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Progesteron

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Progesteron
Definition

Progesteron ist ein Sexualhormon, das bei Hündinnen die Trächtigkeit aufrechterhält und den Fortpflanzungszyklus steuert.

Inhalt
  1. Wie beeinflusst Progesteron den Läufigkeitszyklus?
  2. Wann ist ein Progesteron-Test beim Hund sinnvoll?
  3. Was passiert bei einer Scheinschwangerschaft?
  4. Kann man Progesteronmangel behandeln?

Progesteron ist ein Sexualhormon, das bei Hündinnen die Trächtigkeit aufrechterhält und den Fortpflanzungszyklus steuert.

Nach dem Eisprung produziert der Gelbkörper (Corpus luteum) in den Eierstöcken dieses Hormon. Es wandelt die Gebärmutterschleimhaut um und verhindert vorzeitige Wehen. Ohne ausreichend Progesteron kann keine Trächtigkeit bestehen, da der Körper die Föten abstossen würde.

Progesteron beeinflusst nicht nur die Gebärmutter, sondern auch das Verhalten. Deshalb werden läufige Hündinnen oft anhänglicher oder beginnen nach dem Eisprung, Spielzeug zu bemuttern.

Wie beeinflusst Progesteron den Läufigkeitszyklus?

Der Progesteronspiegel bestimmt, in welcher Phase sich die Hündin befindet.

Während des Proöstrus (erste Blutung) ist Progesteron niedrig, Östrogen dominiert. Die Vulva schwillt an, Blutungen beginnen. Etwa 9 bis 12 Tage später erfolgt der Eisprung. Jetzt steigt Progesteron schlagartig an und bleibt 2 bis 3 Monate erhöht, unabhängig davon, ob die Hündin trächtig ist oder nicht.

Das erklärt, warum unkastrierte Hündinnen nach jeder Läufigkeit einen hormonellen Wandel durchleben. Der Körper verhält sich monatelang so, als wäre er trächtig. Erst wenn das Progesteron abfällt, beginnt die Ruhephase (Anöstrus) bis zur nächsten Läufigkeit.

Wann ist ein Progesteron-Test beim Hund sinnvoll?

Ein Progesteron-Test hilft bei der Deckzeitbestimmung und Trächtigkeitsüberwachung.

Züchter nutzen ihn, um den optimalen Deckzeitpunkt zu ermitteln. Der Eisprung erfolgt etwa 24 bis 48 Stunden nach dem Progesteron-Anstieg über 2 ng/ml. Da Spermien bis zu 7 Tage überleben können, ist das Zeitfenster breiter als oft angenommen.

Bei Trächtigkeitsproblemen misst der Tierarzt regelmässig den Progesteronspiegel. Fällt er ab Tag 58 unter 1 ng/ml, steht die Geburt bevor. Ein zu früher Abfall kann Frühgeburten ankündigen.

Auch bei Zyklusstörungen bringt der Test Klarheit: Bleibt Progesteron dauerhaft niedrig, findet vermutlich kein Eisprung statt. Ungewöhnlich hohe Werte können auf Eierstockzysten hindeuten.

Was passiert bei einer Scheinschwangerschaft?

Eine Scheinschwangerschaft entsteht durch den normalen Hormonabfall nach der Läufigkeit.

Etwa 6 bis 12 Wochen nach dem Eisprung fällt das Progesteron abrupt ab. Gleichzeitig steigt Prolaktin, das Milchbildungshormon. Die Hündin zeigt alle Anzeichen einer echten Trächtigkeit: Nestbau, Beschützen von Spielzeug, sogar Milchproduktion.

Das ist ein normaler physiologischer Vorgang und in der Regel ungefährlich. Die meisten Hündinnen durchleben mindestens einmal eine spürbare Scheinschwangerschaft. Nur bei extremen Verhaltensänderungen oder übermässiger Milchproduktion ist ein Tierarztbesuch erforderlich.

Kann man Progesteronmangel behandeln?

Bei nachgewiesenem Mangel kann der Tierarzt Progesteron supplementieren, aber nur unter strenger Kontrolle.

Zu niedrige Werte während der Trächtigkeit können zu Früh- oder Totgeburten führen. Hier helfen Progesteron-Präparate, die meist als Injektion oder Gel verabreicht werden. Die Dosierung richtet sich nach den Blutwerten und muss laufend angepasst werden.

Zu viel Progesteron kann eine Gebärmutterentzündung (Pyometra) fördern. Diese lebensbedrohliche Erkrankung tritt besonders bei älteren, unkastrierten Hündinnen auf. Deshalb gehört eine Hormontherapie immer in tierärztliche Hände.

Die Supplementierung stoppt meist einige Tage vor dem errechneten Geburtstermin, da sonst das Progesteron die natürlichen Wehen blockieren kann.