Mundhygiene
Mundhygiene beim Hund ist die regelmäßige Reinigung und Pflege von Zähnen, Zahnfleisch und Maulhöhle zur Vorbeugung von Zahnstein, Entzündungen und deren Folgeerkrankungen.
Inhalt
Mundhygiene beim Hund ist die regelmässige Reinigung und Pflege von Zähnen, Zahnfleisch und Maulhöhle, zur Vorbeugung von Zahnstein, Entzündungen und deren Folgeerkrankungen.
Viele Hundehalter unterschätzen, was schlechte Mundhygiene anrichten kann. Bakterien aus entzündeten Zahnfleischtaschen gelangen über die Blutbahn zu Herz, Nieren und Leber. Ein Hund mit fortgeschrittener Parodontitis trägt ein ähnliches Organrisiko wie ein Mensch mit unbehandelter Zahnfleischentzündung.
Wie putze ich meinem Hund die Zähne?
Das Zähneputzen ist die wirksamste Methode, aber nur, wenn der Hund es toleriert. Der Aufbau dauert zwei bis vier Wochen und gelingt am besten bei Welpen unter sechs Monaten.
Woche 1: Der Hund leckt täglich an der Hundezahnpasta. Hebe die Lefzen dabei sanft an, ohne zu putzen. Jede ruhige Reaktion sofort belohnen.
Woche 2: Die Zahnbürste kommt ins Spiel. Erst nur zeigen und belohnen, dann kurz an die Aussenseite der Eckzähne tippen. Den Hund niemals festhalten oder unter Druck setzen.
Woche 3: Erste echte Putzbewegungen an den sichtbaren Zähnen. Maximal zehn Sekunden pro Seite. Die Innenseiten erreicht die Hundezunge selbst, dort ist Putzen meist unnötig.
Woche 4: Die komplette Routine steht. Bei gesunden Zähnen reichen zwei bis drei Mal pro Woche. Täglich putzen empfiehlt sich nur bei Hunden mit Zahnsteinneigung oder nach tierärztlicher Empfehlung.
Welche Kauartikel helfen wirklich?
Die mechanische Reibung beim Kauen entfernt Plaque, aber nicht jeder Kauartikel wirkt gleich. Harte Materialien wie Geweihe oder Markknochen können Zähne absplittern. Zu weiche Artikel wie Fleischstreifen haben kaum Reinigungswirkung.
Bewährt haben sich getrocknete Rinderkopfhaut, Hirschsehnen und spezielle Dentalsticks mit rauer Oberfläche. Der Kauartikel sollte etwa zehn Minuten Kauzeit bieten. Was schneller weg ist, bringt wenig; was ewig dauert, verliert die Aufmerksamkeit des Hundes.
Ein Praxistest: Verschlingt der Hund den Kauartikel in unter zwei Minuten, war er zu weich. Bleibt nach 20 Minuten intensiven Kauens nichts übrig, hatte er die richtige Konsistenz.
Wann muss der Tierarzt eingreifen?
Gelber oder brauner Belag auf den Zähnen ist Zahnstein. Den entfernt man zu Hause nicht mehr. Ab diesem Stadium hilft nur noch die professionelle Zahnreinigung unter Narkose.
Rotes, geschwollenes Zahnfleisch deutet auf eine Entzündung hin. Besonders kritisch ist zurückgezogenes Zahnfleisch an den Zahnhälsen. Das ist oft irreversibel und kann zum Zahnverlust führen.
Ein deutlicher Hinweis auf Probleme ist verändertes Fressverhalten. Hunde mit Zahnschmerzen kauen einseitig, lassen hartes Futter liegen oder speicheln vermehrt beim Fressen.
Was passiert bei vernachlässigter Mundhygiene?
Zahnstein ist nur der Anfang. Darunter sammeln sich Bakterien, die das Zahnfleisch angreifen. Bei fortgeschrittener Parodontitis lockern sich die Zähne, der Kieferknochen baut ab.
Die Bakterien wandern über kleine Verletzungen im Zahnfleisch ins Blut. Herzklappen, Nierenkörperchen und Lebergewebe können sich chronisch entzünden. Untersuchungen legen nahe, dass Hunde mit schwerer Parodontitis im Schnitt deutlich früher sterben als Hunde mit gesunden Zähnen.
Mehr aus dem Wiki
Alle Wiki-Einträge →Giftnotruf für Hunde, DACH-Übersicht
Was tun bei Verdacht auf Vergiftung beim Hund: Sofortmaßnahmen, was du nicht tun solltest, Notfall-Nummern für …
Pflege
Wie erkenne ich, ob ein Welpe gesund ist?
Ein gesunder Welpe zeigt spezifische körperliche und verhaltensbasierte Merkmale, die du systematisch überprüfen kannst, bevor ein …