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Myelom

5 Min Lesezeit
Myelom
Inhalt
  1. Was ist ein Myelom?
  2. Ursachen des Myeloms bei Hunden
  3. Symptome des Myeloms bei Hunden
  4. Diagnose eines Myeloms bei Hunden
  5. Behandlung des Myeloms bei Hunden
  6. Prognose

Das Myelom gehört zu den ernsteren Krebsdiagnosen, die ein Hund bekommen kann – und gleichzeitig zu den weniger bekannten. Es entsteht aus den Plasmazellen im Knochenmark, also genau jenen Zellen, die eigentlich Antikörper bilden und damit Infektionen abwehren. Der Begriff multiples Myelom rührt daher, dass die Erkrankung meist nicht an einer einzigen Stelle bleibt, sondern mehrere Bereiche des Knochenmarks und der Knochen erfasst. Die entarteten Plasmazellen produzieren abnorme Antikörper, die dem Immunsystem und dem gesamten Körper schaden können. Beim Hund ist das multiple Myelom selten – aber wenn es auftritt, ist es schwerwiegend.

Was ist ein Myelom?

Beim multiplen Myelom handelt es sich um eine bösartige Krebserkrankung, die direkt im Knochenmark ihren Ursprung hat – genauer gesagt in den Plasmazellen, die dort normalerweise die Antikörperproduktion übernehmen. Im kranken Zustand teilen sich diese Zellen unkontrolliert, bilden Tumore und untergraben dabei gleich mehrere lebenswichtige Systeme: Die Knochenstruktur wird brüchiger, die Nieren geraten unter Druck, das Immunsystem verliert an Schlagkraft, und auch das Kreislaufsystem kann beeinträchtigt werden. Kurz gesagt: Das Myelom greift tief in die Biologie des Hundes ein.

Ursachen des Myeloms bei Hunden

Warum ein Hund ein Myelom entwickelt, lässt sich bislang nicht mit Sicherheit sagen. Die Forschung geht davon aus, dass sowohl genetische als auch umweltbedingte Faktoren zusammenspielen. Folgende Risikofaktoren werden diskutiert:

  • Genetische Veranlagung: Bestimmte Rassen scheinen häufiger betroffen zu sein – darunter Deutsche Schäferhunde, Labrador Retriever und Golden Retriever.
  • Immunschwäche: Ein dauerhaft geschwächtes Immunsystem – etwa durch chronische Infektionen oder Autoimmunerkrankungen – könnte die Entstehung eines Myeloms begünstigen.
  • Exposition gegenüber Umweltgiften: Kontakt mit bestimmten chemischen Substanzen oder Strahlung gilt als möglicher Risikofaktor für verschiedene Krebsformen, Myelom eingeschlossen.
  • Alter: Die Erkrankung trifft fast ausschliesslich ältere Hunde – die meisten Patienten sind bei der Diagnose älter als 8 Jahre.

Symptome des Myeloms bei Hunden

Das tückische am Myelom: Die Symptome sind vielgestaltig und lassen sich nicht auf einen einzigen Bereich eingrenzen, weil die abnormen Plasmazellen Knochen, Immunsystem, Nieren und weitere Organe belasten. Typische Anzeichen, auf die Halter achten sollten:

  • Knochenschmerzen: Betroffene Hunde zeigen oft Schmerzen an bestimmten Stellen, was sich als Lahmheit oder als Abwehrreaktion beim Berühren äussern kann. Die geschwächte Knochenstruktur macht Frakturen wahrscheinlicher.
  • Schwäche und Müdigkeit: Viele Hunde wirken schlapp, verlieren ihre Ausdauer und ermüden schon bei kurzen Belastungen schneller als gewohnt.
  • Gewichtsverlust: Unerklärlicher Gewichtsverlust ist ein häufiges Begleitzeichen – der Körper arbeitet unter hohem Stress, der Energie frisst.
  • Erhöhte Infektanfälligkeit: Weil das Myelom das Immunsystem schwächt, kehren Infektionen immer wieder oder sprechen schlechter auf Behandlungen an als üblich.
  • Erhöhter Durst und vermehrtes Urinieren: Myelombedingte Nierenschäden können zu deutlich vermehrtem Trinken (Polydipsie) und häufigem Wasserlassen (Polyurie) führen.
  • Blutungsneigung: Die gestörte Produktion normaler Blutbestandteile kann die Blutplättchenzahl senken, was die Gerinnung beeinträchtigt und das Blutungsrisiko erhöht.
  • Anämie: Aus derselben Ursache kann sich eine Blutarmut (Anämie) entwickeln – erkennbar an Schwäche und blassen Schleimhäuten.
  • Augensymptome: In manchen Fällen zeigen Hunde Augenprobleme wie Einblutungen oder Sehstörungen, ausgelöst durch Blutungen oder Tumorwachstum hinter den Augen.

