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Otitis

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Otitis
Definition

Otitis ist eine Entzündung des Ohres beim Hund, die in drei Formen auftritt: Otitis externa (äußerer Gehörgang), Otitis media (Mittelohr) und Otitis interna (Innenohr).

Inhalt
  1. Was unterscheidet die drei Otitis-Formen?
  2. Welche Ursachen führen zu Ohrenentzündungen?
  3. Wie erkennst du eine Ohrenentzündung?
  4. Welche Behandlung hilft wirklich?
  5. Wie beugst du Ohrenentzündungen vor?

Otitis ist eine Entzündung des Ohres beim Hund, die in drei Formen auftritt: Otitis externa (äusserer Gehörgang), Otitis media (Mittelohr) und Otitis interna (Innenohr).

Die externe Form macht etwa 90 Prozent aller Ohrenentzündungen aus. Sie bleibt meist auf den sichtbaren Teil des Gehörgangs beschränkt. Unbehandelt kann sie jedoch ins Mittel- und Innenohr wandern – ein Prozess, der irreversible Schäden verursachen kann.

Was unterscheidet die drei Otitis-Formen?

Otitis externa betrifft den Bereich zwischen Ohrmuschel und Trommelfell. Du erkennst sie an Juckreiz, Kopfschütteln und oft übel riechendem Ausfluss. Bei konsequenter Behandlung heilt sie meist innerhalb von 7 bis 10 Tagen aus.

Otitis media entsteht, wenn die Entzündung das Trommelfell durchbricht oder von aussen eindringt. Betroffene Hunde neigen zu Kopfschiefhaltung und zeigen deutliche Schmerzreaktionen beim Berühren des Ohres. Die Heilung dauert 2 bis 4 Wochen.

Otitis interna ist die seltenste, aber schwerwiegendste Form. Sie kann zu dauerhaftem Hörverlust und Gleichgewichtsstörungen führen. Hunde zeigen Symptome wie Kreislaufen oder Umfallen zur betroffenen Seite.

Welche Ursachen führen zu Ohrenentzündungen?

Bakterien und Hefepilze profitieren von feuchten, warmen Bedingungen im Gehörgang. Rassen mit hängenden Ohren wie Cocker Spaniel oder Basset Hound haben ein fünfmal höheres Otitis-Risiko als Stehohrrassen.

Allergien gegen Futtermittel oder Umweltfaktoren verändern das Ohrklima. Die Haut produziert mehr Talg und entzündliche Substanzen – ein idealer Nährboden für Krankheitserreger.

Ohrmilben kommen vor allem bei Welpen und Junghunden vor. Sie verursachen dunkelbraunen, krümeligen Ausfluss und extremen Juckreiz. Ein befallener Hund steckt oft seine Geschwister an.

Fremdkörper wie Grannen dringen besonders im Sommer tief in den Gehörgang ein. Der Hund zeigt plötzliches, einseitiges Kopfschütteln – ein Notfall, der sofortige tierärztliche Hilfe erfordert.

Wie erkennst du eine Ohrenentzündung?

Das erste Anzeichen ist meist intensives Kratzen am Ohr oder Reiben des Kopfes an Möbeln. Der Hund schüttelt häufig den Kopf und hält ihn zur betroffenen Seite geneigt.

Geruch ist ein verlässlicher Indikator: Gesunde Ohren riechen neutral. Bakterielle Infektionen erzeugen einen süsslich-fauligen, Pilzinfektionen einen hefig-ranzigen Geruch.

Der Ausfluss variiert je nach Ursache: Ohrmilben produzieren dunkle, krümelige Masse. Bakterien verursachen gelblichen bis grünlichen Ausfluss. Hefen führen zu bräunlichem, schmierigem Sekret.

Welche Behandlung hilft wirklich?

Die Reinigung durch den Tierarzt steht am Anfang jeder Therapie. Ohne vollständige Entfernung von Sekret und Krusten können Medikamente nicht wirken. Der Eingriff erfordert oft eine Kurznarkose.

Ohrentropfen enthalten meist drei Wirkstoffe: Antibiotika gegen Bakterien, Antimykotika gegen Pilze und Kortison gegen Entzündung. Die Anwendung erfolgt zweimal täglich über 7 bis 14 Tage.

Bei chronischen Fällen ist eine Bakterienkultur unverzichtbar. Sie deckt resistente Keime auf und ermöglicht eine gezielte Antibiotikatherapie. Das Ergebnis liegt nach 3 bis 5 Tagen vor.

Schwere Fälle erfordern systemische Behandlung mit Tabletten oder Injektionen. Chirurgische Eingriffe wie die Gehörgangserweiterung kommen bei therapieresistenten, chronischen Entzündungen zum Einsatz.

Wie beugst du Ohrenentzündungen vor?

Regelmässige Kontrolle ist bei anfälligen Rassen unverzichtbar. Schaue wöchentlich in die Ohren: Sie sollten rosa und trocken sein, ohne Geruch oder Ausfluss.

Reinige nur den sichtbaren Bereich der Ohrmuschel mit einem feuchten Tuch. Wattestäbchen gehören nicht ins Hundeohr – sie schieben Schmutz nur tiefer hinein.

Nach dem Baden oder Schwimmen trocknest du die Ohren vorsichtig ab. Spezielle Ohrentrockner aus der Tierarztpraxis entziehen überschüssige Feuchtigkeit und senken den pH-Wert.

Bei allergischen Hunden hilft konsequentes Allergenmanagement. Futterumstellung oder Umweltkontrolle reduzieren die Entzündungsneigung deutlich.