Muss ich den Hund bei einer Begrüssung ignorieren?
Den Hund bei der Begrüssung zu ignorieren bedeutet: Erst nach 30-60 Sekunden Aufmerksamkeit schenken, wenn er mit allen vier Pfoten am Boden steht und nicht mehr springt oder bellt.
Inhalt
Diese Methode funktioniert bei Hunden, die überdreht reagieren. Bei ängstlichen oder unsicheren Hunden kann sie das Gegenteil bewirken.
Wann das Ignorieren tatsächlich hilft
Dein Hund profitiert vom anfänglichen Ignorieren, wenn er beim Heimkommen hochspringt, an dir kratzt oder laut bellt. Diese Hunde interpretieren jede Reaktion, auch Schimpfen, als Belohnung.
Ein Golden Retriever, der beim Nachhausekommen 10 Minuten lang aufgeregt herumspringt, lernt durch konsequentes Ignorieren binnen 2-3 Wochen, dass Ruhe zu Aufmerksamkeit führt.
Die 3-Stufen-Technik für aufgeregte Hunde
Stufe 1: Tür öffnen, reingehen, Jacke aufhängen, ohne den Hund anzuschauen oder anzusprechen. Dauert meist 30-90 Sekunden.
Stufe 2: Sobald der Hund ruhig steht oder sitzt (auch nur für 3 Sekunden), ruhig „Hallo“ sagen. Springt er wieder hoch, zurück zum Ignorieren.
Stufe 3: Erst wenn er 10 Sekunden ruhig bleibt, streicheln und normale Begrüssung.
Wann Ignorieren schadet statt hilft
Bei ängstlichen Hunden verstärkt Ignorieren die Unsicherheit. Ein Hund, der sich beim Heimkommen versteckt oder unterwürfig kriecht, braucht sanfte, ruhige Ansprache, kein Ignorieren.
Auch bei Welpen unter 16 Wochen ist komplettes Ignorieren kontraproduktiv. Sie lernen noch, dass Trennung nicht dauerhaft ist.
Häufige Fehler beim Training
Der Klassiker: Nach 5 Tagen aufgeben, weil „es nicht funktioniert“. Die meisten Hunde brauchen 2-4 Wochen, bis das neue Verhalten sitzt.
Zweiter Fehler: Familienmitglieder arbeiten gegeneinander. Wenn einer ignoriert und der andere sofort knuddelt, lernt der Hund nichts.
Timing-Problem: Zu früh aufhören mit dem Ignorieren. Auch 2 Sekunden Ruhe sind noch keine 10 Sekunden.
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