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Operationen am Kreuzband

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Operationen am Kreuzband
Definition

Eine Kreuzband-Operation beim Hund ist ein orthopädischer Eingriff zur Behandlung von Rissen im vorderen Kreuzband (Cranial Cruciate Ligament).

Inhalt
  1. Welche OP-Methode eignet sich für welchen Hund?
  2. Wie läuft eine Kreuzband-OP konkret ab?
  3. Was bestimmt den Operationserfolg?
  4. Welche Komplikationen können auftreten?

Eine Kreuzband-Operation beim Hund ist ein orthopädischer Eingriff zur Behandlung von Rissen im vorderen Kreuzband (Cranial Cruciate Ligament). Drei Operationsmethoden stehen zur Verfügung: TPLO, TTA und die extrakapsuläre Technik.

Welche OP-Methode eignet sich für welchen Hund?

Die TPLO (Tibial Plateau Leveling Osteotomy) gilt bei Hunden über 20 kg als Goldstandard. Das Schienbein wird durchtrennt und in einem neuen Winkel fixiert – biomechanisch die eleganteste Lösung. Heilung dauert 8-12 Wochen, Kosten liegen bei 2.500-4.000 Euro.

Die TTA (Tibial Tuberosity Advancement) verlagert den Ansatzpunkt der Kniescheibensehne nach vorne. Weniger invasiv als TPLO, aber anfälliger für Komplikationen bei sehr aktiven Hunden. Kosten: 2.000-3.500 Euro.

Die extrakapsuläre Technik stabilisiert das Knie durch einen künstlichen Bandersatz aus Nahtmaterial. Bewährt bei kleineren Hunden unter 15 kg. Kostengünstigste Option mit 800-1.500 Euro, aber höhere Rückfallquote bei schweren Hunden.

Wie läuft eine Kreuzband-OP konkret ab?

Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose und dauert 60-90 Minuten. Der Tierarzt eröffnet das Kniegelenk lateral und entfernt zerrissene Kreuzbandanteile sowie geschädigte Meniskusanteile.

Bei TPLO wird das Schienbeinplateau mit einer oszillierenden Säge durchtrennt und mit einer speziellen Titanplatte fixiert. TTA erfordert das Einbringen eines Knochenkeils und einer Titanplatte am Schienbeinansatz.

Die extrakapsuläre Technik umgeht das Gelenk: Ein Nylonfaden wird außerhalb der Gelenkkapsel so verlegt, dass er die Funktion des gerissenen Kreuzbandes übernimmt.

Was bestimmt den Operationserfolg?

Entscheidend ist der Zustand des Meniskus zum OP-Zeitpunkt. Ein intakter Meniskus verbessert die Prognose erheblich – deshalb sollte die Operation innerhalb von 6 Wochen nach dem Kreuzbandriss erfolgen.

TPLO zeigt Erfolgsraten von 90-95% bei Rückkehr zur normalen Aktivität. TTA erreicht 85-90%, die extrakapsuläre Technik bei passend gewählten Patienten ebenfalls 85-90%.

Die 12-wöchige Rehabilitation beginnt bereits 2-3 Tage post-operativ mit passiven Bewegungsübungen. Wassertherapie ab Woche 6 beschleunigt die Muskelerholung merklich.

Welche Komplikationen können auftreten?

Wundinfektionen betreffen 3-8% der Fälle und erfordern antibiotische Behandlung. Bei TPLO kann die Titanplatte brechen (1-2%), bei TTA kann der eingefügte Keil verrutschen.

Das Risiko eines Kreuzbandrisses am anderen Knie liegt bei 40-60% innerhalb von zwei Jahren – unabhängig von der gewählten OP-Methode.