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Neurodermitis

4 Min Lesezeit
Neurodermitis
Inhalt
  1. Ursachen von Neurodermitis bei Hunden
  2. Symptome von Neurodermitis
  3. Diagnose von Neurodermitis
  4. Behandlung von Neurodermitis
  5. Langfristiges Management

Neurodermitis, auch bekannt als atopische Dermatitis, ist eine chronische, entzündliche Hauterkrankung. Sie entsteht durch eine Überempfindlichkeit des Immunsystems gegenüber Umweltallergenen. Bei Hunden äussert sich die Erkrankung in Juckreiz, Hautrötungen und sekundären Infektionen durch Kratzen und Lecken. Die Neurodermitis zählt zu den häufigsten allergischen Hauterkrankungen beim Hund und kann in jedem Alter auftreten, wird aber oft bei jungen Tieren diagnostiziert.

Ursachen von Neurodermitis bei Hunden

Die Erkrankung entsteht durch eine allergische Reaktion auf Umweltallergene, die über die Haut oder die Atemwege aufgenommen werden. Die wichtigsten Auslöser sind:

  1. Pollen: Pflanzenpollen von Gräsern, Bäumen und Kräutern können eine allergische Reaktion auslösen, insbesondere während der Blütezeit.
  2. Hausstaubmilben: Hausstaubmilben und ihre Ausscheidungen sind häufige Allergene in Innenräumen, die bei Hunden zu Neurodermitis führen können.
  3. Schimmelpilze: In feuchten Umgebungen oder schlecht belüfteten Räumen können Schimmelpilze das Immunsystem des Hundes reizen und eine atopische Dermatitis auslösen.
  4. Futtermittelallergien: In einigen Fällen wird die Neurodermitis durch Nahrungsmittelallergien verschlimmert oder ausgelöst. Häufige Auslöser sind Proteine in Fleisch, Milchprodukten, Eiern oder Getreide.
  5. Flöhe: Eine Flohallergie-Dermatitis, die durch den Speichel von Flöhen ausgelöst wird, kann ebenfalls eine atopische Reaktion und Neurodermitis hervorrufen.

Symptome von Neurodermitis

Die Symptome können sich über mehrere Monate entwickeln und sind häufig saisonal bedingt. Typisch sind:

  1. Starker Juckreiz: Der betroffene Hund zeigt häufiges Kratzen, Lecken oder Kauen an den betroffenen Stellen, was zu Hautirritationen führt.
  2. Hautrötungen: Die Haut ist oft gerötet, besonders an den Pfoten, dem Bauch, den Ohren, den Achselhöhlen und den Leisten.
  3. Haarausfall: Durch das ständige Kratzen und Lecken kann es zu Haarausfall kommen, insbesondere an den am stärksten betroffenen Stellen.
  4. Verdickung der Haut: In chronischen Fällen kann die Haut durch dauerhaftes Reiben und Kratzen verdicken und eine ledrige Konsistenz annehmen, ein Zustand, der als Lichenifikation bezeichnet wird.
  5. Sekundäre Hautinfektionen: Dauerhaftes Kratzen und Lecken schädigt die Haut und erleichtert das Eindringen von Bakterien oder Hefen. Häufige Folgen sind eitrige Entzündungen oder Hotspots.
  6. Ohrentzündungen: Hunde mit atopischer Dermatitis entwickeln häufig chronische Ohrentzündungen (Otitis externa), verursacht durch das Ansammeln von Allergenen und Hautirritationen im Ohrkanal.

Diagnose von Neurodermitis

Die Diagnose erfolgt in der Regel durch klinische Untersuchung und Ausschlussverfahren, da kein spezifischer Test die Erkrankung zweifelsfrei belegt. Der Tierarzt geht dabei typischerweise in folgenden Schritten vor:

  1. Anamnese: Der Tierarzt befragt den Besitzer zur Krankengeschichte des Hundes, wann die Symptome auftreten und ob saisonale oder andere Veränderungen eine Rolle spielen.
  2. Hautuntersuchung: Eine gründliche Untersuchung der Haut beurteilt Hautveränderungen, Rötungen, Verdickungen und Infektionen.
  3. Ausschluss anderer Ursachen: Um sicherzustellen, dass die Symptome nicht durch Parasiten wie Flöhe oder Milben oder durch Nahrungsmittelallergien bedingt sind, werden häufig Flohprophylaxe oder Futtertests durchgeführt.
  4. Allergietests: Intrakutantests oder Bluttests zur Messung von Antikörpern gegen Umweltallergene können helfen, die auslösenden Stoffe zu identifizieren.

Behandlung von Neurodermitis

Das Ziel der Behandlung ist es, den Juckreiz zu lindern, Entzündungen zu reduzieren und sekundäre Hautinfektionen zu kontrollieren. Da es sich um eine chronische Erkrankung handelt, ist ein langfristiges Management notwendig. Je nach Befund kommen folgende Massnahmen zum Einsatz:

  1. Allergenvermeidung: Sobald die spezifischen Allergene bekannt sind, sollten sie so weit wie möglich gemieden werden. Luftreiniger und häufiges Staubsaugen können beispielsweise die Belastung durch Hausstaubmilben senken.
  2. Antihistaminika und Kortikosteroide: Antihistaminika können den Juckreiz lindern; Kortikosteroide (wie Prednison) werden eingesetzt, um starke Entzündungen zu reduzieren. Beide Wirkstoffe eignen sich vor allem zur Akutbehandlung, können bei Langzeitanwendung aber Nebenwirkungen haben.
  3. Immuntherapie: Bei identifizierten Allergien kann eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) sinnvoll sein. Der Hund erhält über einen längeren Zeitraum geringe Dosen der Allergene, um das Immunsystem zu „trainieren“ und die allergische Reaktion zu verringern.
  4. Topische Behandlungen: Medizinische Shampoos oder Salben mit entzündungshemmenden und feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften können die Haut beruhigen und Entzündungen abschwächen.
  5. Futterergänzungen: Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren aus Fischöl oder speziellen Nahrungsergänzungsmitteln können die Hautbarriere stärken und Entzündungen reduzieren.
  6. Behandlung von Sekundärinfektionen: Bei bakteriellen oder pilzbedingten Hautinfektionen können Antibiotika oder Antimykotika erforderlich sein.

Langfristiges Management

Die Neurodermitis begleitet den Hund ein Leben lang. Die Symptome können saisonal oder in Schüben auftreten, regelmässige Kontrollen und ein frühzeitiger Behandlungsbeginn helfen, diese Schübe gering zu halten. Ziel ist es, den Hund so beschwerdefrei wie möglich zu halten und den Einsatz von Medikamenten auf das nötige Mass zu begrenzen, um Nebenwirkungen zu vermeiden.