Penicilline
Penicilline sind Antibiotika, die bakterielle Infektionen bei Hunden bekämpfen, indem sie die Zellwand der Bakterien zerstören.
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Penicilline sind Antibiotika, die bakterielle Infektionen bei Hunden bekämpfen, indem sie die Zellwand der Bakterien zerstören. Sie gehören zu den am häufigsten verschriebenen Antibiotika in der Tiermedizin.
Wie wirken Penicilline beim Hund?
Penicilline greifen die Zellwand von Bakterien an und bringen sie zum Platzen. Das funktioniert besonders gut bei grampositiven Bakterien wie Staphylokokken oder Streptokokken.
Diese Bakterien verursachen oft Hautinfektionen, Wundinfektionen oder Abszesse bei Hunden.
Die Wirkung von Penicillinen setzt meist binnen 24 bis 48 Stunden ein. Dein Tierarzt wird das passende Penicillin basierend auf der vermuteten oder nachgewiesenen Bakterienart auswählen.
Welche Penicilline bekommen Hunde am häufigsten?
Amoxicillin ist der Klassiker für Hunde. Es wird als Tablette oder Suspension gegeben und hilft bei Zahninfektionen, leichten Hautproblemen oder Harnwegsinfektionen. Die übliche Dosierung liegt bei 10-20 mg pro Kilogramm Körpergewicht, zweimal täglich.
Amoxicillin-Clavulansäure (als Clavamox bekannt) ist die verstärkte Variante. Die Clavulansäure schützt das Amoxicillin vor Bakterien, die Resistenzen entwickelt haben. Das verschreiben Tierärzte bei hartnäckigeren Infektionen oder wenn der erste Behandlungsversuch nicht angeschlagen hat.
Penicillin G wird meist gespritzt und kommt bei schweren Infektionen zum Einsatz, etwa bei tiefen Bisswunden oder Lungenentzündungen.
Wann verschreibt der Tierarzt Penicillin?
Typische Einsatzgebiete sind infizierte Ohren nach dem Schwimmen, kleine Schnittwunden, die sich entzündet haben oder Zahnfleischprobleme nach einer Zahnreinigung. Auch bei Blasenentzündungen greifen viele Tierärzte zu Amoxicillin, allerdings erst nach einem Urintest.
Bei akuten Notfällen wie tiefen Bissverletzungen oder Verdacht auf eine Blutvergiftung wird oft sofort mit Penicillin G gespritzt, noch bevor das Bakteriogramm vorliegt.
Wie gebe ich Penicillin richtig?
Tabletten gibst du am besten mit etwas Futter, das verhindert Magenverstimmungen. Die Suspension solltest du vor jeder Gabe schütteln. Manche Hunde verweigern den Geschmack – hier hilft es, das Medikament in Leberwurst oder Käse zu verstecken.
Entscheidend: Die komplette Packung aufbrauchen, auch wenn es deinem Hund schon besser geht. Bricht man die Behandlung vorzeitig ab, können die Bakterien Resistenzen entwickeln.
Welche Nebenwirkungen sind möglich?
Die häufigste Nebenwirkung ist Durchfall, weil Penicilline auch die guten Darmbakterien angreifen. Das betrifft etwa jeden fünften Hund und verschwindet meist nach der Behandlung wieder.
Ernster wird es bei allergischen Reaktionen. Die zeigen sich als Hautausschlag, Schwellungen im Gesicht oder im schlimmsten Fall als Atemnot. Solche Reaktionen treten meist binnen einer Stunde nach der ersten Gabe auf.
Kleinere Hunde reagieren häufiger mit Magenproblemen, während große Hunde eher Hautreaktionen entwickeln. Das liegt an den unterschiedlichen Stoffwechselraten.
Was muss ich bei der Penicillin-Behandlung beachten?
Probiotika während der Behandlung können helfen, die Darmflora zu stabilisieren. Viele Tierärzte empfehlen sie routinemäßig bei längeren Antibiotika-Kuren.
Wenn dein Hund erbricht oder das Futter verweigert, informiere deinen Tierarzt. Möglicherweise ist ein Wechsel auf ein besser verträgliches Antibiotikum nötig und möglich.
Bei bekannten Penicillin-Allergien sollten Halter immer alternative Antibiotika-Optionen mit ihrem Tierarzt besprechen, bevor ein Notfall eintritt.
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