Operationen an der Wirbelsäule
Operationen an der Wirbelsäule sind neurochirurgische Eingriffe beim Hund zur Behandlung von Bandscheibenvorfällen, Wirbelinstabilitäten oder Tumoren im Rückenmarksbereich.
Inhalt
Welche OP-Verfahren gibt es bei Wirbelsäulenproblemen?
Die Hemilaminektomie ist der häufigste Eingriff bei Bandscheibenvorfällen. Dabei entfernt der Chirurg einen Teil des Wirbelbogens, um Druck vom Rückenmark zu nehmen. Bei Vorfällen im Halsbereich kommt oft die Ventral-Slot-Technik zum Einsatz – hier erfolgt der Zugang von der Bauchseite.
Wirbelfusionen stabilisieren instabile Segmente durch Schrauben und Platten. Diese aufwendigen Eingriffe dauern 3-5 Stunden und kosten zwischen 3.000-8.000 Euro je nach Klinik und Umfang.
Wie hoch sind die Erfolgsaussichten?
Bei frischen Bandscheibenvorfällen ohne komplette Lähmung liegt die Erfolgsrate bei 85-95 Prozent. Hunde mit bereits eingetretener Tiefenschmerzlosigkeit haben schlechtere Chancen – hier können nur 50-60 Prozent wieder gehen.
Die ersten 48 Stunden nach dem Eingriff entscheiden oft über den Erfolg. Zeigt sich in dieser Zeit keine Besserung der Reflexe, sinken die Aussichten auf vollständige Genesung deutlich.
Was passiert in den ersten Wochen nach der OP?
Sechs Wochen strikte Leinenpflicht sind Standard. Dein Hund darf nur für Toilettengänge nach draussen – maximal 5 Minuten am Stück. Treppen, Sprünge und Spielen mit anderen Hunden sind absolut tabu.
Physiotherapie beginnt meist ab der zweiten Woche. Unterwasserlaufbänder und passive Bewegungsübungen beschleunigen die Heilung. Ohne konsequente Nachsorge steigt das Risiko für erneute Vorfälle um das Dreifache.
Welche Spezialkliniken führen Wirbelsäulen-OPs durch?
Neurochirurgie am Hund gehört in die Hände von Fachtierärzten für Chirurgie. Universitätskliniken in München, Berlin, Hannover und Wien haben entsprechende Abteilungen. Private Zentren wie die Tierärztliche Klinik Düsseldorf oder das AniCura Tierspital Zürich sind ebenfalls auf diese Eingriffe spezialisiert.
Ein MRT vor der OP ist Pflicht – kostet zusätzlich 800-1.200 Euro, zeigt aber exakt wo und wie stark das Rückenmark geschädigt ist.
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