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Nabelblutung (Omphalorrhagie)

3 Min Lesezeit
Nabelblutung (Omphalorrhagie)
Inhalt
  1. Nabelblutung: Definition
  2. Ursachen
  3. Symptome
  4. Diagnostik
  5. Behandlung
  6. Prognose
  7. Vorbeugung

Wer einen frisch geborenen Welpen aufmerksam beobachtet, merkt schnell: Der Nabel ist in den ersten Lebenstagen eine heikle Stelle. Eine Nabelblutung – also eine Blutung aus dem Nabelrest – ist zwar kein alltägliches Problem, kommt aber vor. Und wer das einmal erlebt hat, weiss: Handeln muss man rasch.

Nabelblutung: Definition

Die Nabelblutung entsteht genau dort, wo die Nabelschnur nach der Geburt am Welpenbäuchlein angesetzt hat. Normalerweise wird die Nabelschnur bei der Geburt durchtrennt, der verbleibende Stummel trocknet innerhalb weniger Tage ein und fällt von alleine ab. Läuft dieser Heilungsprozess nicht reibungslos – sei es durch eine Verletzung oder eine Störung – kann es an dieser Stelle bluten. Der Begriff bezieht sich ausschliesslich auf die Nabelregion neugeborener Hunde.

Ursachen

  • Unvollständiger oder verzögerter Abfall der Nabelschnur: Die Nabelwunde schliesst sich nicht richtig, Blutgefässe bleiben offen oder werden erneut verletzt.
  • Infektion (Omphalitis): Entzündet sich die Nabelwunde, kann das Blutungen auslösen – oft verbunden mit Rötung und Schwellung.
  • Mechanische Reizung: Welpen reiben am Nabel oder knabbern an der Nabelschnur – das klingt harmlos, führt aber zu echten Verletzungen.
  • Blutgerinnungsstörungen: Angeborene oder im Verlauf erworbene Gerinnungsprobleme können hinter anhaltenden Blutungen stecken.
  • Geburtsverletzungen: Komplikationen während der Geburt können den Nabelbereich direkt schädigen.

Symptome

  • Sichtbare Blutung aus der Nabelgegend – hell- bis dunkelrot, manchmal nur ein kleiner feuchter Fleck.
  • Nässender oder dauerhaft feuchter Nabelbereich.
  • Geschwollener, geröteter Nabel.
  • Eiterbildung oder unangenehmer Geruch – beides deutet auf eine Infektion hin.
  • Apathie oder erhöhte Körpertemperatur beim Welpen, sobald eine Infektion im Spiel ist.

Diagnostik

  • Klinische Untersuchung: Der Tierarzt schaut sich den Nabel direkt an, beurteilt die Blutungsstärke und den Wundzustand.
  • Blutuntersuchung: Besteht Verdacht auf eine Gerinnungsstörung, liefern Bluttests die entscheidenden Hinweise.
  • Ultraschall: Damit lässt sich prüfen, ob sich bereits eine innere Entzündung – etwa eine Bauchfellentzündung – gebildet hat.
  • Abstrich: Bei Infektionsverdacht wird eine Probe entnommen und mikrobiologisch untersucht.

Behandlung

  • Lokale Wundversorgung: Den Nabel reinigen und desinfizieren – das ist der erste und wichtigste Schritt, um weiteren Infektionen vorzubeugen.
  • Blutung stoppen: Leichter, anhaltender Druck reicht oft aus, um kleinere Blutungen zu stillen. Bei stärkeren Blutungen kann ein Verband nötig sein.
  • Antibiotika: Liegt eine Infektion vor, werden gezielt Antibiotika eingesetzt.
  • Operation: In seltenen Fällen – zum Beispiel bei einem offen blutenden Gefäss oder einem Abszess – ist ein chirurgischer Eingriff notwendig.
  • Behandlung der Grunderkrankung: Steckt eine Blutgerinnungsstörung dahinter, muss diese gezielt und ursächlich behandelt werden.

Prognose

Die Aussichten sind in den meisten Fällen gut – vorausgesetzt, die Ursache wird früh erkannt und behandelt. Kleine Nachblutungen klingen oft von selbst ab. Anders sieht es bei Infektionen oder ernsteren Komplikationen aus: Dort ist eine zügige tierärztliche Behandlung entscheidend. Wird eine Nabelblutung hingegen ignoriert oder zu lange beobachtet, können sich schwerwiegende Folgen für den Welpen entwickeln.

Vorbeugung

  • Hygienische Geburtsumgebung: Eine saubere Wurfbox und steril vorbereitete Utensilien senken das Infektionsrisiko erheblich.
  • Regelmässige Nabelkontrolle: In den ersten Lebenstagen täglich einen Blick auf die Nabelstelle werfen – Veränderungen fallen so früh auf.
  • Fachgerechte Abnabelung: Die Nabelschnur sauber durchtrennen, den Stummel trocken halten und nicht unnötig manipulieren.
  • Tierärztliche Kontrolle: Wirkt der Nabel auffällig – geschwollen, nässend oder gerötet – sofort zum Tierarzt.