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Nebenwirkung

Nebenwirkungen sind unerwünschte körperliche Reaktionen auf Medikamente, Impfungen oder Behandlungen – also alles was über die gewünschte Heilwirkung hinausgeht.

3 Min Lesezeit
Inhalt
  1. Symptome einer Nebenwirkung beim Hund
  2. Medikamente mit häufigen Nebenwirkungen
  3. Massnahmen bei Nebenwirkungen
  4. Normale versus gefährliche Nebenwirkungen

Nebenwirkungen – das ist alles, was ein Medikament, eine Impfung oder eine Behandlung im Körper auslöst, ohne dass man es so wollte. Kurz gesagt: die unerwünschten Begleiterscheinungen neben der eigentlichen Heilwirkung.

Symptome einer Nebenwirkung beim Hund

Nach einer Medikamentengabe verhält sich ein Hund manchmal anders als sonst. Das kann harmlos sein – muss es aber nicht. Ausschlaggebend ist, was sich verändert und wie stark.

Häufige Reaktionen nach einer Impfung, von denen 83,3 Prozent innerhalb von 12 Stunden auffielen:

  • Schmerz und Schwellung an der Einstichstelle
  • Mattigkeit
  • Fressunlust
  • Fieber
  • Einzelne Episoden von Erbrechen

Notfall-Symptome – sofort zum Tierarzt:

  • Akute Schwellung von Lippen, Bindehaut oder Gesichtshaut
  • Schwere Atemnot
  • Erbrechen und Durchfall kurz nach der Gabe (beim Hund stehen Magen-Darm-Zeichen bei der Anaphylaxie im Vordergrund)
  • Zusammenbruch oder Bewusstlosigkeit (anaphylaktischer Schock)

Medikamente mit häufigen Nebenwirkungen

Manche Arzneimittel lösen bei Hunden öfter unerwünschte Reaktionen aus als andere. Ein paar Kandidaten, die im Alltag regelmässig auftauchen:

Schmerzmittel (Rimadyl, Metacam): Erbrechen ist die am häufigsten beobachtete Nebenwirkung, Magen-Darm-Geschwüre sind die häufigste lebensbedrohliche. Rund ein Viertel der gemeldeten Reaktionen betraf den Magen-Darm-Trakt. Erbricht dein Hund, ruf in der Praxis an und halte dich an deren Anweisung zur weiteren Gabe.

Wurmkuren mit Avermectinen: Bei Collie-artigen Hunden mit dem P-Glykoprotein-Gendefekt wurden nach hohen Dosen Niedergeschlagenheit, Muskelschwäche, Blindheit, Koma und Todesfälle beobachtet; ein Gentest zeigt die Empfindlichkeit vorab.

Impfungen: Schmerz und Schwellung an der Einstichstelle, Mattigkeit, Fressunlust, Fieber und einzelnes Erbrechen sind häufig, Nesselsucht und Anaphylaxie seltener. In einer japanischen Auswertung traten 62,7 Reaktionen je 10 000 Impfungen auf; kleine Hunde unter 5 Kilogramm, die mehrere Impfungen pro Termin erhielten, waren besonders gefährdet.

Massnahmen bei Nebenwirkungen

Die erste Reaktion zählt. Ruhe bewahren – und dann strukturiert vorgehen.

Sofortmassnahmen (aus der Praxis): Uhrzeit der Medikamentengabe notieren. Fotos von Hautveränderungen machen, solange sie sichtbar sind. Setz ein Medikament nicht eigenmächtig ab, sondern ruf in der Tierarztpraxis an und lass dort entscheiden, ob und wie es weitergegeben wird.

Bei Magen-Darm-Problemen (aus der Praxis): Kleine Portionen gekochter Reis mit Hühnchen anbieten. Genug Wasser bereitstellen. Genau beobachten, ob es besser oder schlechter wird.

Bei Hautreaktionen: Keine eigenen Salben ohne tierärztliche Absprache auftragen.

Viele Reaktionen hängen von der Dosis ab. Die Dosis anpassen darf trotzdem nur der Tierarzt.

Normale versus gefährliche Nebenwirkungen

Den Unterschied zu kennen, ist entscheidend – er bestimmt, ob man abwartet oder sofort handelt.

Häufig und meist harmlos: Schmerz und Schwellung an der Einstichstelle, Mattigkeit, Fressunlust, Fieber und einzelnes Erbrechen nach einer Impfung.

Bedenklich (Tierarzt kontaktieren): Erbrechen unter Schmerzmitteln, weil Magen-Darm-Geschwüre die häufigste lebensbedrohliche Nebenwirkung sind.

Gefährlich (Notfall): Atemnot jeder Art. Bewusstseinsveränderungen. Kreislaufkollaps – erkennbar an blassen Schleimhäuten und schwachem Puls.

Wie kann ich Nebenwirkungen vorbeugen?

Aus der Praxis: Halte dich an Dosierung und Zeitplan der Praxis und nenne bei jedem Termin alle Mittel, die dein Hund bekommt.

Sind ältere Hunde anfälliger für Nebenwirkungen?

Ja. Bei Schmerzmitteln rät das MSD Veterinary Manual gerade bei alten Tieren zur Laborkontrolle auf Leberschäden, weil sie für schwerere Komplikationen anfälliger sein können.

Können Nebenwirkungen auch erst nach Tagen auftreten?

Ja, das kommt vor. Gerade bei längerer Gabe von Schmerzmitteln rät das MSD Veterinary Manual deshalb zur Laborkontrolle der Leberwerte.

Was tun, wenn der Hund das Medikament ausspuckt?

Gib eine ausgespuckte Dosis nicht eigenmächtig erneut, sondern frag in der Tierarztpraxis nach, wie weiter zu verfahren ist.

Gibt es Hunderassen, die besonders empfindlich reagieren?

Ja. Bei Collie-artigen Hunden ist eine Empfindlichkeit gegenüber Avermectinen in Wurmkuren dokumentiert. Bei Impfungen waren kleine Hunde unter fünf Kilogramm, die mehrere Impfungen pro Termin erhielten, besonders gefährdet. Beim Tierarzt immer die Rasse erwähnen, das gehört zur Anamnese.