichtbare Lahmheit, besonders bei kaltem Wetter
- Winseln beim Berühren bestimmter Gelenke
- Muskelschwund an den Hinterbeinen
- Verhaltensänderungen: Rückzug, Reizbarkeit bei Berührung
Wie diagnostiziert der Tierarzt Arthrose?
Die Diagnose beginnt mit der Ganganalyse. Dein Tierarzt beobachtet, wie sich dein Hund bewegt und welche Gelenke er entlastet.
Danach folgt die Gelenkpalpation: systematisches Abtasten aller Gelenke auf Schwellungen, Wärme und Schmerzreaktionen. Bewegungstests zeigen eingeschränkte Gelenkwinkel.
Röntgenaufnahmen bestätigen die Verdachtsdiagnose. Sie zeigen:
- Verengten Gelenkspalt (weniger Knorpel)
- Knochensporne an den Gelenkrändern
- Knochenverdichtungen unter dem Knorpel
- Gelenkfehlstellungen
CT oder MRT sind selten nötig – nur bei geplanten Operationen oder unklaren Fällen.
Welche Behandlungen kommen in Frage?
Arthrose ist nicht heilbar, aber gut behandelbar. Das Ziel: Schmerzen reduzieren und die Beweglichkeit erhalten.
Medikamentöse Therapie:
- NSAIDs (Meloxicam, Carprofen) gegen Entzündung und Schmerz
- Tramadol oder Gabapentin bei starken Schmerzen
- Glucosamin/Chondroitin als Knorpelschutz (Studienlage umstritten)
- Hyaluronsäure-Injektionen direkt ins Gelenk
Physiotherapie und Bewegung:
- Unterwasserlaufband reduziert Gelenkbelastung um 80 %
- Passive Bewegungsübungen erhalten die Beweglichkeit
- Wärmetherapie vor, Kälte nach der Bewegung
- Elektrotherapie gegen Schmerzen und Muskelschwund
Gewichtsmanagement: Schon zwei Kilogramm Gewichtsverlust halbieren die Lahmheit bei übergewichtigen Hunden nachweislich.
Was kann ich zuhause für meinen Hund tun?
Die häusliche Betreuung trägt wesentlich zum Therapieerfolg bei.
Bewegung dosieren: Täglich 20–30 Minuten gleichmässige Bewegung. Keine Sprünge oder abrupte Richtungswechsel. Schwimmen ist ideal – falls verfügbar.
Umgebung anpassen:
- Orthopädische Hundebetten mit Memory-Schaum
- Rutschfeste Matten auf glatten Böden
- Rampen statt Treppen (Steigung max. 20 Grad)
- Erhöhte Futter- und Wassernäpfe
Wärmetherapie: Warme Kompressen 10–15 Minuten vor dem Spaziergang lockern steife Gelenke. Nie bei akuter Entzündung anwenden.
Massage: Sanfte Kreisbewegungen um die Gelenke fördern die Durchblutung und lindern Verspannungen.
Bei akuter Verschlechterung sofort den Tierarzt kontaktieren. Arthrose verläuft schubweise – eine Anpassung der Medikation kann nötig werden.
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