Diagnose eines Myeloms bei Hunden

Ein Myelom lässt sich nicht durch einen einzelnen Test beweisen – es braucht ein Bündel aus klinischen Untersuchungen und diagnostischen Verfahren:

Blutuntersuchungen:

  • Im Blut können sich Zeichen von Anämie, Niereninsuffizienz oder erhöhten Kalziumwerten (Hyperkalzämie) zeigen – allesamt typische Begleitbefunde beim Myelom.
  • Das Blutbild kann ausserdem Veränderungen bei weissen Blutkörperchen und Blutplättchen offenbaren.

Elektrophorese des Blutes:

  • Dieser Test spürt abnorme Antikörper (Paraproteine) im Blut auf, die von den entarteten Plasmazellen stammen – ein wichtiger Hinweis auf ein Myelom.

Röntgenaufnahmen:

  • Röntgenbilder machen Knochenschäden oder Läsionen sichtbar, die das Myelom hinterlässt. Betroffene Knochen wirken im Bild oft löchrig oder ausgedünnt.

Knochenmarkbiopsie:

  • Die endgültige Diagnose erfordert fast immer eine Knochenmarkbiopsie: Dabei wird eine Probe entnommen und auf abnorme Plasmazellen untersucht.

Urintests:

  • Im Urin können Bence-Jones-Proteine nachgewiesen werden – das sind abnormale Antikörperfragmente, die die Nieren bei Myelom-Patienten häufig ausscheiden.

Behandlung des Myeloms bei Hunden

Heilbar ist das multiple Myelom beim Hund in aller Regel nicht. Die Behandlung verfolgt deshalb realistische Ziele: das Fortschreiten der Krankheit bremsen, Schmerzen lindern und dem Hund so lange wie möglich ein gutes Leben ermöglichen. Folgende Ansätze kommen zum Einsatz:

  • Chemotherapie: Sie gilt als Standardbehandlung. Die Kombination aus Melphalan und Prednison ist am gebräuchlichsten – sie verlangsamt das Wachstum der Krebszellen und senkt die Zahl abnormer Plasmazellen. Bei unzureichendem Ansprechen werden teils auch Cyclophosphamid oder Vincristin eingesetzt.
  • Strahlentherapie: Wenn das Myelom lokalisiert auftritt oder starke Knochenschmerzen verursacht, kann eine Strahlentherapie die Tumormasse verkleinern und die Schmerzen deutlich reduzieren.
  • Schmerzmanagement: Nicht-steroidale Entzündungshemmer (NSAIDs) oder Opiate können die durch das Myelom verursachten Knochenschmerzen lindern – ein oft unterschätzter, aber zentraler Teil der Therapie.
  • Behandlung der Hyperkalzämie: Erhöhte Kalziumwerte im Blut sind beim Myelom häufig und können Müdigkeit, Nierenprobleme und weitere Komplikationen nach sich ziehen. Flüssigkeitstherapie und Medikamente wie Bisphosphonate helfen dabei, den Kalziumspiegel zu senken.
  • Unterstützende Pflege: Dazu gehören angepasste Ernährung – etwa nierenschonende Diäten –, gezielte Immununterstützung und regelmässige tierärztliche Kontrollen, um die Krankheitsentwicklung im Blick zu behalten.

Prognose

Wie es einem Hund mit multiplem Myelom ergeht, hängt stark davon ab, wie früh die Erkrankung erkannt wird und wie gut er auf die Therapie anspricht. Eine frühzeitig begonnene Chemotherapie kann die Überlebenszeit verlängern und die Lebensqualität spürbar verbessern. Ohne Behandlung schreitet das Myelom meist rasch voran und mündet in schwerwiegende Komplikationen – Nierenversagen, Knochenbrüche und eine ausgeprägte Immunschwäche sind die häufigsten.

Mit einer gezielten Therapie erreichen viele betroffene Hunde eine Überlebenszeit von einem bis zwei Jahren, teils auch länger – abhängig von der individuellen Reaktion auf die Behandlung und davon, ob Begleiterkrankungen das Bild erschweren.